BANVEL 480 S
BANVEL 480 S ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von ein- und mehrjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie schwer bekämpfbaren Wurzelunkräutern. Als flüssiges Konzentrat (SL-Formulierung) formuliert, hat sich das Pflanzenschutzmittel als bewährter Standard in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Mais sowie auf Wiesen und Weiden etabliert. Es zeichnet sich durch eine schnelle Aufnahme über das Blattwerk und die Wurzeln aus, gefolgt von einer raschen systemischen Verteilung in der gesamten Pflanze.
Durch das breite Wirkungsspektrum werden hartnäckige Schaderreger wie die Acker-Kratzdistel, Amarant-Arten und die Gemeine Zaunwinde nachhaltig erfasst. Die flexible Anwendung im frühen Frühjahr während der aktiven Wachstumsphase der Kulturen (BBCH-Stadium 13–18) ermöglicht es Landwirten, Unkrautkonkurrenz frühzeitig auszuschalten und das Ertragspotenzial der Kultur abzusichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in BANVEL 480 S enthaltene Wirkstoff Dicamba gehört zur chemischen Gruppe der Benzoesäuren und ist als synthetisches Auxin in die HRAC-Gruppe 4 (ehemals Gruppe O) klassifiziert. Dicamba imitiert das natürliche Pflanzenwuchshormon Indol-3-essigsäure (Auxin) und greift tief in die hormonelle Steuerung der Zielpflanzen ein. Nach der Aufnahme kommt es in den empfindlichen zweikeimblättrigen Schaderregern zu einem unkontrollierten, übermäßigen Zellwachstum und einer Störung des Nährstofftransports. Typische Symptome dieser hormonellen Überlastung sind charakteristische Verkrümmungen an Stängeln und Blättern (Epinastie), gefolgt von Chlorosen und dem vollständigen Absterben des Unkrauts inklusive des tiefreichenden Wurzelsystems.
Resistenzmanagement
Um einer Selektion resistenter Biotypen vorzubeugen, sollte BANVEL 480 S stets in ein integriertes Resistenzmanagement eingebunden werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel von Wirkstoffen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen innerhalb der Fruchtfolge. Da Dicamba der HRAC-Gruppe 4 angehört, empfiehlt sich die Kombination oder der jährliche Wechsel mit Herbiziden aus anderen Wirkstoffklassen, wie beispielsweise ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2) oder Triazinen, um die langfristige Wirksamkeit dieses wichtigen Werkzeugs zu sichern.
Mischbarkeit & Tankmischung
BANVEL 480 S ist im Allgemeinen gut verträglich und lässt sich problemlos mit vielen gängigen Herbiziden sowie flüssigen Blattdüngern mischen, die für die jeweilige Kultur zugelassen sind. Vor der Ansetzung größerer Spritzbrühen wird jedoch dringend ein physischer Mischbarkeitstest (Kübelprobe) empfohlen. Um eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme zu gewährleisten, sollte die Anwendung bei wüchsigem Wetter mit ausreichender Wassermenge (200–400 l/ha) erfolgen, wobei extreme Hitzeperioden über 25 °C wegen erhöhter Abdriftgefahr zu meiden sind.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel BANVEL 480 S ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Anmischung, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen und abdriftsmindernden Düsenklassen strikt einzuhalten. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Beständen und angrenzenden Biotopen vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Rasen | Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.375 LITER_PER_HECTARE | — |
| Landwirtschaftlich nicht genutzte Grasflächen | Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Mais | Acker-Kratzdistel, Amarant-Arten, Gemeine Zaunwinde | 13–18 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Baumschulgehölzpflanzen | Acker-Kratzdistel, Amarant-Arten, Gemeine Zaunwinde | — | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Bekämpfung von Acker-Kratzdisteln mit BANVEL 480 S?
Der beste Bekämpfungszeitpunkt liegt vor, wenn die Acker-Kratzdistel eine Wuchshöhe von etwa 15–20 cm erreicht hat (Rosettenstadium bis kurz vor dem Schossen) und sich im aktiven Wachstum befindet. Zu diesem Zeitpunkt ist der Saftstrom in die Wurzeln besonders stark, was die systemische Wirkung von Dicamba bis in die Wurzelspitzen maximiert.
Warum ist die Temperatur bei der Anwendung von BANVEL 480 S so kritisch?
Dicamba entfaltet seine beste Wirkung bei wüchsigem Wetter mit Temperaturen zwischen 12 °C und 20 °C. Bei Temperaturen über 25 °C steigt das Risiko von Wirkstoff-Verflüchtigungen (Thermikdrift), was zu Schäden an benachbarten, empfindlichen zweikeimblättrigen Kulturen (wie Rüben, Wein oder Gemüse) führen kann. Bei Frostgefahr sollte die Behandlung ebenfalls ausgesetzt werden.
Kann BANVEL 480 S auch auf frisch angesäten Wiesen und Weiden eingesetzt werden?
Nein, eine Anwendung auf frisch angesätem Grünland wird nicht empfohlen, da junge Gräser im Keimblatt- und frühen Bestockungsstadium empfindlich reagieren können. Die Kultur sollte gut etabliert sein (in der Regel ab dem Bestockungsende bzw. im voll entwickelten Stadium), um Selektivitätsschäden zu vermeiden.
Wie verhält sich BANVEL 480 S bei Regen kurz nach der Spritzung?
BANVEL 480 S benötigt eine regenfreie Zeit von mindestens 2 bis 4 Stunden nach der Applikation, damit der Wirkstoff Dicamba vollständig von den Blättern der Schaderreger aufgenommen werden kann. Vorzeitiger Niederschlag wäscht den Wirkstoff ab und mindert die biologische Wirksamkeit erheblich.
Welche Nachbaufristen müssen nach dem Einsatz von BANVEL 480 S beachtet werden?
Da Dicamba im Boden relativ rasch abgebaut wird, bestehen bei normalem Kulturverlauf im Folgejahr keine Einschränkungen für den Nachbau. Bei vorzeitigem Umbruch einer behandelten Kultur (z. B. durch Frostschäden) sollten vor der Neuansaat empfindlicher Kulturen wie Leguminosen oder Rüben mindestens 4 bis 6 Wochen vergehen und eine tiefere Bodenbearbeitung durchgeführt werden.
Wie kann das Risiko von Abdrift auf Nachbarkulturen minimiert werden?
Neben der Beachtung der Windgeschwindigkeit (unter 3 m/s) sollten injektorbasierte, abdriftsmindernde Düsen (mindestens 90 % Abdriftsminderung) bei niedrigem Spritzdruck verwendet werden. Da Dicamba hochwirksam gegen zweikeimblättrige Pflanzen ist, reichen bereits geringste Spuren aus, um Schäden an benachbarten Sonderkulturen zu verursachen.