Barclay Gallup Biograde 450
Barclay Gallup Biograde 450 ist ein hochkonzentriertes, systemisches Totalherbizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie Holzgewächsen, Ausfallkulturen und Kartoffeldurchwuchs. Als wasserlösliches Konzentrat (SL) formuliert, zeichnet sich dieses Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Aufnahme über die grünen Pflanzenteile aus. Es wird vor allem im Ackerbau, auf Stilllegungsflächen, im Forst sowie auf Nichtkulturland eingesetzt, um Flächen effektiv unkrautfrei zu machen.
Dank der hohen Wirkstoffkonzentration von 450 g/l Glyphosat bietet das Produkt eine gesteigerte Effizienz pro Hektar, was Transport- und Lagerkapazitäten optimiert. Nach der Anwendung wird der Wirkstoff rasch in der gesamten Kultur beziehungsweise im Schaderreger transportiert – sowohl akropetal als auch basipetal bis in die tiefsten Wurzel- und Rhizomstrukturen. Dies garantiert eine nachhaltige Wirkung auch gegen hartnäckige, mehrjährige Unkrautarten.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9 (ehemals Gruppe G) und fungiert als spezifischer Inhibitor des Enzyms 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS). Dieses Enzym ist ein Schlüsselbestandteil des Shikimatwegs, der ausschließlich in Pflanzen, Pilzen und Bakterien vorkommt. Durch die Blockierung dieses Stoffwechselwegs wird die Biosynthese essenzieller aromatischer Aminosäuren (wie Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan) unterbrochen, was letztlich zum vollständigen Absterben der behandelten Schaderreger führt. Da der Wirkstoff primär über die grünen, assimilierenden Pflanzenteile aufgenommen und nicht über den Boden fixiert wird, ist eine gezielte Applikation entscheidend. Die Translokation erfolgt mit dem Assimilatstrom in die wachsenden Gewebe wie Vegetationspunkte, Wurzeln und Rhizome, weshalb die Schaderreger zum Behandlungszeitpunkt ausreichend Blattfläche und aktive Stoffwechselaktivität aufweisen sollten.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von herbizidresistenten Unkrautbiotypen vorzubeugen, solltest du Barclay Gallup Biograde 450 stets in ein integriertes Unkrautmanagement einbinden. Dies umfasst den Wechsel von Wirkstoffen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (HRAC-Klassen) in der Fruchtfolge sowie mechanische Bodenbearbeitungsmaßnahmen. Vermeide wiederholte, alleinige Anwendungen von Glyphosat auf derselben Fläche und achte darauf, überlebende Unkräuter konsequent mechanisch oder mit anderen Herbizidklassen zu beseitigen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Dieses Pflanzenschutzmittel ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Herbiziden und Zusatzstoffen mischbar. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Die Wasserqualität spielt eine wichtige Rolle: Sehr hartes Wasser kann die Wirksamkeit von Glyphosat reduzieren, weshalb in solchen Fällen der Zusatz eines geeigneten Wasserkonditionierers (wie Ammoniumsulfat) empfohlen wird. Vermeide Mischungen bei extremen Wetterbedingungen oder wenn die Schaderreger unter Trockenstress stehen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Barclay Gallup Biograde 450 ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklassifizierung in den Zulassungsdaten vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; weiche vorzugsweise auf die Abendstunden aus. Um Einträge in Oberflächengewässer und Schäden an Nichtzielorganismen zu vermeiden, sind Abdriften strikt zu minimieren und die allgemeinen Gewässerschutzauflagen einzuhalten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Laubholz | Holzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kernobst | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | 0–56 | 4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Ackerbaukulturen | Ausfallkulturen, Kartoffeldurchwuchs, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Holzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Stilllegungsflächen | Ausfallkulturen, Kartoffeldurchwuchs, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Anwendung von Barclay Gallup Biograde 450 gegen ausdauernde Unkräuter?
Der optimale Behandlungszeitpunkt liegt vor, wenn die Schaderreger genügend aufnahmefähige Blattmasse gebildet haben und sich im aktiven Wachstum befinden. Bei mehrjährigen Unkräutern wie Quecke oder Disteln ist eine Anwendung im späten Frühjahr oder Herbst besonders effektiv, da der Wirkstoff dann zusammen mit den Assimilaten intensiv in die Überdauerungsorgane (Rhizome, Wurzeln) transportiert wird.
Wie lange sollte ich nach der Behandlung warten, bevor ich den Boden bearbeite?
Du solltest mit der Bodenbearbeitung warten, bis der Wirkstoff vollständig in die Wurzeln transloziert wurde. Bei einjährigen Unkräutern reicht meist eine Wartezeit von 3 bis 5 Tagen, während bei hartnäckigen, mehrjährigen Schaderregern mindestens 7 bis 10 Tage vergehen sollten, bevor du pflügst oder grubberst, um die maximale Wirkung nicht zu beeinträchtigen.
Welchen Einfluss hat Regen kurz nach der Applikation auf die Wirkung?
Da der Wirkstoff über die Blätter aufgenommen werden muss, ist eine ausreichende Antrocknungszeit entscheidend. Regnet es innerhalb von 4 bis 6 Stunden nach der Behandlung, kann der Wirkstoff abgewaschen werden, was die herbizide Wirkung deutlich mindert. Achte daher auf ein stabiles Wetterfenster ohne Niederschlagsprognose für die Stunden nach der Spritzung.
Kann ich Barclay Gallup Biograde 450 auch bei niedrigen Temperaturen im Spätherbst einsetzen?
Ja, eine Anwendung ist auch bei kühleren Temperaturen möglich, solange die Schaderreger noch assimilieren und aktiven Stoffwechsel betreiben (kein Dauerfrost). Beachte jedoch, dass sich der Wirkungseintritt (das sichtbare Vergilben der Pflanzen) bei kühlen Temperaturen deutlich verzögern kann, da der Transport in der Pflanze langsamer abläuft.
Wie kann ich die Wirksamkeit des Mittels bei sehr hartem Spritzwasser optimieren?
Hartes Wasser enthält viele Calcium- und Magnesiumionen, die sich an das Glyphosat-Molekül binden und dessen Aufnahme blockieren können. Du kannst dem entgegenwirken, indem du vor der Zugabe des Herbizids einen geeigneten Wasserkonditionierer oder Ammoniumsulfat in den Spritztank gibst, um die störenden Ionen zu binden und die Wirkstoffaufnahme zu sichern.
Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte für meine spezifische Kultur?
Nutze einfach die Such- und Filterfunktionen in unserem Hub. Du kannst nach deiner spezifischen Kultur oder dem Ziel-Schaderreger filtern, um eine Übersicht aller in Deutschland (BVL) registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Aufwandmengen und Anwendungsbestimmungen zu erhalten.