Barclay Gallup Biograde 450
Barclay Gallup Biograde 450 ist ein hochkonzentriertes, nicht-selektives Blattherbizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie Holzgewächsen, Ausfallkulturen und Kartoffeldurchwuchs. Als wasserlösliches Konzentrat (SL) formuliert, enthält dieses Pflanzenschutzmittel 450 g/l des bewährten Wirkstoffs Glyphosat. Es zeichnet sich durch eine hervorragende systemische Wirkung aus und wird vor allem im Ackerbau auf Stoppelfeldern, im Obstbau, in der Forstwirtschaft sowie auf Stilllegungsflächen eingesetzt.
Dank der optimierten Formulierung dringt der Wirkstoff rasch in die grünen Pflanzenteile ein und wird mit dem Saftstrom in die unterirdischen Speicherorgane wie Wurzeln, Rhizome und Ausläufer transportiert. Dies garantiert eine nachhaltige Wirkung selbst gegen hartnäckige, tiefwurzelnde ausdauernde Unkräuter und Ungräser.
Die hohe Wirkstoffkonzentration ermöglicht reduzierte Aufwandmengen pro Hektar im Vergleich zu Standardformulierungen, was Transport- und Lagerkapazitäten schont und die Handhabung für den Anwender im Betrieb optimiert.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9. Die biochemische Wirkung basiert auf der gezielten Blockierung des Enzyms 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS) im Shikimatweg der Pflanzen. Dieses Enzym ist essenziell für die Synthese der aromatischen Aminosäuren L-Phenylalanin, L-Tyrosin und L-Tryptophan, die für das Pflanzenwachstum und den Proteinstoffwechsel unverzichtbar sind. Da dieser Stoffwechselweg ausschließlich in Pflanzen, Pilzen und Bakterien vorkommt, weist das Pflanzenschutzmittel eine spezifische Herbizidwirkung auf. Nach der Aufnahme über das Blattgewebe verteilt sich der Wirkstoff systemisch in der gesamten Pflanze, sowohl akropetal als auch basipetal. Erste Symptome wie Chlorosen und Welkeerscheinungen zeigen sich je nach Witterung nach 7 bis 14 Tagen, gefolgt vom vollständigen Absterben der behandelten Schaderreger.
Resistenzmanagement
Zur Vermeidung von Resistenzbildungen innerhalb der HRAC-Gruppe 9 sollte der Einsatz von Barclay Gallup Biograde 450 stets in ein integriertes Unkrautmanagement eingebunden werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen sowie mechanische Bodenbearbeitungsmaßnahmen. Ein wiederholter, alleiniger Einsatz von Glyphosat auf derselben Fläche ist zu vermeiden, um die Selektion resistenter Biotypen – insbesondere bei schwer bekämpfbaren Ungräsern wie Acker-Fuchsschwanz oder Weidelgras-Arten – wirksam zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Barclay Gallup Biograde 450 ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln mischbar. Bei der Ausbringung in Regionen mit hartem Wasser empfiehlt sich der Zusatz von Ammoniumsulfat (AMS) oder geeigneten Wasseraufbereitern, um eine Inaktivierung des Wirkstoffs durch Calcium- und Magnesiumionen in der Spritzbrühe zu verhindern. Die Anwendung sollte auf trockene Kulturen und Schaderreger erfolgen; ein Regenereignis kurz nach der Applikation kann die Wirkung mindern. Vor der Erstellung von Tankmischungen wird stets ein physikalischer Mischbarkeitstest im Kleinmaßstab empfohlen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit diesem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) strikt zu tragen. Barclay Gallup Biograde 450 ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern nicht auf blühende Bestände oder blühende Unkräuter appliziert werden. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid des BVL festgelegten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen genauestens einzuhalten. Ein Eintrag des Mittels in Abschwemmungswege ist durch sachgerechte Anwendung zu vermeiden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Laubholz | Holzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kernobst | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | 0–56 | 4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Ackerbaukulturen | Ausfallkulturen, Kartoffeldurchwuchs, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Holzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Stilllegungsflächen | Ausfallkulturen, Kartoffeldurchwuchs, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Barclay Gallup Biograde 450 auf Stoppelfeldern?
Die Applikation sollte erfolgen, wenn die Unkräuter und Ausfallkulturen genügend Blattmasse für eine ausreichende Wirkstoffaufnahme gebildet haben (meist ab einer Wuchshöhe von 10–15 cm) und sich im aktiven Wachstum befinden. Eine Bodenbearbeitung direkt vor der Behandlung ist zu vermeiden, um den Saftstrom nicht zu unterbrechen.
Wie beeinflusst die Wasserqualität die Wirksamkeit dieses Herbizids?
Sehr hartes Wasser enthält hohe Konzentrationen an Calcium- und Magnesiumionen, die sich an das Glyphosat-Molekül binden und dessen Aufnahme blockieren können. In solchen Fällen stabilisiert der Zusatz von Ammoniumsulfat (AMS) oder eines geeigneten Conditioners die Spritzbrühe und sichert die volle Herbizidleistung.
Welche Wartezeit muss nach der Anwendung bis zur nächsten Bodenbearbeitung eingehalten werden?
Um eine vollständige Translokation des Wirkstoffs bis in die Wurzelspitzen zu gewährleisten, sollte bei einjährigen Unkräutern mindestens 3 bis 5 Tage und bei ausdauernden, tiefwurzelnden Unkräutern (wie Quecke oder Disteln) mindestens 7 bis 10 Tage mit der Bodenbearbeitung oder dem Pflügen gewartet werden.
Kann Barclay Gallup Biograde 450 bei niedrigen Temperaturen im Spätherbst eingesetzt werden?
Ja, eine Anwendung ist auch bei kühleren Temperaturen möglich, solange die Zielpflanzen noch assimilieren und aktiven Stoffwechsel betreiben (kein Dauerfrost). Allerdings verzögert sich der Wirkungseintritt (Sichtbarwerden der Symptome) bei kühler Witterung deutlich, ohne jedoch die finale Endwirkung zu beeinträchtigen.
Was ist bei der Bekämpfung von Holzgewächsen im Forst zu beachten?
Bei der gezielten Behandlung von Holzgewächsen ist darauf zu achten, dass die Applikation außerhalb der Saftflussperiode der Kulturen bzw. gezielt als Einzelpflanzenbehandlung erfolgt, um Schäden an den forstlichen Hauptbaumarten zu vermeiden. Die Holzgewächse müssen ausreichend belaubt sein, um den Wirkstoff systemisch aufzunehmen.
Wie verhält sich das Produkt im Boden und gibt es Nachbauauflagen?
Glyphosat wird im Boden durch Mikroorganismen rasch adsorbiert und biologisch abgebaut, sodass keine nennenswerte Bodenwirkung vorliegt. Nach der Einhaltung der empfohlenen Wartezeit für die Wirkstofftranslokation können alle landwirtschaftlichen Kulturen ohne Einschränkungen nachgebaut werden.