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OTHER · Syngenta Agro GmbH

Boxer

BVL Zul.-Nr. 043838-00

Boxer von Syngenta ist ein bewährtes, bodenwirksames Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie wichtigen Ungräsern wie dem Gemeinen Windhalm und dem Einjährigen Rispengras. Als flüssiges Emulsionskonzentrat (EC) formuliert, hat sich das Pflanzenschutzmittel als Standardlösung im Vorauflauf und frühen Nachauflauf etabliert. Es bietet Landwirten eine verlässliche Basis für die Unkrautkontrolle in wichtigen Ackerkulturen wie Wintergetreide (Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen, Wintertriticale) und Kartoffeln.

Die Stärke von Boxer liegt in seiner ausgeprägten Bodenwirkung. Nach der Anwendung bildet sich ein stabiler Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche, der von den keimenden Schaderregern über die Wurzeln und insbesondere über den Keimling (Hypokotyl bzw. Koleoptile) aufgenommen wird. Dies sorgt für eine langanhaltende Unterdrückung von Unkrautwellen, selbst unter wechselnden Witterungsbedingungen, sofern eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit vorhanden ist.

Durch das breite Wirkungsspektrum, das sowohl schwer bekämpfbare dikotyle Unkräuter als auch wichtige Schadgräser erfasst, ist Boxer ein unverzichtbarer Baustein in modernen Herbizidstrategien. Es sichert die Jugendentwicklung der Kulturen und legt das Fundament für ertragreiche Bestände, indem es die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe frühzeitig ausschaltet.

Wirkstoffe

Prosulfocarb
800 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Prosulfocarb gehört zur chemischen Gruppe der Thiocarbamate und ist im HRAC-System der Gruppe 15 (früher Gruppe N) zugeordnet. Die biochemische Wirkung basiert auf der Hemmung der Synthese von sehr langkettigen Fettsäuren (VLCFA). Dies stört die Zellteilung und den Aufbau von Kutikula- und Zellmembranen in den meristematischen Geweben der keimenden Unkräuter und Ungräser. Da der Wirkstoff hauptsächlich über die Koleoptile bei Gräsern bzw. das Hypokotyl bei zweikeimblättrigen Unkräutern aufgenommen wird, führt die Blockade der Fettsäuresynthese dazu, dass die Schaderreger bereits vor oder kurz nach dem Auflaufen absterben. Betroffene Pflanzen zeigen typischerweise Wachstumshemmungen, Deformationen der Blätter und ein Ausbleiben des Durchstoßens der Bodenoberfläche.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei schwer bekämpfbaren Ungräsern wie dem Gemeinen Windhalm, nachhaltig vorzubeugen, sollte Boxer stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept eingebunden werden. Da Prosulfocarb (HRAC-Gruppe 15) einen anderen Wirkungsmechanismus als klassische ALS-Hemmer (HRAC-Gruppe 2) oder ACCase-Hemmer (HRAC-Gruppe 1) besitzt, eignet es sich hervorragend für den Wirkstoffwechsel. Die Kombination oder der jährliche Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen sichert die langfristige Wirksamkeit dieses wichtigen Bodenherbizids.

Mischbarkeit & Tankmischung

Boxer zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit vielen gängigen Vorauflauf- und frühen Nachauflaufherbiziden aus, was eine gezielte Erweiterung des Wirkungsspektrums ermöglicht. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge von mindestens 200 bis 400 l/ha zu achten, um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens zu gewährleisten. Die Anwendung sollte auf ein feinkrümeliges, gut abgesetztes Saatbett erfolgen; extreme Trockenheit kann die Wirkung mindern, weshalb eine Applikation auf feuchten Boden oder vor angekündigten Niederschlägen optimal ist. Zusätzliche Additive sind in der Regel nicht erforderlich.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Boxer sind die gesetzlichen Vorgaben zum Anwenderschutz strikt einzuhalten, einschließlich des Tragens der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) bei der Handhabung des Konzentrats. Aufgrund der physikalisch-chemischen Eigenschaften von Prosulfocarb ist besonders auf die Vermeidung von Abdrift zu achten, um angrenzende Nichtzielbiotope und Gewässer zu schützen. Es gelten spezifische Abstandsauflagen (z. B. NT-Auflagen zur Abdriftminderung) sowie Gewässerabstände, die je nach Düsenklasse einzuhalten sind. Das Pflanzenschutzmittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras10–123 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras10–123 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0–93 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0–93 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras10–123 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0–93 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras10–123 LITER_PER_HECTARE
KartoffelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–93 LITER_PER_HECTARE
KartoffelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–153 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0–93 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Boxer im Wintergetreide?

Der beste Zeitpunkt liegt im frühen Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf (BBCH-Stadium 00 bis 15) der Kultur. Optimal ist eine Applikation kurz nach der Saat auf ein feuchtes, feinkrümeliges Saatbett, da der Wirkstoff Prosulfocarb hauptsächlich über den Boden wirkt und Feuchtigkeit für die Aktivierung benötigt.

Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirkung von Boxer?

Als Bodenherbizid benötigt Boxer ausreichend Bodenfeuchtigkeit, damit der Wirkstoff im Bodenwasser gelöst und von den keimenden Unkräutern aufgenommen werden kann. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert oder vermindert sein; eine Behandlung kurz vor angekündigten Niederschlägen optimiert das Ergebnis deutlich.

Warum ist Boxer ein wichtiger Baustein im Resistenzmanagement gegen Windhalm?

Prosulfocarb gehört zur HRAC-Gruppe 15. Da in vielen Regionen bereits Resistenzen von Windhalm gegen ALS-Hemmer (Gruppe 2) und ACCase-Hemmer (Gruppe 1) vorliegen, bietet Boxer mit seinem alternativen Wirkungsmechanismus eine hochwirksame Möglichkeit, diese resistenten Biotypen erfolgreich zu kontrollieren und die Ausbreitung zu verhindern.

Was muss bezüglich der Abdriftminderung bei der Ausbringung von Boxer beachtet werden?

Aufgrund der Neigung zur Verflüchtigung und Abdrift müssen strenge Anwendungsbestimmungen eingehalten werden. Dazu gehört die Verwendung von verlustmindernder Technik (z. B. mindestens 90 % Abdriftminderung) und die Einhaltung von maximalen Windgeschwindigkeiten sowie spezifischen Temperaturvorgaben während der Applikation, um Schäden an Nachbarkulturen zu vermeiden.

Kann Boxer auch in Kartoffeln eingesetzt werden und worauf ist dabei zu achten?

Ja, Boxer ist in Kartoffeln zugelassen. Die Anwendung erfolgt im Vorauflauf nach dem Dammaufbau und dem Absetzen der Dämme. Wichtig ist, dass die Kartoffelkeime noch sicher unter der Erde liegen, um phytotoxische Schäden an den austreibenden Trieben zu vermeiden.

Wie verhält sich Boxer bezüglich der Nachbauverpflichtungen oder Einschränkungen für Folgekulturen?

Nach dem regulären Einsatz von Boxer im Herbst oder Frühjahr können im Rahmen der normalen Fruchtfolge übliche Folgekulturen angebaut werden. Sollte es zu einem vorzeitigen Umbruch der Kultur kommen, sind die spezifischen Hinweise der Gebrauchsanleitung bezüglich der Bodenbearbeitung (z. B. tiefes Pflügen) und geeigneter Ersatzkulturen strikt zu beachten.