CALIZI
CALIZI ist ein hochwirksames, breit wirksames Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide (Weizen, Gerste), Raps und Kartoffeln. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, basiert das Pflanzenschutzmittel auf dem bewährten Wirkstoff Azoxystrobin (250 g/l), der sich durch hervorragende systemische und translaminare Eigenschaften auszeichnet.
Das Produkt schützt die Kulturen zuverlässig vor ertragsmindernden Schaderregern wie Rostpilzen (Gelb-, Braun- und Zwergrost), Septoria nodorum, Rhynchosporium secalis sowie Alternaria-Arten und der gefürchteten Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum) im Raps. Neben der direkten fungiziden Wirkung trägt CALIZI durch den bekannten "Greening-Effekt" zur Vitalisierung der Kulturen bei, was die Stresstoleranz erhöht und die Ertragsbildung positiv beeinflusst.
Durch die flexible Anwendung im BBCH-Bereich von 31 bis 69 lässt sich CALIZI optimal in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren. Es bietet sowohl vorbeugenden Schutz als auch kurative Ansätze in der frühen Infektionsphase, wodurch es zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen, qualitätsorientierten Ackerbau wird.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in CALIZI enthaltene Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur chemischen Klasse der Strobilurine und ist in die FRAC-Gruppe 11 (QoI-Inhibitoren) eingestuft. Die biochemische Wirkung beruht auf der Blockade des Elektronentransports in der Atmungskette der Mitochondrien der Pilzzellen (am Cytochrom-bc1-Komplex). Dies führt zu einem raschen Erliegen der Energieversorgung (ATP-Synthese) des Schaderregers. Azoxystrobin wirkt primär protektiv, indem es die Sporenkeimung und das frühe Myzelwachstum der Pilze unterbindet. Dank seiner translaminaren und systemischen Verteilung im Pflanzengewebe wird der Wirkstoff nach der Applikation über den Saftstrom akropetal (nach oben) transportiert. Dadurch werden auch neu zuwachsende Pflanzenteile sowie die Blattunterseiten effektiv geschützt.
Resistenzmanagement
Da Strobilurine (FRAC-Gruppe 11) aufgrund ihres spezifischen Wirkungsmechanismus ein hohes Risiko für Resistenzentwicklungen aufweisen, ist ein konsequentes Resistenzmanagement zwingend erforderlich. CALIZI sollte daher im Rahmen der Spritzfolge stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (z. B. Triazolen/DMI oder SDHI) eingesetzt werden. Zudem empfiehlt sich bei hohem Befallsdruck die Kombination mit Partnern, die über einen anderen, idealerweise multisite-basierten Wirkungsmechanismus verfügen, um die Selektion resistenter Pilzstämme nachhaltig zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
CALIZI zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit den meisten gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zu achten, um eine homogene Benetzung der Kulturen zu gewährleisten. Vor dem Ansetzen größerer Mengen wird ein physikalischer Mischbarkeitstest im kleinen Maßstab empfohlen. Die Zugabe von Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, kann jedoch unter extrem trockenen Bedingungen die Wirkstoffaufnahme optimieren. Mischungen sollten stets zügig ausgebracht und nicht über Nacht in der Spritze belassen werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit CALIZI ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, strikt einzuhalten. Der Wirkstoff Azoxystrobin ist als giftig für Wasserorganismen eingestuft, weshalb die gesetzlichen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) unbedingt zu beachten sind. Hinsichtlich der Bienentoxizität ist das Pflanzenschutzmittel bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, was eine flexible Terminierung der Behandlungen auch während des Bienenflugs ermöglicht.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterweichweizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 31–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Septoria nodorum | 31–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Septoria nodorum | 31–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Raps | Alternaria Arten (Alternaria sp.) | 60–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Kartoffel | Rhizoctonia solani | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Zwergrost (Puccinia hordei) | 31–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Kartoffel | Colletotrichum coccodes | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Raps | Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum) | 60–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Winterweichweizen | Alternaria Arten (Alternaria sp.) | 31–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Cladosporium-Arten | 31–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Rhynchosporium secalis | 31–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterweichweizen | Cladosporium-Arten | 31–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 31–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 31–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Alternaria Arten (Alternaria sp.) | 31–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 31–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Weißstängeligkeit (Sclerotinia) im Raps mit CALIZI?
Die Bekämpfung von Sclerotinia sclerotiorum erfolgt optimalerweise während der Vollblüte des Rapses (BBCH 61 bis 65). Zu diesem Zeitpunkt fallen die ersten Blütenblätter ab und bleiben in den Blattachseln hängen, was dem Pilz als Nährboden dient. Eine vorbeugende Behandlung mit CALIZI schützt die Kultur in dieser kritischen Phase effektiv vor dem Eindringen des Myzels.
Wie unterstützt der "Greening-Effekt" von CALIZI die Ertragsbildung im Getreide?
Neben der direkten Pilzbekämpfung verzögert Azoxystrobin den natürlichen Alterungsprozess (Seneszenz) der Blätter. Die Kulturen bleiben länger grün, was die Photosyntheseaktivität verlängert. Dies führt insbesondere in der Kornfüllungsphase zu einer besseren Ausnutzung von Wasser und Nährstoffen, was sich positiv auf das Tausendkorngewicht (TKG) auswirkt.
Kann CALIZI auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr eingesetzt werden?
Ja, die Wirkung von CALIZI ist weitgehend temperaturunabhängig. Da der Wirkstoff jedoch systemisch aufgenommen wird, ist eine aktive Stoffwechselaktivität der Kultur von Vorteil. Für eine optimale Aufnahme und Verteilung im Blattgewebe sind Temperaturen ab ca. 8–10 °C bei wüchsigem Wetter ideal.
Welche Rolle spielt CALIZI bei der Bekämpfung von Rhizoctonia solani in Kartoffeln?
CALIZI kann zur Bekämpfung von Rhizoctonia solani (Auflaufkrankheit/Dürrfleckenkrankheit) eingesetzt werden. Hierbei schützt der Wirkstoff die keimenden Knollen und jungen Triebe vor dem Befall aus dem Boden, was zu einem gleichmäßigeren Feldaufgang und einer besseren Knollenqualität (Vermeidung von "Dry Core" und Pockenkrankheit) führt.
Wie lässt sich das Resistenzrisiko bei wiederholter Anwendung von CALIZI minimieren?
Um Resistenzen vorzubeugen, sollte die Anzahl der Behandlungen mit Strobilurinen pro Saison streng begrenzt werden (maximal 1 bis 2 Anwendungen je nach Kultur). Kombinieren Sie CALIZI idealerweise mit einem Partnerfungizid aus einer anderen Wirkstoffgruppe (z. B. Triazole) oder wechseln Sie in der Spritzfolge konsequent auf Produkte mit abweichendem Wirkungsmechanismus.
Wie verhält sich CALIZI bei plötzlichem Regen kurz nach der Applikation?
CALIZI ist nach dem Antrocknen des Spritzbelags auf der Blattoberfläche sehr regenfest. In der Regel ist der Wirkstoff bereits nach ca. 1 bis 2 Stunden so weit in die Wachsschicht der Blätter eingedrungen, dass nachfolgende Niederschläge die Wirksamkeit nicht mehr signifikant beeinträchtigen.