Callisto
Callisto von Syngenta ist ein bewährtes, selektives Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern. Als flüssiges Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, hat sich dieses Pflanzenschutzmittel als Standardlösung in verschiedenen landwirtschaftlichen Kulturen wie Mais (ZEAMX), Schlafmohn (PAPSO), Chinaschilf (MISSS) und Lein (LIUUT) etabliert. Es bietet eine hervorragende Flexibilität in der Anwendung und zeichnet sich durch eine schnelle Wirkstoffaufnahme aus.
Der enthaltene Wirkstoff Mesotrione sorgt für eine zuverlässige Breitenwirkung gegen wirtschaftlich bedeutende Unkräuter. Durch die Kombination aus Blatt- und Bodenwirkung erfasst das Pflanzenschutzmittel sowohl bereits aufgelaufene Schaderreger als auch nachkeimende Unkrautsamen. Dies sichert den Kulturen einen entscheidenden Wachstumsvorsprung in der kritischen Jugendentwicklung.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Mesotrione gehört zur chemischen Klasse der Triketone und ist als HPPD-Inhibitor in die HRAC-Gruppe 27 eingestuft. Er blockiert gezielt das Enzym p-Hydroxyphenylpyruvat-Dioxygenase (HPPD). Diese Blockade unterbricht die Biosynthese von Plastochinon und in der Folge von Carotinoiden, welche für den Schutz des Chlorophylls vor Photooxidation unerlässlich sind. Ohne diesen Schutzmechanismus führt das Sonnenlicht zur Zerstörung des Chlorophylls in den Unkräutern. Sichtbares Symptom dieser Wirkung ist ein charakteristisches, intensives Ausbleichen (Bleaching) der Triebspitzen und Blätter innerhalb weniger Tage nach der Behandlung, gefolgt von der vollständigen Nekrose und dem Absterben der Schaderreger.
Resistenzmanagement
Zur Vermeidung von Resistenzbildungen bei einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sollte Callisto stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel mit Herbiziden, die über andere Wirkungsmechanismen verfügen (z. B. HRAC-Gruppe 4 oder 15). Zudem empfiehlt sich bei hohem Unkrautdruck oder zur Absicherung der Wirkung eine gezielte Kombination mit geeigneten Mischungspartnern, um den Selektionsdruck auf den einzelnen Wirkstoff zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Callisto zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit vielen gängigen Herbiziden und flüssigen Blattdüngern aus. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung zu achten. Die Zugabe von geeigneten Additiven (Adjuvantien) kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme insbesondere unter trockenen Witterungsbedingungen optimieren. Vor dem Ansetzen größerer Mengen wird ein physischer Mischbarkeitstest im Kleinen empfohlen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Callisto ist bezüglich des Schutzes von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen mit entsprechenden Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungsklassen belegt, die strikt einzuhalten sind. Der Wirkstoff ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte die Anwendung zum Schutz von Bestäubern außerhalb des aktiven Bienenflugs erfolgen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Lein | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Miscanthus | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–16 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Mais | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–18 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Mohn | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 16–31 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Callisto im Nachauflauf?
Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn sich die einjährigen zweikeimblättrigen Unkräuter im frühen Stadium (Keimblatt- bis maximal 4-Blatt-Stadium) befinden und aktiv wachsen. Zu diesem Zeitpunkt ist die Wirkstoffaufnahme über das Blatt am effizientesten.
Wie wirkt sich die Witterung auf die Effektivität von Callisto aus?
Warmes, wüchsiges Wetter mit ausreichender Luftfeuchtigkeit beschleunigt die Wirkstoffaufnahme und den Transport in der Pflanze, was zu einem schnelleren Wirkungseintritt führt. Bei extremer Trockenheit oder starker Hitze sollte die Behandlung in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden.
Warum zeigt sich nach der Anwendung eine weiße Verfärbung an den Unkräutern?
Das sogenannte "Bleaching" (Ausbleichen) ist das typische Symptom für die Wirkung von Mesotrione (HRAC-Gruppe 27). Durch die Hemmung der Carotinoidsynthese wird das Chlorophyll durch Sonnenlicht zerstört, was zum Absterben des Unkrauts führt.
Kann Callisto auch bei niedrigen Temperaturen eingesetzt werden?
Eine Anwendung ist ab Temperaturen von ca. 8–10 °C möglich, sofern die Unkräuter aktiv wachsen. Bei Frostgefahr oder stark geschwächten Kulturpflanzenbeständen sollte von einer Behandlung abgesehen werden, um phytotoxische Effekte zu vermeiden.
Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung des Mittels?
Da Callisto neben der Blattwirkung auch eine ausgeprägte Bodenwirkung besitzt, begünstigt eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit das Auflösen und die Verteilung des Wirkstoffs im oberen Bodenhorizont. Dies verhindert effektiv das spätere Auflaufen nachkeimender Unkräuter.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kultur?
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