Carnadine
Carnadine ist ein hochwirksames, systemisches Insektizid von Nufarm Deutschland GmbH, das speziell für den Schutz wichtiger landwirtschaftlicher Kulturen wie Raps und Getreide entwickelt wurde. Als flüssige Formulierung (lösliches Konzentrat, SL) zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Handhabung und schnelle Wirkstoffaufnahme aus. Es bietet eine zuverlässige Lösung zur Kontrolle saugender und beißender Schaderreger, die erhebliche Ertragseinbußen verursachen können.
Der Fokus der Zulassung liegt auf der Bekämpfung von Rapserdflohbefall im Raps sowie von Blattläusen in verschiedenen Getreidearten (wie Winterweizen, Wintergerste, Sommergerste, Winterroggen und Triticale). Dank seiner systemischen Eigenschaften verteilt sich der Wirkstoff schnell in der Kultur und schützt so auch den Neuzuwachs effektiv vor versteckt sitzenden Schaderregern.
Durch die Kombination aus schneller Kontaktwirkung und langanhaltender systemischer Dauerwirkung sichert Carnadine die Vitalität deiner Bestände in kritischen Entwicklungsphasen. Es ist ein unverzichtbarer Baustein im modernen, integrierten Pflanzenschutz, um die Ertragsleistung und Qualität deiner Ernte abzusichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Carnadine enthaltene Wirkstoff Acetamiprid gehört zur chemischen Klasse der Neonicotinoide und ist in die IRAC-Gruppe 4A eingestuft. Er wirkt als Agonist an den postsynaptischen nikotinischen Acetylcholinrezeptoren (nAChR) des Nervensystems der Schaderreger. Indem Acetamiprid die Wirkung des natürlichen Neurotransmitters Acetylcholin imitiert, hält es die Ionenkanäle geöffnet und führt zu einer dauerhaften Übererregung der Nervenbahnen. Dies äußert sich in unkontrollierten Krämpfen, gefolgt von einer schnellen Paralyse und dem anschließenden Absterben der Schädlinge. Nach der Anwendung dringt der Wirkstoff rasch translaminar und systemisch in das Blattgewebe ein. Er wird mit dem Saftstrom akropetal (nach oben) in der Kultur verteilt. Dadurch werden auch saugende Schaderreger auf den Blattunterseiten sowie im Neuzuwachs zuverlässig erfasst, selbst wenn sie bei der Spritzung nicht direkt vom Spritzstrahl getroffen wurden.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzbildung bei den Zielschädlingen, insbesondere beim Rapserdfloh und verschiedenen Blattlausarten, wirksam vorzubeugen, solltest du Carnadine stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Dies bedeutet, dass du Behandlungen mit diesem Wirkstoff aus der IRAC-Gruppe 4A konsequent mit Insektiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. Pyrethroiden der IRAC-Gruppe 3A) abwechselst. Vermeide aufeinanderfolgende Anwendungen desselben Wirkmechanismus in derselben Saison und nutze Schadschwellenentscheidungen, um den Selektionsdruck so gering wie möglich zu halten.
Mischbarkeit & Tankmischung
Carnadine ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden, Herbiziden und Blattdüngern mischbar. Bei der Herstellung von Tankmischungen empfiehlt es sich jedoch, vorab stets eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extrem hartes oder stark alkalisches Wasser, da dies die Stabilität des Wirkstoffs beeinträchtigen kann. Die Zugabe von geeigneten Formulierungshilfsmitteln (Adjuvantien) kann die Benetzung und das Eindringverhalten auf wachshaltigen Blattoberflächen, wie sie bei Raps und Getreide vorkommen, optimieren.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Carnadine ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Zum Schutz von Nichtzielorganismen und der Umwelt sind die allgemeinen Abstands- und Abschwemmauflagen zu Gewässern und Saumstrukturen strikt einzuhalten. Da keine spezifische Bienen-Klassifizierung im Datensatz vorliegt, gilt die allgemeine Vorsichtsregel: Vermeide Anwendungen direkt in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind. Verlege notwendige Behandlungen bevorzugt in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist, um Risiken für Bestäuber zu minimieren.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterraps | Rapserdfloh | 11–19 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Winterroggen | Blattläuse | 21–75 | 0.15 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Wintertriticale | Blattläuse | 21–75 | 0.15 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Winterweichweizen | Blattläuse | 21–75 | 0.15 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Sommergerste | Blattläuse | 30–69 | 0.15 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Wintergerste | Blattläuse | 21–75 | 0.15 LITER_PER_HECTARE | 28T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen den Rapserdfloh?
Du solltest die Bestände ab dem Auflaufen (BBCH 11) regelmäßig mit Gelbschalen überwachen. Sobald die regionalen Schadschwellen für den Rapserdfloh überschritten sind oder starker Lochfraß an den Keim- und Laubblättern sichtbar wird, ist eine zeitnahe Behandlung mit Carnadine ratsam, um den Hauptschaden im frühen Jugendstadium abzuwenden.
Warum ist die systemische Wirkung von Carnadine bei Blattläusen so wichtig?
Blattläuse sitzen oft gut geschützt auf den Blattunterseiten oder in den Blattscheiden des Getreides. Da Carnadine systemisch in der Kultur transportiert wird, nimmt der Schädling den Wirkstoff beim Saugen am Pflanzensaft auf. So erreichst du auch versteckte Populationen, die vom Spritzstrahl nicht direkt getroffen wurden.
Kann ich Carnadine auch bei kühleren Temperaturen im Herbst anwenden?
Ja, der Wirkstoff Acetamiprid zeichnet sich im Vergleich zu einigen anderen Insektizidklassen durch eine gute Temperaturunabhängigkeit aus. Er wirkt auch bei kühleren Herbsttemperaturen zuverlässig, was besonders für die Bekämpfung des Rapserdflohs und der herbstlichen Blattläuse im Getreide von großem Vorteil ist.
Wie verhalte ich mich bezüglich der Wartezeit vor der Ernte?
Für Carnadine ist eine gesetzliche Wartezeit von 28 Tagen festgesetzt. Du musst also sicherstellen, dass zwischen der letzten Anwendung des Pflanzenschutzmittels und dem geplanten Erntetermin der jeweiligen Kultur mindestens dieser Zeitraum liegt, um Rückstände im Erntegut sicher auszuschließen.
Wie finde ich heraus, ob Carnadine für meine spezifische Getreideart zugelassen ist?
Carnadine ist für wichtige Getreidekulturen wie Winterweizen, Wintergerste, Sommergerste, Winterroggen und Triticale zugelassen. Du kannst die genauen Zulassungsdetails und Aufwandmengen für deine Kultur jederzeit direkt hier auf der Plattform im Bereich der registrierten Anwendungen einsehen.
Was muss ich bei der Applikationstechnik beachten, um Abdrift zu vermeiden?
Verwende für die Ausbringung stets abdriftmindernde Düsen, die für die jeweilige Kultur und Anwendungssituation zugelassen sind. Achte zudem auf eine moderate Fahrgeschwindigkeit und spritze nur bei Windgeschwindigkeiten unter 5 m/s, um die Umweltauflagen einzuhalten und eine optimale Benetzung der Kultur zu garantieren.