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OTHER · ISK Biosciences Europe N.V.

Chikara

BVL Zul.-Nr. 034837-00

Chikara ist ein hochwirksames, boden- und blattaktives Herbizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Unkräutern und Ungräsern. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG) basiert das Pflanzenschutzmittel auf dem bewährten Wirkstoff Flazasulfuron. Es hat sich insbesondere im Weinbau sowie auf ausgewählten Nichtkulturland-Flächen als Standardlösung für die langanhaltende Sauberhaltung von Unterstockbereichen und Freiflächen etabliert.

Das Spektrum erfasst zuverlässig einjährige einkeimblättrige und zweikeimblättrige Unkräuter sowie schwer bekämpfbare ausdauernde Arten wie den Acker-Schachtelhalm. Durch die Kombination aus schneller Blattwirkung und einer ausgeprägten, monatelangen Bodenwirkung verhindert Chikara sowohl den bestehenden Bewuchs als auch das spätere Auflaufen von Unkrautsamen, was die Anzahl der notwendigen Folgebehandlungen in der Kultur drastisch reduziert.

Wirkstoffe

Flazasulfuron
250 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Chikara enthaltene Wirkstoff Flazasulfuron gehört zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe und ist im HRAC-System in die Gruppe 2 (ehemals Gruppe B) eingestuft. Er wirkt als potenter Inhibitor des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist im pflanzlichen Stoffwechsel für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin verantwortlich. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die Blätter und das Wurzelsystem der Schaderreger aufgenommen und systemisch in die Bildungsgewebe (Meristeme) transportiert. Ein unmittelbarer Wachstumsstopp ist die Folge. In den darauffolgenden Tagen und Wochen zeigen sich deutliche Chlorosen und Nekrosen an den Triebspitzen, die schließlich zum vollständigen Absterben der behandelten Unkräuter führen.

Resistenzmanagement

Um einer Selektion resistenter Biotypen gegenüber ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2) vorzubeugen, muss Chikara stets in ein vorausschauendes Antiresistenzmanagement integriert werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel mit Herbiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. HRAC-Gruppe 9 oder 15) innerhalb der Fruchtfolge oder der Saison sowie die Kombination mit mechanischen Pflegemaßnahmen. Eine wiederholte, alleinige Anwendung von Sulfonylharnstoffen auf derselben Fläche ist zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Chikara zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Kontaktherbiziden aus, um beispielsweise bei starkem Ausgangsbewuchs eine schnellere Initialwirkung zu erzielen. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist der Tank zunächst mit der Hälfte der benötigten Wassermenge zu befüllen, Chikara unter ständigem Rühren vollständig aufzulösen und erst danach der Mischpartner hinzuzugeben. Die Verwendung von zugelassenen Netzmitteln kann die Wirkstoffaufnahme über das Blatt unter trockenen Bedingungen optimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Chikara sind die gesetzlich vorgeschriebenen Auflagen zum Anwenderschutz, einschließlich des Tragens von Standard-Schutzkleidung und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, strikt einzuhalten. Aufgrund der hohen Aktivität des Wirkstoffs auf terrestrische Nichtzielpflanzen müssen Abdriften auf angrenzende Flächen durch den Einsatz driftreduzierender Technik minimiert werden. Zum Schutz von Gewässerorganismen sind die vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern exakt zu beachten. Das Mittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
NadelholzEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.2 KILOGRAM_PER_HECTARE
ZierkoniferenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.2 KILOGRAM_PER_HECTARE
WeinrebeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter7–99200 GRAM_PER_HECTARE90T
ZierkoniferenAcker-Schachtelhalm0.06 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Chikara im Weinbau?

Die Anwendung erfolgt am besten im zeitigen Frühjahr ab dem BBCH-Stadium 07 (Ausbrechen der Knospen) bis zum Beginn der Blüte. Zu diesem Zeitpunkt sind die Unkräuter im aktiven Wachstum, was die Aufnahme über das Blatt begünstigt, während gleichzeitig genügend Bodenfeuchtigkeit für die Aktivierung der langanhaltenden Bodenwirkung vorhanden ist.

Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirksamkeit des Produkts?

Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Applikation oder kurz danach ist essenziell für die Entfaltung der vollen Bodenwirkung. Der Wirkstoff Flazasulfuron muss im Boden gelöst werden, um von den Wurzeln der keimenden Schaderreger aufgenommen werden zu können. Bei extremer Trockenheit kann die Dauerwirkung verzögert eintreten.

Darf Chikara in frisch gepflanzten Junganlagen im Weinbau eingesetzt werden?

Nein, um phytotoxische Schäden an den empfindlichen Wurzeln und noch nicht verholzten Stammteilen zu vermeiden, sollte Chikara erst in etablierten Weinbergen (in der Regel ab dem 3. oder 4. Standjahr) angewendet werden. Achten Sie darauf, dass die Reben gut angewachsen sind und keine grünen Pflanzenteile direkt von der Spritzbrühe getroffen werden.

Welche rechtlichen Vorgaben gelten für die Anwendung auf Nichtkulturland?

Die Anwendung auf Nichtkulturland (z. B. Gleisanlagen, Wege und Plätze) ist in Deutschland streng reglementiert und bedarf einer Ausnahmegenehmigung nach § 22 Abs. 2 Pflanzenschutzgesetz. Es muss sichergestellt sein, dass kein Risiko des Eintrags in die Kanalisation oder in Oberflächengewässer durch Abschwemmung besteht.

Wie lange hält die herbizide Wirkung von Chikara nach der Spritzung an?

Je nach Bodenart, Niederschlagsverteilung und Unkrautdruck hält die Depotwirkung im Boden in der Regel zwischen 3 und 5 Monaten an. Diese langanhaltende Wirkung verhindert effektiv das Auflaufen nachfolgender Unkrautwellen über einen Großteil der Vegetationsperiode hinweg.

Wie kann das Risiko von Abdriftschäden auf benachbarte Kulturen minimiert werden?

Es sollten ausschließlich vom BVL anerkannte, driftreduzierende Düsen (mindestens 90 % Driftminderungsklasse) bei einem niedrigen Arbeitsdruck verwendet werden. Zudem darf die Applikation nur bei Windgeschwindigkeiten unter 3 m/s und unter Vermeidung von Thermik erfolgen, um empfindliche Nachbarkulturen vor Wirkstoffdriften zu schützen.