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Kulturgruppe

Zierkoniferen

6 Mitgliedskulturen
NNNZC

Die BVL-Kulturgruppe „Zierkoniferen“ (Gruppe NNNZC) bündelt wichtige Nadelgehölze, die im Garten- und Landschaftsbau, in Baumschulen sowie im Forst- und Zierpflanzenbereich eine zentrale Rolle spielen. Zu den in dieser Gruppe zusammengefassten Kulturen gehören unter anderem Douglasie (Pseudotsuga menziesii), Fichte (Picea sp.), Kiefer (Pinus sp.), Lärche (Larix sp.), Tanne (Abies sp.) und Thuja occidentalis. Diese Gruppierung ist pflanzenschutzrechtlich von großer Bedeutung, da diese holzigen Kulturen ähnliche physiologische Eigenschaften und Wachstumsbedingungen teilen.

Die Zusammenfassung unter dem Begriff „Zierkoniferen“ erleichtert die Zulassung und Anwendung von Pflanzenschutzmitteln erheblich. Da diese Nadelgehölze oft mit vergleichbaren Schaderregern konfrontiert sind und eine ähnliche Toleranz gegenüber bestimmten Wirkstoffen aufweisen, ermöglicht die BVL-Gruppierung eine effiziente Übertragung von Zulassungen (Indikationszulassungen) auf alle Gruppenmitglieder. Dies schließt wichtige Lücken im Pflanzenschutz, besonders bei Nischenkulturen innerhalb der Baumschulproduktion.

Pflanzenschutz auf Gruppenebene

Beim integrierten Pflanzenschutz in Zierkoniferen steht die Gesunderhaltung der Kulturen durch vorbeugende Maßnahmen im Vordergrund. Da Koniferen oft über viele Jahre am selben Standort verbleiben, spielen standortgerechte Bedingungen und die Vermeidung von Staunässe eine entscheidende Rolle, um bodenbürtige Schaderreger zu minimieren. Ein besonderer Fokus liegt auf der Unkrautregulierung in Junganlagen, wo hartnäckige Schaderreger wie die Gemeine Quecke (*Elymus repens*) oder der Acker-Schachtelhalm (*Equisetum arvense*) eine starke Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe darstellen. Hier kommen gezielte Herbizidanwendungen zum Einsatz, die exakt auf die Verträglichkeit der jeweiligen Nadelgehölze abgestimmt sein müssen. Um Resistenzen vorzubeugen, ist ein konsequentes Wirkstoffmanagement nach den Richtlinien von HRAC, IRAC und FRAC unerlässlich. Bei chemischen Behandlungen solltest du unbedingt auf den regelmäßigen Wechsel von Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen achten. Da Koniferen oft eine langsame Jugendentwicklung aufweisen, ist der Schutz vor Verunkrautung in den ersten Standjahren kritisch; spätere Behandlungen konzentrieren sich meist auf spezifische Pilzerkrankungen oder Schadinsekten, wobei stets das jeweilige BBCH-Stadium der Kultur und die einzuhaltenden Wartezeiten berücksichtigt werden müssen.

Kulturen in dieser Gruppe

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie erkennst du, ob ein Pflanzenschutzmittel für alle Zierkoniferen zugelassen ist?

Wenn ein Pflanzenschutzmittel vom BVL explizit für die Gruppe „Zierkoniferen“ (NNNZC) zugelassen ist, darfst du es auf allen in dieser Gruppe gelisteten Kulturen wie Fichte, Kiefer, Tanne oder Thuja anwenden. Achte jedoch immer auf die spezifischen Anwendungsbestimmungen und eventuelle Sorten- oder Kultur-Einschränkungen in der Gebrauchsanleitung, da manche Nadelgehölze empfindlicher auf bestimmte Formulierungshilfsstoffe reagieren können.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Bekämpfung von Problemunkräutern in Zierkoniferen?

Die Regulierung von ausdauernden Schaderregern wie *Elymus repens* (Gemeine Quecke) oder *Equisetum arvense* (Acker-Schachtelhalm) sollte idealerweise im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb der Koniferen oder im Spätherbst nach dem Abschluss des Triebwachstums erfolgen. In diesen Phasen ist die Selektivität der Herbizide für die Kulturen am höchsten, und das Risiko von Phytotoxizität an den jungen, weichen Nadeln wird minimiert.

Wie vermeidest du Herbizidresistenzen bei der Unkrautbekämpfung in deinen Beständen?

Setze auf ein konsequentes HRAC-Wirkstoffmanagement. Das bedeutet, dass du nicht wiederholt Herbizide aus derselben Wirkstoffklasse anwenden solltest. Kombiniere mechanische Maßnahmen wie das Mulchen oder Hacken im Zwischenreihenbereich mit dem gezielten Einsatz von Herbiziden unterschiedlicher Wirkmechanismen, um den Selektionsdruck auf Unkräuter zu minimieren.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln?

Das BBCH-Stadium ist entscheidend für die Verträglichkeit und Wirksamkeit. Während des empfindlichen Austriebs (oft BBCH 10 bis 19) solltest du mit chemischen Behandlungen besonders vorsichtig sein, da junge Nadeln leicht verbrennen können. Spätere Behandlungen zur Holzreife oder in der vegetationsfreien Zeit sind meist deutlich verträglicher für die Kulturen.

What musst du bei der Applikation von Pflanzenschutzmitteln in gemischten Koniferenbeständen beachten?

Da Zierkoniferen oft sehr dichte Kronen und unterschiedliche Wuchsformen aufweisen, ist eine hohe Benetzungsqualität entscheidend. Verwende abdriftmindernde Düsen und passe die Wassermenge so an, dass auch das Innere der Pflanzen gut erreicht wird, ohne dass es zu übermäßigem Abtropfen kommt. Achte zudem darauf, dass benachbarte, empfindlichere Kulturen nicht durch Abdrift getroffen werden.