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OTHER · BASF SE

Comet

BVL Zul.-Nr. 007643-00

Comet ist ein etabliertes, hochwirksames Fungizid von BASF, das auf dem bewährten Wirkstoff Pyraclostrobin basiert. Als flüssiges Emulsionskonzentrat (EC) formuliert, hat es sich im professionellen Getreideanbau als Standardlösung zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten etabliert. Das Pflanzenschutzmittel zeichnet sich durch eine hervorragende systemische und translaminare Verteilung in den behandelten Kulturen aus.

Das Zulassungsspektrum umfasst die bedeutendsten Getreidearten wie Weichweizen, Gerste, Roggen und Triticale. Hier bietet Comet einen zuverlässigen Schutz gegen ertragsmindernde Schaderreger wie Gelbrost, Braunrost, Zwergrost, Netzflecken und die DTR-Blattdürre. Ein besonderer Zusatznutzen liegt in der nachgewiesenen Minderung von nichtparasitären Blattflecken (physiologischen Blattflecken), die häufig durch oxidativen Stress oder intensive Sonneneinstrahlung ausgelöst werden.

Neben der reinen fungiziden Wirkung fördert Comet durch physiologische Effekte die Vitalität der Kulturen. Dies äußert sich in einer verbesserten Photosyntheseleistung, einer gesteigerten Toleranz gegenüber abiotischem Stress wie Trockenheit oder Hitze sowie einer verzögerten Seneszenz (Grüneffekt), was direkt zur Absicherung des Ertragspotenzials und der Kornqualität beiträgt.

Wirkstoffe

Pyraclostrobin
200 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Pyraclostrobin gehört zur chemischen Klasse der Strobilurine und ist im FRAC-Code der Gruppe 11 (QoI-Inhibitoren) zugeordnet. Die biochemische Wirkung beruht auf der Blockade des Elektronentransports in den Mitochondrien der Pilzzellen am Cytochrom-bc1-Komplex (Komplex III). Dadurch wird die ATP-Synthese unterbunden, was zum raschen Energiemangel und letztlich zum Absterben des Schaderregers führt. Pyraclostrobin wirkt stark protektiv, indem es das Auskeimen der Sporen und das Wachstum des Keimschlauchs auf der Blattoberfläche verhindert. Durch die ausgeprägte translaminare und lokal-systemische Verteilung werden auch tiefer liegende Gewebeschichten geschützt und bereits im Gewebe beginnende Infektionen effektiv gestoppt (kurative Wirkung im frühen Stadium).

Resistenzmanagement

Da Strobilurine (FRAC-Gruppe 11) aufgrund ihres spezifischen Wirkungsmechanismus ein hohes Risiko für Resistenzentwicklungen aufweisen, ist ein konsequentes Antiresistenzmanagement unerlässlich. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison darf nicht überschritten werden. Comet sollte stets in Kombination oder im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen eingesetzt werden, die einen unterschiedlichen Wirkungsmechanismus besitzen – wie beispielsweise Triazole (DMI, FRAC 3) oder Carboxamide (SDHI, FRAC 7). Dies sichert die langfristige Wirksamkeit des Wirkstoffs gegen kritische Schaderreger wie Netzflecken oder DTR-Blattdürre.

Mischbarkeit & Tankmischung

Comet zeichnet sich durch eine sehr gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Pflanzenschutzmitteln aus. Mischungen mit Triazolen oder SDHI-Fungiziden sind im Getreidebau gängige Praxis, um das Wirkungsspektrum zu erweitern und Resistenzen vorzubeugen. Auch die Kombination mit Wachstumsreglern, Herbiziden oder flüssigen Blattdüngern ist in der Regel problemlos möglich. Es wird empfohlen, stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner zu beachten, eine ausreichende Wassermenge (mindestens 150–200 l/ha) zu verwenden und die Spritzbrühe unmittelbar nach dem Ansetzen unter ständigem Rühren auszubringen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Comet ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Der Wirkstoff Pyraclostrobin ist als umweltgefährlich eingestuft und weist eine hohe Toxizität gegenüber aquatischen Organismen auf. Daher sind die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die Einhaltung von Abdriftminderungsklassen strikt zu beachten. Bezüglich der Bienengefährdung ist das Pflanzenschutzmittel bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, weshalb ein Einsatz auch in blühende Bestände hinein möglich ist.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
WeizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
GersteBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
GersteMinderung nichtparasitärer Blattflecken32–611.25 LITER_PER_HECTARE
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)25–691.25 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)25–691.25 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)25–691.25 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
RoggenBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Comet im Getreide?

Der optimale Anwendungszeitpunkt richtet sich nach dem Auftreten der ersten Infektionsanzeichen bzw. den Warndienstaufrufen der Pflanzenschutzdienste. Häufig erfolgt der Einsatz in der ertragsentscheidenden Phase zwischen den BBCH-Stadien 31 (Schossen) und 61 (Beginn der Blüte), um das Fahnenblatt und die oberen Blattetagen gesund zu erhalten.

Wie wirkt sich der physiologische Effekt von Comet konkret auf die Kultur aus?

Neben der reinen Pilzbekämpfung beeinflusst der Wirkstoff Pyraclostrobin den Hormonhaushalt der Kultur positiv, indem er die pflanzeneigene Ethylenbildung hemmt. Dies führt zu einem verzögerten Abbau von Chlorophyll (Grüneffekt), einer verbesserten CO2-Assimilation und einer höheren Toleranz gegenüber Trockenstress, was die Kornfüllungsphase verlängert.

Kann Comet bei starker Sonneneinstrahlung oder Hitze appliziert werden?

Um Spritzschäden (Phytotoxizität) zu vermeiden und eine optimale Aufnahme des Wirkstoffs zu gewährleisten, sollte die Applikation nicht in der prallen Mittagssonne oder bei Temperaturen über 25 °C erfolgen. Die kühleren Morgen- oder Abendstunden sind ideal, da dann auch die Luftfeuchtigkeit höher ist und die Tröpfchen nicht vorzeitig verdunsten.

Warum ist die Minderung nichtparasitärer Blattflecken bei Gerste so wichtig?

Nichtparasitäre Blattflecken (PLS) entstehen durch physiologischen Stress, wie beispielsweise intensive UV-Strahlung oder schnelle Temperaturwechsel. Sie schädigen das Blattgewebe ähnlich wie Pilzkrankheiten und reduzieren die photosynthetisch aktive Fläche. Comet hilft, den oxidativen Stress in den Zellen abzubauen und mindert so das Entstehen dieser Flecken signifikant.

Wie lässt sich Comet am besten in eine Spritzfolge zur Vermeidung von Resistenzen integrieren?

Da Comet einen Wirkstoff aus der Gruppe der Strobilurine (FRAC 11) enthält, sollte es pro Saison maximal ein- bis zweimal eingesetzt werden. Kombinieren Sie Comet in der Tankmischung stets mit einem Partner aus einer anderen Wirkstoffklasse (z. B. einem Triazol oder Carboxamid) oder wechseln Sie bei Folgebehandlungen konsequent auf Produkte mit anderen Wirkmechanismen.

Welche Rolle spielt die Wasserqualität bei der Ausbringung von Comet?

Comet ist als Emulsionskonzentrat formuliert und emulgiert gut in normalem Spritzwasser. Extrem hartes Wasser oder ein sehr hoher pH-Wert können jedoch die Stabilität der Spritzbrühe bei längeren Standzeiten negativ beeinflussen. Es wird empfohlen, die Spritzbrühe zügig nach dem Ansetzen auszubringen und bei Bedarf einen pH-Regulator zuzusetzen.