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OTHER · BASF SE

Conaxis

BVL Zul.-Nr. 00A819-00

Conaxis von BASF ist ein leistungsstarkes Bodenherbizid, das speziell für den Einsatz im Vorauflaufverfahren in verschiedenen zweikeimblättrigen Kulturen wie Raps, Ackerbohnen, Futtererbsen und Sojabohnen entwickelt wurde. Als flüssige Formulierung kombiniert das Pflanzenschutzmittel zwei bewährte Wirkstoffe, um einen sauberen Start der Kulturen zu gewährleisten und die frühe Unkrautkonkurrenz effektiv auszuschalten.

Das Wirkungsspektrum umfasst ein breites Band an wirtschaftlich bedeutenden einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie wichtige Schadgräser wie die Hühnerhirse. Besonders hervorzuheben ist die hervorragende Wirkung gegen Problemunkräuter wie das Acker-Hellerkraut und die Vogel-Sternmiere, die in der frühen Entwicklungsphase der Kulturen oft eine starke Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe darstellen.

Durch die gezielte Anwendung unmittelbar nach der Saat (BBCH 00 bis 09) nutzt Conaxis die Bodenfeuchtigkeit optimal aus, um einen stabilen Herbizidfilm aufzubauen. Dies macht das Produkt zu einem unverzichtbaren Baustein in modernen, anspruchsvollen Ackerbaustrategien zur Absicherung des Ertragspotenzials.

Wirkstoffe

Clomazone
50 g/L · Wirkstoff
Dimethenamid-P
400 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hohe Wirksamkeit von Conaxis basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Der Wirkstoff Clomazone gehört zur HRAC-Gruppe 13 (Hemmung der Carotinoid-Biosynthese). Er wird über die Wurzeln und Sprossachsen der keimenden Unkräuter aufgenommen und führt bei empfindlichen Schaderregern zu einer charakteristischen Aufhellung (Bleaching) und dem anschließenden Absterben der Pflanzen, da der schützende Effekt vor Photooxidation fehlt. Ergänzt wird dies durch Dimethenamid-P, das der HRAC-Gruppe 15 zugeordnet ist. Dieser Wirkstoff hemmt die Biosynthese von sehr langkettigen Fettsäuren (VLCFA), was die Zellteilung und das Streckungswachstum im Keimling empfindlich stört. Da Dimethenamid-P vor allem über die Koleoptile bei Gräsern und die Keimwurzeln bei Unkräutern aufgenommen wird, blockiert es den Auflauf der Schaderreger bereits im frühesten Stadium.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen nachhaltig vorzubeugen, nutzt Conaxis die Kombination zweier unterschiedlicher HRAC-Klassen (Gruppe 13 und 15). Diese duale Wirkungsweise minimiert das Risiko, dass selektierte Biotypen überleben. Landwirte sollten dieses Pflanzenschutzmittel in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden, das einen regelmäßigen Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen in der Fruchtfolge sowie mechanische Unkrautbekämpfungsmaßnahmen vorsieht.

Mischbarkeit & Tankmischung

Conaxis zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit gängigen Vorauflaufpartnern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist stets auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zu achten, um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens zu garantieren. Die Anwendung sollte auf ein feinkrümeliges, gut abgesetztes Saatbett erfolgen; klumpige Bodenoberflächen oder extreme Trockenheit können die Filmverteilung und somit die Wirkung beeinträchtigen. Ein Zusatz von speziellen Bodenhaftmitteln kann bei leichten Böden zur Stabilisierung des Herbizidfilms beitragen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Conaxis sind die vorgeschriebenen persönlichen Schutzmaßnahmen (PSA) wie Schutzanzug und Schutzhandschuhe strikt einzuhalten. Aufgrund der Wirkstoffeigenschaften, insbesondere von Clomazone, sind Abdriften auf benachbarte Flächen und Nichtzielkulturen unbedingt zu vermeiden; hierzu sind abdriftmindernde Düsen und die Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen Abstandsflächen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen zwingend erforderlich. Das Mittel ist als fischgiftig eingestuft, weshalb ein direkter Eintrag in Gewässer absolut zu verhindern ist.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
FuttererbseEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–91.5 LITER_PER_HECTARE
SommerrapsAcker-Hellerkraut, Vogel-Sternmiere0–91.25 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–91.5 LITER_PER_HECTARE
ErbseEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–91.5 LITER_PER_HECTARE
SojabohneHühnerhirse0–91.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–91.25 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Warum ist ein feuchtes Saatbett für die Wirkung von Conaxis so wichtig?

Als reines Bodenherbizid benötigt Conaxis Bodenfeuchtigkeit, damit die Wirkstoffe Clomazone und Dimethenamid-P im Bodenwasser gelöst und von den keimenden Unkräutern und Gräsern über die Wurzeln und Keimscheiden aufgenommen werden können. Bei extremer Trockenheit bleibt die Wirkung unzureichend, bis der nächste Niederschlag fällt.

Bis zu welchem BBCH-Stadium der Kultur kann Conaxis maximal eingesetzt werden?

Die Anwendung muss strikt im Vorauflaufverfahren erfolgen, also nach der Saat, aber noch vor dem Durchstoßen der Erdoberfläche durch die Kultur (BBCH 00 bis 09). Ein späterer Einsatz kann zu erheblichen Phytotox-Schäden an den Kulturen führen, insbesondere durch den Wirkstoff Clomazone.

Welche Rolle spielt die Bodenbeschaffenheit bei der Dosierung von Conaxis?

Auf sehr leichten, sandigen Böden mit geringem Humusgehalt sollte die Aufwandmenge im unteren registrierten Bereich gewählt werden, um das Risiko von Einwaschungen in die Wurzelzone der Kultur zu minimieren. Auf schweren, tonigen oder humusreichen Böden ist hingegen die maximale Aufwandmenge ratsam, da ein Teil der Wirkstoffe an die Bodenkolloide gebunden wird.

Wie verhält es sich mit Nachbau-Einschränkungen nach dem Einsatz von Conaxis?

Aufgrund der Persistenz von Clomazone im Boden müssen bei vorzeitigem Umbruch der Kultur bestimmte Wartezeiten und Bodenbearbeitungsrichtlinien (wie tiefes Pflügen) beachtet werden, bevor empfindliche Folgekulturen wie Getreide oder Rüben eingesät werden. Konsultieren Sie hierzu stets die aktuellen Gebrauchsanleitungen des Herstellers.

Kann Conaxis mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) gemischt werden?

Eine Mischung mit reiner AHL im Vorauflauf ist grundsätzlich möglich, erfordert jedoch äußerste Vorsicht. Da Conaxis im Vorauflauf appliziert wird, besteht bei Starkregen nach der Anwendung die Gefahr, dass die Mischung in den Keimhorizont eingewaschen wird, was zu Keimhemmungen führen kann. Eine Ausbringung in klarem Wasser ist im Zweifel immer die sicherere Variante.