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OTHER · Bayer CropScience Deutschland GmbH

CROTON

BVL Zul.-Nr. 025287-63

CROTON ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von pilzlichen Schaderregern in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide (Weizen, Gerste, Roggen, Triticale) und Raps. Als modernes Fungizid auf Basis des bewährten Wirkstoffs Prothioconazol bietet es sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften. Es schützt die Kulturen zuverlässig vor ertragsmindernden Blatt- und Ährenkrankheiten und sichert somit die Ertragsleistung und Qualität der Ernte.

Die Formulierung als Emulsionskonzentrat gewährleistet eine hervorragende Benetzung der Pflanzenoberfläche sowie eine schnelle Aufnahme des Wirkstoffs in das Pflanzengewebe. Nach der Applikation verteilt sich der Wirkstoff systemisch in der Kultur, wodurch auch Neuzuwachs effektiv geschützt wird. Das breite Wirkungsspektrum umfasst wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie Septoria-Arten, Rostpilze, Netzflecken sowie Fusarium-Arten im Getreide und Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit) im Raps.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in CROTON enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb des FRAC-Codes der Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) zugeordnet. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der C14-Demethylase im Zuge der Ergosterol-Biosynthese der Pilze. Da Ergosterol ein essenzieller Baustein für den Aufbau und Erhalt funktionsfähiger Zellmembranen bei Pilzen ist, führt dieser Mangel zum Zusammenbruch der Membranstruktur und letztlich zum Absterben des Schaderregers. Durch diese gezielte Blockade greift der Wirkstoff aktiv in das Wachstum der Keimschläuche, Appressorien und des Myzels ein. Die ausgeprägte systemische Aktivität sorgt dafür, dass Prothioconazol akropetal – also mit dem Saftstrom nach oben – in der Kultur transportiert wird, was eine langanhaltende Schutzwirkung selbst unter hohem Infektionsdruck garantiert.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung der Schaderreger gegenüber DMI-Fungiziden (FRAC-Gruppe 3) aktiv vorzubeugen, sollte CROTON stets im Rahmen einer integrierten Pflanzenschutzstrategie eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wirkstoffwechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Carboxamiden oder Strobilurinen) in der Spritzfolge. Zudem wird empfohlen, die registrierten Aufwandmengen nicht zu reduzieren, um die Selektion weniger sensitiver Pilzstämme zu vermeiden und die langfristige Wirksamkeit des Wirkstoffs zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

CROTON zeichnet sich durch eine sehr gute Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist darauf zu achten, dass die jeweiligen Gebrauchsanleitungen der Mischpartner strikt eingehalten werden. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme empfiehlt sich die Verwendung von ausreichend Wasser (üblicherweise 200–400 l/ha) sowie die Applikation bei windstillem, wolkigem Wetter oder in den kühleren Morgen- und Abendstunden, um Abdrift und Verdunstungsverluste zu minimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit CROTON ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, zwingend erforderlich. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der aquatischen Umwelt sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (inklusive des Einsatzes abdriftmindernder Technik) strikt einzuhalten. Das Produkt ist bezüglich seiner Bienentoxizität so eingestuft, dass es bei vorschriftsmäßiger Anwendung außerhalb des Bienenflugs oder an blühenden Beständen sicher eingesetzt werden kann; dennoch sollten lokale Anwendungsbestimmungen stets beachtet werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
RoggenRhynchosporium secalis25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenFusarium-Arten61–690.8 LITER_PER_HECTARE
RapsSclerotinia sclerotiorum0.7 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
RoggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)0–320.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria nodorum25–610.8 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
GersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)0–320.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)0–320.8 LITER_PER_HECTARE
GersteRhynchosporium secalis25–610.8 LITER_PER_HECTARE
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)25–610.8 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Fusarium-Arten im Getreide mit CROTON?

Die Bekämpfung von Fusarium-Arten in Weizen und Triticale sollte gezielt während der Blüte (BBCH 61 bis 65) erfolgen. Eine Applikation in diesem engen Zeitfenster schützt die Ähre direkt vor der Infektion, die häufig durch feucht-warme Witterung während der Blüte begünstigt wird, und reduziert gleichzeitig die Belastung des Ernteguts mit Mykotoxinen.

Wie wirkt sich CROTON auf die Bekämpfung von Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum) im Raps aus?

Im Raps wird CROTON primär zur Vollblüte (BBCH 63 bis 65) eingesetzt, um den Befall mit Sclerotinia sclerotiorum zu verhindern. Der Wirkstoff schützt die abfallenden Blütenblätter, die als Nährboden für die Pilzsporen auf den Blattachseln dienen, und verhindert so das Eindringen des Myzels in den Stängel.

Kann CROTON auch bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr eingesetzt werden?

Ja, Prothioconazol besitzt eine gute Kältewirkung und ist bereits ab Temperaturen von etwa 5 bis 8 °C aktiv. Dies macht CROTON zu einer hervorragenden Option für frühe Behandlungen im Frühjahr, beispielsweise zur Bekämpfung von Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella) oder frühen Rostinfektionen im Getreide.

Warum ist die Einhaltung der vollen Aufwandmenge bei CROTON für das Resistenzmanagement so wichtig?

Die Reduzierung der Aufwandmenge (Unterdosierung) erhöht das Risiko, dass Schaderreger mit einer geringeren Sensitivität gegenüber DMI-Fungiziden überleben und sich vermehren. Die Ausbringung der vollen registrierten Aufwandmenge stellt sicher, dass auch weniger empfindliche Individuen der Pilzpopulation sicher erfasst werden, was die Entstehung von Resistenzen verzögert.

Welche Rolle spielt die Wasserhärte und Wasserqualität bei der Ausbringung von CROTON?

CROTON ist gegenüber moderaten Schwankungen der Wasserqualität stabil. Dennoch begünstigt ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert des Spritzwassers (pH 5,5 bis 6,5) die Stabilität und Aufnahme des Wirkstoffs. Bei sehr hartem Wasser kann der Zusatz eines geeigneten pH-Puffers oder Konditionierers die physikalische Kompatibilität in der Spritzbrühe optimieren.

Wie lange hält die protektive Schutzwirkung von CROTON nach der Anwendung an?

Je nach Infektionsdruck, Witterung und Zuwachsgeschwindigkeit der Kultur bietet CROTON eine protektive Schutzdauer von etwa 3 bis 4 Wochen. In Phasen des schnellen Schossens kann der Schutz für neu gebildete Pflanzenteile verkürzt sein, da sich der Wirkstoff im bereits vorhandenen Gewebe verteilt.