CZAR
CZAR ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter in ausgewählten landwirtschaftlichen Kulturen wie Winter- und Sommerraps, Kartoffeln, Futtererbsen und Schlafmohn. Mit dem bewährten Wirkstoff Clomazone (360 g/l) bietet das Präparat eine hervorragende Basis für die Unkrautkontrolle im Vorauflaufverfahren. Die Formulierung als Kapselsuspension (CS) sorgt für eine kontrollierte Wirkstofffreisetzung und minimiert das Risiko von Abdrift und Verflüchtigung, was die Anwendungssicherheit für Nachbarkulturen erheblich steigert.
Das Wirkungsspektrum von CZAR umfasst wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie das Kletten-Labkraut, die Vogel-Sternmiere und das Gemeine Hirtentäschel. Durch die frühe Ausschaltung dieser Konkurrenzpflanzen sichert das Mittel die ungestörte Jugendentwicklung der Kulturen und legt den Grundstein für hohe Erträge und eine saubere Ernte.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in CZAR enthaltene Wirkstoff Clomazone gehört zur HRAC-Gruppe 13 und wirkt als Hemmstoff der Carotinoid-Biosynthese. Genauer gesagt blockiert Clomazone das Enzym DOXP-Synthase (1-Desoxy-D-xylulose-5-phosphat-Synthase), welches ein Schlüsselelement im Syntheseweg der Plastidenpigmente darstellt. Ohne schützende Carotinoide wird das Chlorophyll in den betroffenen Unkräutern durch einfallendes Sonnenlicht photooxidiert und zerstört. Dies führt zu den charakteristischen Bleichsymptomen (Albinismus) an den auflaufenden Unkräutern. Die empfindlichen Schaderreger keimen zwar meist noch aus, sterben jedoch kurz nach dem Durchstoßen der Bodenoberfläche aufgrund des vollständigen Mangels an funktionstüchtigen Blattpigmenten und der daraus resultierenden Unfähigkeit zur Photosynthese ab. Die Aufnahme erfolgt primär über die Wurzeln und Hypokotyle der Keimlinge.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzentwicklung wirksam vorzubeugen, solltest du CZAR stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Da Clomazone einen spezifischen Wirkungsmechanismus besitzt, empfiehlt sich der jährliche Wechsel oder die Kombination mit Herbiziden anderer HRAC-Klassen (wie z. B. Bodenherbiziden aus den Gruppen 15 oder 5). Achte zudem auf pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge und eine sorgfältige Bodenbearbeitung, um den Selektionsdruck auf einzelne Unkrautarten dauerhaft niedrig zu halten.
Mischbarkeit & Tankmischung
CZAR lässt sich in der Praxis hervorragend mit anderen zugelassenen Bodenherbiziden kombinieren, um das Wirkungsspektrum, insbesondere gegen schwer bekämpfbare Unkräuter oder Gräser, abzurunden. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Verwende ausreichend Wasser (üblicherweise 200 bis 400 l/ha), um eine gleichmäßige Benetzung des feinkrümeligen Bodens zu gewährleisten. Die Anwendung sollte auf feuchtem Boden erfolgen, da Bodenfeuchtigkeit die Aktivierung und Verteilung des Wirkstoffdepots im Boden wesentlich unterstützt.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit CZAR ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühende Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen. Um aquatische Organismen und Bodenlebewesen zu schonen, sind die allgemeinen Abstandsauflagen zu Gewässern und Saumstrukturen strikt einzuhalten und jegliche Abdrift auf angrenzende Flächen zu verhindern.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Ackerbohne | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Mohn | Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere, Gemeines Hirtentäschel | — | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerraps | Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere, Gemeines Hirtentäschel | — | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kartoffel | Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere, Gemeines Hirtentäschel | — | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere, Gemeines Hirtentäschel | — | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erbse | Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere, Gemeines Hirtentäschel | — | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von CZAR?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Vorauflauf, unmittelbar nach der Saat der Kultur. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die Unkrautsamen im Keimprozess und können den Wirkstoff optimal über die Wurzeln aufnehmen. Achte darauf, dass das Saatbett feinkrümelig und gut abgesetzt ist.
Warum ist Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung von CZAR so wichtig?
Clomazone benötigt Bodenfeuchtigkeit, um im Boden gelöst und von den keimenden Unkräutern aufgenommen zu werden. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert einsetzen. Wenn Regen angekündigt ist oder der Boden noch Restfeuchte besitzt, erzielst du die besten Bekämpfungsergebnisse.
Kann es nach der Anwendung von CZAR zu Aufhellungen an der Kultur kommen?
Ja, unter ungünstigen Witterungsbedingungen (wie Starkregen nach der Applikation) kann es vorübergehend zu leichten, chlorotischen Aufhellungen an den Keimblättern der Kultur kommen. Diese Verfärbungen wachsen sich in der Regel schnell und ohne Ertragsbeeinflussung wieder aus, da die Kulturpflanzen den Wirkstoff metabolisieren können.
Was muss ich bei der Nachbauplanung nach dem Einsatz von CZAR beachten?
Da Clomazone eine gewisse Persistenz im Boden aufweist, solltest du bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur die spezifischen Wartezeiten und zugelassenen Folgekulturen beachten. Eine tiefe, wendende Bodenbearbeitung (Pflügen) vor dem Nachbau empfindlicher Kulturen wie Getreide oder Rüben wird dringend empfohlen, um Wirkstoffreste im Boden zu verdünnen.
Wie wirkt sich die Kapselformulierung (CS) von CZAR in der Praxis aus?
Die moderne Kapselsuspension umschließt den Wirkstoff Clomazone und gibt ihn erst nach der Ausbringung auf dem Boden langsam frei. Dies reduziert die Verflüchtigung des Wirkstoffs in die Gasphase erheblich und schützt benachbarte, empfindliche Kulturen vor unerwünschten Bleichsymptomen durch Wirkstoffabdrift.
Wie finde ich heraus, ob CZAR für meine spezifische Kultur in Deutschland aktuell zugelassen ist?
Du kannst die aktuellen Zulassungsdetails und spezifischen Anwendungsbestimmungen für deine Kulturen direkt über die Suchfunktion auf agronomy.farmable.tech oder in der offiziellen Online-Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) abfragen, indem du die Registrierungsnummer 00A794-00 eingibst.