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OTHER · Bayer CropScience Deutschland GmbH

ECANA

BVL Zul.-Nr. 025287-64

ECANA ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in bedeutenden landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide (Weizen, Gerste, Roggen, Triticale) und Raps. Als modernes Fungizid, formuliert als flüssiges Konzentrat, setzt es auf den bewährten und leistungsstarken Wirkstoff Prothioconazol. Es bietet sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften, was Landwirten eine flexible Terminierung der Behandlungen ermöglicht.

Das Wirkungsspektrum von ECANA umfasst die wichtigsten wirtschaftlich relevanten Schaderreger im Getreide- und Rapsanbau. Im Getreide schützt das Mittel zuverlässig vor ertragsmindernden Blatt- und Ährenkrankheiten wie Septoria-Arten, Rosten, Echtem Mehltau, Netzflecken sowie der gefürchteten Halmbruchkrankheit und Fusarium-Arten. Im Raps steht die Bekämpfung von Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit) im Fokus, um die Standfestigkeit und den Ertrag der Kultur abzusichern.

Dank seiner hervorragenden systemischen Verteilung in der Kultur schützt ECANA auch den Neuzuwachs über einen längeren Zeitraum. Die schnelle Wirkstoffaufnahme minimiert das Risiko von Abwaschungen durch Niederschläge kurz nach der Anwendung, was die biologische Leistungsfähigkeit unter wechselhaften Witterungsbedingungen stabilisiert.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in ECANA enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb des FRAC-Codes der Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) zugeordnet. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der C14-Demethylase in der Sterol-Biosynthese der Pilze. Dies führt zu einer Störung der Membranintegrität und blockiert das Wachstum der Pilzhyphen sowie die Sporenkeimung effektiv. Durch diese systemische Wirkungsweise dringt der Wirkstoff nach der Anwendung rasch in das Pflanzengewebe ein und verteilt sich akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) in den Blättern. Dies gewährleistet eine gleichmäßige Wirkstoffkonzentration in den behandelten Pflanzenteilen und stoppt bereits vorhandene, unsichtbare Infektionen (kurative Wirkung), während gleichzeitig ein Schutzschild gegen Neuinfektionen aufgebaut wird (protektive Wirkung).

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei den Zielpathogenen vorzubeugen, sollte ECANA stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Da Prothioconazol der FRAC-Gruppe 3 angehört, ist ein strikter Wirkstoffwechsel mit Fungiziden anderer Wirkungsklassen (wie z. B. Carboxamiden/SDHI oder Strobilurinen) in der Spritzfolge dringend zu empfehlen. Zudem sollte die registrierte Aufwandmenge nicht unterschritten werden, um selektiven Druck auf die Schaderreger-Populationen zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

ECANA zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine kontinuierliche Rührung im Spritztank zu achten. Vor der großflächigen Anwendung komplexer Mischungen wird ein physischer Mischbarkeitstest im kleinen Maßstab empfohlen. Die Zugabe von Additiven kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme insbesondere unter trockenen Bedingungen optimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit ECANA sind die gesetzlichen Vorgaben zum Anwenderschutz strikt einzuhalten, einschließlich des Tragens der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA). Aufgrund der Einstufung des Wirkstoffs sind spezifische Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) einzuhalten, um aquatische Organismen zu schützen. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollten Anwendungen in blühenden Beständen vorzugsweise in den Abendstunden erfolgen, um den direkten Kontakt mit Bestäubern zu minimieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)0–320.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenFusarium-Arten61–690.8 LITER_PER_HECTARE
RapsSclerotinia sclerotiorum0.7 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
RoggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)0–320.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
RoggenRhynchosporium secalis25–610.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria nodorum25–610.8 LITER_PER_HECTARE
GersteRhynchosporium secalis25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
GersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)0–320.8 LITER_PER_HECTARE
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)25–610.8 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen die Halmbruchkrankheit mit ECANA?

Die Bekämpfung der Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) sollte idealerweise im frühen Frühjahr zu Beginn des Schossens (BBCH-Stadien 30 bis 32) erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt ist die Infektionsgefahr an der Halmbasis am höchsten, und eine frühe systemische Absicherung verhindert das spätere Umknicken der Halme.

Wie unterstützt ECANA die Bekämpfung von Fusarium-Arten in Weizen?

Eine gezielte Anwendung zur Blütezeit (BBCH 61 bis 65) schützt die Ähren vor einer Infektion mit Fusarium-Arten. Dies ist besonders wichtig nach Niederschlägen während der Blüte, um nicht nur Ertragsverluste zu verhindern, sondern auch die Mykotoxinbelastung im Erntegut unter den gesetzlichen Grenzwerten zu halten.

Kann ECANA im Raps auch zur Steuerung des Wuchses eingesetzt werden?

Obwohl ECANA primär ein hochwirksames Fungizid gegen Sclerotinia sclerotiorum ist, besitzt Prothioconazol im Gegensatz zu einigen anderen Azolen nur einen sehr geringen wachstumsregulatorischen Effekt. Für eine gezielte Einkürzung oder Erhöhung der Winterhärte im Herbst sollte ECANA daher bei Bedarf mit einem speziellen Wachstumsregler kombiniert werden.

Welche Rolle spielt die Temperatur bei der Anwendung von ECANA?

Für eine optimale systemische Verteilung und Wirkstoffaufnahme im Pflanzengewebe sind milde Temperaturen (ab ca. 8 bis 10 °C) und eine aktive Transpiration der Kultur vorteilhaft. Vermeiden Sie Anwendungen bei extremer Hitze, starker Sonneneinstrahlung oder wenn Nachtfröste angekündigt sind, um Stress für die Kultur zu minimieren.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für spezifische Schaderreger?

Nutzen Sie die Such- und Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech. Sie können gezielt nach der jeweiligen Kultur (z. B. Winterweizen) und dem spezifischen Schaderreger (z. B. Septoria tritici) filtern, um eine vollständige Liste aller in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive deren Anwendungsbestimmungen anzuzeigen.

Warum ist der Wirkstoff Prothioconazol so wichtig für das Resistenzmanagement bei Septoria-Blattdürre?

Prothioconazol gilt trotz langjähriger Nutzung weiterhin als einer der stabilsten und wirksamsten Vertreter der DMI-Fungizide gegen Septoria tritici. Durch seine spezifische Bindungseigenschaft an das Zielenzym zeigt es eine geringere Kreuzresistenzanfälligkeit als ältere Triazole, sollte aber dennoch stets im Wechsel mit anderen Wirkmechanismen eingesetzt werden.