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Sonstige · BASF Agricultural Solutions Deutschland

Elanvy

BVL Zul.-Nr. 00B058-00

Elanvy ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel von BASF, das speziell für den breiten Schutz von Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen und Triticale entwickelt wurde. Als modernes Fungizid kombiniert es zwei leistungsstarke Wirkstoffe in einer flüssigen Formulierung, um ein breites Spektrum an wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten zu bekämpfen. Es schützt die Kulturen zuverlässig vor ertragsmindernden Schaderregern wie Septoria-Arten, Rostpilzen sowie Netzflecken und Ramularia.

Das Produkt zeichnet sich durch seine hervorragende vorbeugende und kurative Wirkung aus. Durch die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen bietet Elanvy nicht nur einen langanhaltenden Schutz der Blätter, sondern sichert auch die Vitalität und das Ertragspotenzial deiner Bestände in kritischen Wachstumsphasen. Dies macht es zu einem flexiblen Baustein in anspruchsvollen Pflanzenschutzstrategien.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
100 g/L · Wirkstoff
Mefentrifluconazole
66.67 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biochemische Wirkung von Elanvy basiert auf der Kombination zweier komplementärer Wirkstoffe. Mefentrifluconazole gehört zur Gruppe der Triazole (FRAC-Gruppe 3, SBI: Sterol-Biosynthese-Inhibitoren). Es hemmt die C14-Demethylase im Sterol-Stoffwechsel der Pilzzellen, was zum Zusammenbruch der Zellmembranen führt. Als innovatives Isopropanol-Triazol zeichnet es sich durch eine flexible Molekülstruktur aus, die selbst bei mutierten Bindungsstellen von Schaderregern eine extrem hohe Bindungsaffinität aufweist. Azoxystrobin ergänzt diese Wirkung als Vertreter der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11, QoI-Inhibitoren). Es greift in die Zellatmung der Pilze ein, indem es den Elektronentransport in den Mitochondrien am Cytochrom-bc1-Komplex blockiert. Dies entzieht den Sporen und dem Myzel die lebensnotwendige Energie. Durch diese duale Wirkungsweise blockiert Elanvy sowohl die Sporenkeimung als auch das Myzelwachstum im Gewebe der Kultur.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzentwicklung zu minimieren, nutzt Elanvy die Kombination aus zwei unterschiedlichen FRAC-Klassen (Gruppe 3 und Gruppe 11). Dennoch solltest du im Sinne eines vorausschauenden Resistenzmanagements die Anzahl der Anwendungen pro Saison begrenzen und Elanvy im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen einsetzen, die keinen Kreuzresistenzen unterliegen. Achte darauf, das Pflanzenschutzmittel stets vorbeugend oder bei ersten sichtbaren Symptomen einzusetzen, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger-Populationen so gering wie möglich zu halten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Elanvy zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit gängigen Herbiziden, Wachstumsreglern und flüssigen Blattdüngern, die für den Einsatz in Getreidekulturen zugelassen sind. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe auf physikalische Verträglichkeit durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extreme Spritzbrühtemperaturen sowie die Anwendung bei starker Sonneneinstrahlung, um die Kulturverträglichkeit zu maximieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Elanvy ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, unerlässlich. Zum Schutz von Bestäubern und Nützlingen solltest du grundsätzlich auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten und Behandlungen bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen. Um Gewässer und aquatische Organismen zu schonen, sind die allgemeinen Abdriftminderungsmaßnahmen und Abstandsregelungen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
TriticaleGelbrost (Puccinia striiformis)30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)30–691.5 LITER_PER_HECTARE35T
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)30–691.5 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenRhynchosporium secalis30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
GersteZwergrost (Puccinia hordei)30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
GersteRhynchosporium secalis30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
GersteSprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni)30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
WeizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)30–691.5 LITER_PER_HECTARE35T
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Elanvy im Getreide?

Der beste Anwendungszeitraum liegt zwischen dem Schossen und dem Ende der Blüte (BBCH 30–69). Für einen optimalen Schutz der oberen Blattetagen und der Ähre solltest du die Behandlung vorbeugend durchführen, sobald Infektionsbedingungen für Rostpilze oder Septoria-Arten gemeldet werden oder erste Befallssymptome im unteren Bestandsbereich sichtbar werden.

Wie verhält sich Elanvy bei wechselhafter Witterung oder Regen kurz nach der Spritzung?

Dank der schnellen Wirkstoffaufnahme von Mefentrifluconazole und der guten Haftung von Azoxystrobin ist Elanvy bereits kurze Zeit nach der Anwendung regenfest. Dennoch solltest du darauf achten, dass die Blätter der Kultur bei der Applikation trocken sind, damit die Spritzbrühe optimal anhaften und gleichmäßig einziehen kann.

Kann ich Elanvy auch in einer späten Ährenbehandlung einsetzen?

Ja, eine Anwendung ist bis zum Ende der Blüte (BBCH 69) zugelassen. Dies ist besonders wertvoll, um die Ähre vor spätem Befall zu schützen und die Kornfüllungsphase abzusichern. Beachte dabei jedoch unbedingt die vorgeschriebene Wartezeit von 35 Tagen bis zur Ernte.

Warum kombiniert Elanvy ein Triazol mit einem Strobilurin?

Diese Kombination bietet dir zwei entscheidende Vorteile: Zum einen decken die beiden Wirkstoffe unterschiedliche Stadien des Pilzwachstums ab (vorbeugend und heilend). Zum anderen verringert der duale Wirkungsmechanismus das Risiko, dass Schaderreger Resistenzen entwickeln, da der Pilz an zwei völlig unterschiedlichen biologischen Prozessen gleichzeitig attackiert wird.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kultur?

Du kannst im zentralen Hub einfach nach deiner spezifischen Kultur (z. B. Weizen oder Gerste) filtern und gezielt nach den Schaderregern suchen, die du bekämpfen möchtest. Dort werden dir alle in Deutschland registrierten Produkte übersichtlich mit ihren Anwendungsbestimmungen angezeigt.

Was muss ich bei der Wasseraufwandmenge für Elanvy beachten?

Für eine lückenlose Benetzung des Bestandes – besonders in dichten Getreidebeständen ab dem Schossen – wird eine Wasseraufwandmenge von 200 bis 400 l/ha empfohlen. Eine präzise Düseneinstellung und angepasster Druck sorgen dafür, dass das Pflanzenschutzmittel auch die unteren Blattetagen erreicht.