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OTHER · W. NEUDORFF GMBH KG

Finalsan Konzentrat Gierschfrei

BVL Zul.-Nr. 006193-60

Finalsan Konzentrat Gierschfrei ist ein hochwirksames, flüssiges Pflanzenschutzmittel zur gezielten und nachhaltigen Regulierung von Unkräutern, Moosen und Algen. Entwickelt von der W. Neudorff GmbH KG, zeichnet sich dieses Herbizid durch eine innovative Wirkstoffkombination aus, die speziell für die anspruchsvolle Bekämpfung hartnäckiger, tiefwurzelnder Schaderreger wie Giersch konzipiert wurde. Die Formulierung vereint eine schnelle Kontaktwirkung mit einer systemischen Depotwirkung, was eine schnelle optische Sauberkeit bei gleichzeitig langanhaltendem Schutz garantiert.

Das Anwendungsspektrum umfasst sowohl einkeimblättrige als auch zweikeimblättrige Unkräuter sowie Algen und Moose in verschiedenen registrierten Kulturen und Anwendungsbereichen. Dank der Kombination zweier sich ergänzender Wirkmechanismen bietet das Produkt eine hervorragende Alternative zu klassischen, rein systemischen Herbiziden und eignet sich ideal für den Einsatz im integrierten Pflanzenschutz, wo eine schnelle und wurzeltiefe Wirkung gefordert ist.

Wirkstoffe

Maleinsäurehydrazid
40.17 g/L · Wirkstoff
Pelargonsäure
186.7 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirksamkeit von Finalsan Konzentrat Gierschfrei basiert auf dem dualen Wirkungsprinzip seiner beiden aktiven Inhaltsstoffe. Pelargonsäure, eine langkettige Fettsäure, fungiert als nicht-selektives Kontaktherbizid. Nach dem Auftreffen auf die Blattoberfläche dringt sie in die Wachsschicht (Kutikula) ein und zerstört die Zellmembranen der grünen Pflanzenteile. Dies führt zu einer extrem schnellen Entwässerung des Gewebes, wodurch die betroffenen Schaderreger innerhalb weniger Stunden oberirdisch vertrocknen. Parallel dazu entfaltet das Maleinsäurehydrazid seine systemische Wirkung. Dieser Wirkstoff wird von den verbleibenden grünen Pflanzenteilen aufgenommen und über die Leitbahnen bis in die Wurzelspitzen und Ausläufer transportiert. Dort greift er als Wachstumsregulator gezielt in die Zellteilung (Mitose) ein und blockiert das Wachstum in den Meristemen. Dadurch wird die Regeneration der unterirdischen Speicherorgane effektiv unterbunden, was den gefürchteten Wiederaustrieb hartnäckiger Unkräuter nachhaltig verhindert.

Resistenzmanagement

Aufgrund der Kombination aus der physikalisch-chemischen Kontaktwirkung der Pelargonsäure (Zerstörung der Zellmembranen) und der systemischen Keimhemmung durch Maleinsäurehydrazid ist das Risiko einer Resistenzentwicklung als äußerst gering einzustufen. Um diese günstige Ausgangslage langfristig zu sichern, sollte dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen eines vorausschauenden Antiresistenzmanagements eingesetzt werden. Dies beinhaltet den regelmäßigen Wechsel mit mechanischen Regulierungsverfahren sowie den alternierenden Einsatz von Herbiziden aus anderen HRAC-Wirkstoffklassen, um Selektionsdruck auf einzelne Unkrautpopulationen zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Finalsan Konzentrat Gierschfrei wird in der Praxis vorzugsweise als Soloprodukt ausgebracht, um eine optimale Benetzung und Wirkstoffkonzentration auf den Blattoberflächen der Schaderreger zu gewährleisten. Bei geplanten Mischungen mit anderen Pflanzenschutzmitteln oder Additiven ist vorab zwingend eine physikalische Verträglichkeitsprüfung (Mischprobe) durchzuführen. Da die Wirkung der Pelargonsäure stark von einer ausreichenden Konzentration der Spritzbrühe abhängt, sollte das vorgeschriebene Wasservolumen exakt eingehalten und auf den Einsatz von extrem hartem oder stark alkalischem Wasser verzichtet werden, um eine Neutralisation der organischen Säure zu verhindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Finalsan Konzentrat Gierschfrei ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um Augen- und Hautreizungen durch die organischen Säuren zu vermeiden. Das Pflanzenschutzmittel zeichnet sich durch eine schnelle biologische Abbaubarkeit im Boden aus, wodurch das Risiko für das Grundwasser minimiert wird. Dennoch sind die gesetzlichen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und angrenzenden Biotopen strikt einzuhalten. Das Produkt ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Nutzinsekten und der lokalen Biodiversität nicht direkt in blühende Bestände oder auf aktiv fliegende Bestäuber appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZierpflanzenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter167 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenAlgen, Moose167 LITER_PER_HECTARE
ZiergehölzeZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter167 LITER_PER_HECTARE
Wege und Plätze mit HolzgewächsenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.016700000793207437 LITER_PER_SQUARE_METER
ZierpflanzenAlgen, Moose0.016700000793207437 LITER_PER_SQUARE_METER
ZiergehölzeZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.016700000793207437 LITER_PER_SQUARE_METER
Wege und Plätze mit HolzgewächsenAlgen, Moose0.016700000793207437 LITER_PER_SQUARE_METER
ZierpflanzenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.016700000793207437 LITER_PER_SQUARE_METER
Wege und Plätze mit HolzgewächsenAlgen, Moose167 LITER_PER_HECTARE
ZiergehölzeAlgen, Moose167 LITER_PER_HECTARE
ZiergehölzeAlgen, Moose0.016700000793207437 LITER_PER_SQUARE_METER
Wege und Plätze mit HolzgewächsenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter167 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie schnell setzt die sichtbare Wirkung nach der Behandlung ein?

Die oberirdische Kontaktwirkung durch die enthaltene Pelargonsäure ist extrem schnell. Bei warmen Temperaturen und Sonnenschein zeigen sich bereits nach 1 bis 3 Stunden deutliche Welkesymptome und eine Braunfärbung der getroffenen Unkräuter. Die systemische Wirkung im Wurzelbereich verläuft hingegen langsam und unsichtbar über die folgenden Tage.

Warum treibt Giersch nach der Anwendung von Finalsan nicht wieder aus?

Im Gegensatz zu reinen Kontaktherbiziden, die nur das Laub zerstören, enthält Finalsan Konzentrat Gierschfrei den systemischen Wirkstoff Maleinsäurehydrazid. Dieser wird in die Wurzeln transportiert und blockiert dort die Zellteilung in den Vegetationspunkten. Dadurch wird der Neuaustrieb aus den unterirdischen Rhizomen über mehrere Wochen effektiv verhindert.

Welchen Einfluss hat das Wetter auf den Behandlungserfolg?

Für eine optimale Wirkung sollte die Anwendung an einem trockenen Tag bei Temperaturen ab 15 °C erfolgen. Warmes und sonniges Wetter beschleunigt den Zusammenbruch der Zellwände durch die Pelargonsäure. Nach der Applikation sollte es für mindestens 3 bis 4 Stunden trocken bleiben, damit die Wirkstoffe vollständig in die Pflanze eindringen können.

Müssen die Unkräuter bei der Spritzung komplett nass sein?

Ja, eine gründliche, tropfnasse Benetzung der gesamten Blattfläche ist für den Bekämpfungserfolg entscheidend. Da Pelargonsäure ausschließlich als Kontaktgift wirkt, sterben nur die Pflanzenteile ab, die direkt von der Spritzbrühe getroffen werden. Unvollständig benetzte Schaderreger können sich regenerieren.

Kann das Produkt unter Gehölzen und Bäumen angewendet werden?

Ja, eine Anwendung unter Gehölzen ist möglich, da die Wirkstoffe im Boden rasch abgebaut werden und keine Aufnahme über verholzte Rinde oder tiefe Wurzeln der Gehölze erfolgt. Es muss jedoch streng darauf geachtet werden, dass kein Spritznebel auf grüne Blätter, junge Triebe oder frische Schnittstellen der Kulturpflanzen gelangt.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Mittel gegen Moose oder Algen?

Nutzen Sie die zentrale Such- und Filterfunktion auf unserer Plattform. Filtern Sie einfach nach dem gewünschten Schaderreger (z. B. 'Moose' oder 'Algen') und wählen Sie die entsprechende Kultur aus. Das System listet Ihnen sofort alle in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive aktueller Zulassungsdetails und Auflagen auf.