Ziergehölze
Die BVL-Kultur-Gruppe „Ziergehölze“ (Code: NNNZG) fasst im Bereich des Pflanzenschutzes zwei wesentliche Untergruppen zusammen: die Zierkoniferen (NNNZC) und die Zierlaubgehölze (NNNZE). Diese Gruppierung ist für die Zulassung und Anwendung von Pflanzenschutzmitteln von zentraler Bedeutung, da sie Gehölze im Garten- und Landschaftsbau sowie in Baumschulen regulatorisch bündelt. Trotz der enormen botanischen Vielfalt innerhalb dieser Gruppe teilen die Kulturen ähnliche Anbaubedingungen im Freiland oder in Containern, was einheitliche Zulassungsszenarien ermöglicht.
Die Zusammenfassung unter dem Begriff Ziergehölze erleichtert die Zulassungspraxis erheblich. Anstatt für jede einzelne Gehölzart separate Verfahren zu durchlaufen, können Pflanzenschutzmittel für die gesamte Gruppe oder deren Hauptuntergruppen registriert werden. Dies ist besonders im Zierpflanzenbau wichtig, wo eine Vielzahl von Nischenkulturen angebaut wird, für die sich Einzeletikettierungen wirtschaftlich oft nicht lohnen würden.
Pflanzenschutz auf Gruppenebene
Der Pflanzenschutz bei Ziergehölzen erfordert aufgrund der Mehrjährigkeit der Kulturen und der hohen optischen Qualitätsansprüche eine vorausschauende Strategie. Ein Schwerpunkt liegt auf der Unkraut- und Moosregulierung in Baumschulquartieren und Containerflächen, da Schaderreger wie Poa annua, Senecio vulgaris oder Equisetum arvense stark mit den Gehölzen um Nährstoffe und Wasser konkurrieren. Zudem können Pilzkrankheiten wie Monilinia-Arten an blühenden Ziergehölzen erhebliche Schäden verursachen. Ein integriertes Management kombiniert mechanische Maßnahmen wie das Mulchen oder Hacken mit dem gezielten, bedarfsgerechten Einsatz zugelassener Pflanzenschutzmittel. Bei chemischen Behandlungen ist das Resistenzmanagement gemäß den Richtlinien von HRAC, FRAC und IRAC strikt zu beachten. Da Ziergehölze oft über Jahre auf derselben Fläche stehen, ist das Risiko für die Selektion resistenter Schaderreger-Biotypen besonders hoch. Ein regelmäßiger Wirkstoffklassenwechsel und die Kombination von Kontakt- und systemischen Mitteln sind daher unerlässlich. Zudem muss bei Gruppen-Zulassungen stets die Kulturverträglichkeit an den spezifischen Arten und Sorten vorab auf kleinen Testflächen geprüft werden, da die Empfindlichkeit innerhalb der Ziergehölze stark variiert.
Kulturen in dieser Gruppe
Wichtige Schaderreger
Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Häufige Fragen
Wie finde ich im Portal heraus, ob ein Pflanzenschutzmittel für eine spezifische Ziergehölzart zugelassen ist?
In unserer Datenbank können Sie nach der übergeordneten BVL-Gruppe „Ziergehölze“ filtern. Da Zulassungen oft für die gesamte Gruppe (NNNZG) oder die Untergruppen Zierkoniferen (NNNZC) und Zierlaubgehölze (NNNZE) erteilt werden, sind diese Pflanzenschutzmittel für alle darin enthaltenen Kulturen anwendbar. Prüfen Sie jedoch stets die Gebrauchsanleitung des Herstellers auf eventuelle Sortenausschlüsse oder Verträglichkeitshinweise.
Warum ist das Risiko von Phytotoxizität bei Ziergehölzen besonders hoch und wie lässt es sich minimieren?
Die Gruppe der Ziergehölze umfasst Hunderte von Arten aus unterschiedlichen botanischen Familien mit variierenden Blattoberflächen und Wachsschichten. Ein für die Gruppe zugelassenes Pflanzenschutzmittel kann bei einer Kultur völlig verträglich sein, bei einer anderen jedoch Blattschäden verursachen. Führen Sie vor einer großflächigen Behandlung immer eine Probespritzung an einigen wenigen Gehölzen durch und beobachten Sie diese über 8 bis 14 Tage auf Symptome.
Welche Rolle spielen die BBCH-Stadien bei der Anwendung von Herbiziden in Ziergehölzen?
Die Anwendung von Herbiziden muss präzise auf das BBCH-Stadium der Ziergehölze abgestimmt sein. Viele Boden- und Kontaktherbizide dürfen nur während der Vegetationsruhe (BBCH 00) oder nach dem vollständigen Abschluss des Triebwachstums und der Verholzung ausgebracht werden, um Schäden an den jungen, empfindlichen Trieben der Kulturen zu vermeiden.
Wie wird die Resistenzbildung bei der Behandlung von Schaderregern wie Monilinia in Ziergehölzen verhindert?
Um Resistenzen gegen Fungizide vorzubeugen, müssen Wirkstoffe mit unterschiedlichen FRAC-Klassifizierungen im Spritzprogramm abgewechselt werden. Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf systemische Wirkstoffe, sondern integrieren Sie Kontaktfungizide und halten Sie die empfohlenen Aufwandmengen und maximalen Anwendungshäufigkeiten pro Saison strikt ein.
Was ist bei der Regulierung von Moosen und Algen auf Stellflächen und in Containern zu beachten?
Moose (Bryophyta) und Algen treten besonders in feuchten Containerquartieren auf. Zulassungen für diese Schaderreger sind oft speziell für die Anwendung auf Stellflächen oder direkt im Substrat der Ziergehölze reglementiert. Achten Sie darauf, dass die Behandlung nur mit dafür explizit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erfolgt, um Wurzelschäden an den Kulturen zu vermeiden.
Gelten für Ziergehölze im Freiland andere Wartezeiten als im Gewächshaus?
Ja, die Wartezeit kann sich je nach Anbausituation (Freiland oder unter Glas) erheblich unterscheiden, da der Abbau von Wirkstoffen unter Glas durch fehlende UV-Strahlung und Niederschläge oft langsamer verläuft. Die spezifischen Vorgaben für das jeweilige Anbauszenario sind den Zulassungsdetails des Pflanzenschutzmittels in unserer Datenbank zu entnehmen.