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Sonstige · BASF Agricultural Solutions Deutschland

Flexity

BVL Zul.-Nr. 025311-00

Flexity ist ein hochspezialisiertes Fungizid von BASF, das sich als feste Größe im professionellen Getreideanbau etabliert hat. Formuliert als modernes Suspensionskonzentrat (SC) mit dem Wirkstoff Metrafenone, bietet es einen hervorragenden Schutz gegen ertragsmindernde Pilzkrankheiten in wichtigen Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen und Triticale. Das Pflanzenschutzmittel zeichnet sich durch seine ausgeprägte präventive und kurative Wirkung aus, die besonders in den kritischen frühen Wachstumsphasen der Kulturen von entscheidender Bedeutung ist.

Der Schwerpunkt des Wirkungsspektrums liegt auf zwei der wirtschaftlich bedeutendsten Schaderreger im Getreidebau: dem Echten Mehltau und der Halmbruchkrankheit. Durch die flüssige Formulierung lässt sich das Produkt leicht dosieren und gleichmäßig auf den Zielflächen verteilen, was eine zuverlässige Benetzung der Halmbasis und der Blätter gewährleistet.

Wirkstoffe

Metrafenone
300 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Flexity enthaltene Wirkstoff Metrafenone gehört zur chemischen Gruppe der Benzophenone (FRAC-Gruppe 50). Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Störung der polaren Actin-Organisation in den Pilzzellen. Dies führt zu einer massiven Beeinträchtigung des Hyphenwachstums, der Appressorienbildung und der anschließenden Penetration des Pilzes in das Pflanzengewebe der Kultur. Da der Wirkstoff an einer einzigartigen Stelle im Stoffwechsel der Schaderreger ansetzt, blockiert er effektiv die Sporenkeimung und die Myzelentwicklung. Nach der Anwendung wird Metrafenone schnell von den Blättern aufgenommen und verteilt sich sowohl translaminar als auch über die Gasphase (Dampfphase-Effekt) innerhalb des Bestandes. Dieser physikalische Effekt sorgt dafür, dass auch unbehandelte oder neu zuwachsende Pflanzenteile sowie die schwer zugängliche Halmbasis optimal geschützt werden.

Resistenzmanagement

Um die Wirksamkeit von Metrafenone langfristig zu sichern und der Entstehung von Resistenzen bei Schaderregern wie dem Echten Mehltau vorzubeugen, solltest du Flexity stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Es wird dringend empfohlen, den Wirkstoff nicht solo in Dauerbehandlungen anzuwenden, sondern im Wechsel mit Fungiziden aus anderen FRAC-Wirkstoffklassen (wie Triazolen, Carboxamiden oder Strobilurinen) einzusetzen. Auch die Kombination in einer Tankmischung mit Partnern, die einen anderen Wirkungsmechanismus aufweisen, ist eine hervorragende Strategie zur Absicherung des Behandlungserfolgs.

Mischbarkeit & Tankmischung

Flexity weist eine hervorragende physikalische und chemische Mischbarkeit mit den meisten gängigen Getreidefungiziden, Insektiziden und Wachstumsreglern auf. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du darauf achten, das Produkt als eine der ersten Komponenten in den teilbefüllten Spritztank zu geben und für eine kontinuierliche Rührung zu sorgen. Die Zugabe von Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die SC-Formulierung bereits für eine optimale Haftung optimiert ist. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um besonders bei der Bekämpfung der Halmbruchkrankheit eine gründliche Benetzung der Halmbasis zu erzielen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt ausgewiesen ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühende Kulturen oder auf Flächen, auf denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, verzichten. Behandlungen in den späten Abendstunden minimieren das Risiko für nützliche Insekten erheblich. Um Einträge in Oberflächengewässer und Schäden an aquatischen Organismen zu vermeiden, sind die allgemeinen Abdriftminderungsauflagen und Abstandsregelungen strikt einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
TriticaleHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)25–320.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)25–320.5 LITER_PER_HECTARE
GersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)25–320.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)25–320.5 LITER_PER_HECTARE
TriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–610.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–610.5 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–610.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–610.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen die Halmbruchkrankheit mit Flexity?

Der beste Behandlungszeitraum liegt im frühen Frühjahr während der Bestockung bis zum Schossen der Kulturen (BBCH-Stadium 25 bis 32). Zu diesem Zeitpunkt befindet sich der Schaderreger meist noch in der Infektionsphase an der Blattscheide, sodass du die Ausbreitung auf den Halm effektiv verhindern kannst.

Wie profitiert meine Kultur vom sogenannten Dampfphase-Effekt des Wirkstoffs?

Metrafenone besitzt einen moderaten Dampfdruck, wodurch sich der Wirkstoff nach der Anwendung als Gasfilm im Mikroklima des Getreidebestandes verteilt. Dadurch werden auch Blätter und Halmpartien geschützt, die von der Spritzbrühe nicht direkt getroffen wurden, was besonders bei dichten Beständen ein großer Vorteil ist.

Kann ich Flexity auch noch in späteren BBCH-Stadien einsetzen?

Ja, das Produkt ist für Anwendungen bis zum Beginn der Blüte (BBCH-Stadium 61) zugelassen. Ein späterer Einsatz zielt vor allem auf die Bekämpfung von spätem Echten Mehltau auf den oberen Laubblättern und dem Fahnenblatt ab, um die Assimilationsfläche der Kultur zu schützen.

Welche Aufwandmenge ist für eine sichere Wirkung einzuhalten?

Die zugelassene Aufwandmenge beträgt konstant 0,5 l/ha. Du solltest diese Dosierung nicht reduzieren, um eine ausreichende Wirkstoffkonzentration an der Halmbasis zu gewährleisten und das Risiko von Resistenzbildungen zu minimieren.

Wie integriere ich Flexity am besten in mein Antiresistenzmanagement?

Da Metrafenone zur FRAC-Gruppe 50 gehört, solltest du es pro Saison maximal ein- bis zweimal anwenden. Kombiniere es idealerweise mit einem Triazol oder Carboxamid (SDHI) in der Spritzfolge, um unterschiedliche biochemische Angriffspunkte zu nutzen und die Selektion resistenter Pilzstämme zu verhindern.

Worauf muss ich bei der Anwendung in der Nähe von Gewässern achten?

Da der Wirkstoff Metrafenone als gewässerbelastend eingestuft ist, musst du die gesetzlich vorgeschriebenen Abstände zu Oberflächengewässern einhalten. Nutze abdriftmindernde Düsentechnik und vermeide die Applikation bei windigem Wetter, um den Eintrag in angrenzende Biotope zu verhindern.