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Sonstige · SUMITOMO CHEMICAL

Foray 76 B

BVL Zul.-Nr. 02A173-00

Foray 76 B ist ein hochwirksames biologisches Pflanzenschutzmittel auf Basis des bewährten Bakterienstamms Bacillus thuringiensis subspecies kurstaki (Stamm ABTS-351). Als flüssige Formulierung ist dieses Präparat speziell für den Einsatz gegen freifressende Schmetterlingsraupen in Forstkulturen sowie im Zierpflanzen- und Gehölzbereich konzipiert. Es hat sich als Standardlösung im integrierten Pflanzenschutz sowie im ökologischen Anbau etabliert, da es gezielt Schaderreger erfasst, während nützliche Organismen weitgehend geschont werden.

Die flüssige Formulierung ermöglicht eine einfache Handhabung und eine gleichmäßige Verteilung auf den Zielflächen, was besonders bei der Ausbringung in dichten Kronenbereichen von Laub- und Nadelgehölzen von entscheidender Bedeutung ist. Da das Mittel als Fraßgift wirkt, steht die lückenlose Benetzung der gesamten Blattoberfläche im Vordergrund, um eine schnelle Wirkstoffaufnahme durch die schädlichen Larven zu garantieren.

Wirkstoffe

Bacillus thuringiensis subspecies kurstaki Stamm ABTS-351 (Stamm HD-1)
206.5 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff *Bacillus thuringiensis subspecies kurstaki* (zugeordnet der IRAC-Gruppe 11) basiert auf hochspezifischen Kristallproteinen (Protoxinen), die während der Sporenbildung des Bakteriums entstehen. Nach der Aufnahme durch die Schmetterlingsraupen werden diese Proteine im stark alkalischen Milieu des Larvenmitteldarms aktiviert. Die aktivierten Toxine binden an spezifische Rezeptoren der Darmwandzellen, was zur Bildung von Poren, zum Zusammenbruch des osmotischen Gleichgewichts und letztlich zur schnellen Lyse der Darmzellen führt. Dieser hochselektive Mechanismus führt zu einem schnellen Fraßstopp innerhalb weniger Stunden nach der Aufnahme, selbst wenn die Raupen noch einige Tage auf der Kultur verbleiben, bevor sie endgültig absterben. Da der Wirkstoff zwingend im Darm aktiviert werden muss und spezifische Rezeptoren erfordert, ist die Wirkung auf Schmetterlingsraupen beschränkt, was eine hervorragende Selektivität gegenüber Nichtzielorganismen wie Bienen oder räuberischen Nützlingen gewährleistet.

Resistenzmanagement

Obwohl für *Bacillus thuringiensis* (IRAC-Gruppe 11) aufgrund des komplexen Wirkungsmechanismus im Darm der Larven ein generell sehr geringes Resistenzrisiko besteht, solltest du im Sinne eines nachhaltigen Pflanzenschutzes ein aktives Resistenzmanagement betreiben. Vermeide den ausschließlichen, wiederholten Einsatz dieses Mittels über mehrere Generationen des Schaderregers hinweg. Integriere stattdessen mechanische Maßnahmen, fördere natürliche Gegenspieler und wechsle bei Bedarf mit insektiziden Wirkstoffen aus anderen IRAC-Klassen ab, um die Selektion resistenter Populationen langfristig zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Herstellung von Tankmischungen ist besonders auf den pH-Wert der Spritzbrühe zu achten. Da die Bt-Toxine im alkalischen Bereich instabil sind und vorzeitig abgebaut werden können, sollte der pH-Wert des Wassers im neutralen bis leicht sauren Bereich (pH 5,5 bis 6,5) liegen; verwende bei Bedarf einen geeigneten pH-Puffer. Foray 76 B ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern mischbar, jedoch solltest du stark alkalische Produkte wie Kupferpräparate oder Kalkbrühen meiden. Führe vor großflächigen Anwendungen stets eine Mischungsprobe im kleinen Maßstab durch.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Foray 76 B steht der Schutz des Anwenders im Vordergrund; trage stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Atemschutz bei der Handhabung des Konzentrats, um das Einatmen von Aerosolen zu vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsbescheid vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern dennoch auf Anwendungen direkt in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, verzichten und Behandlungen bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen. Vermeide zudem jegliche Abdrift in angrenzende Gewässer, um aquatische Ökosysteme vorsorglich zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
LaubholzFreifressende Schmetterlingsraupen2.5 LITER_PER_HECTARE
NadelholzFreifressende Schmetterlingsraupen2.5 LITER_PER_HECTARE
NadelholzFreifressende Schmetterlingsraupen2.5 LITER_PER_HECTARE
ZierlaubgehölzeFreifressende Schmetterlingsraupen2.5 LITER_PER_HECTARE
LaubholzFreifressende Schmetterlingsraupen2.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Foray 76 B?

Der beste Zeitpunkt ist, wenn die ersten Larven (bevorzugt in den jungen Stadien L1 bis L3) schlüpfen und aktiv zu fressen beginnen. Da das Mittel als Fraßgift wirkt, müssen die Raupen die behandelten Blätter aufnehmen. Achte auf warme, trockene Witterung am Anwendungstag, damit die Raupen aktiv fressen und das Mittel gut auf den Blättern antrocknen kann.

Welchen Einfluss hat UV-Strahlung auf die Wirkung des Mittels?

Die im Produkt enthaltenen bakteriellen Proteine und Sporen sind empfindlich gegenüber intensiver UV-Strahlung und werden durch Sonnenlicht mit der Zeit abgebaut. Um die Wirkungsdauer auf dem Blatt zu maximieren, solltest du die Anwendung in den späten Nachmittagsstunden oder bei bedecktem Himmel durchführen.

Wie verhält sich Foray 76 B bei Regen nach der Anwendung?

Das Mittel benötigt eine gewisse Antrocknungszeit auf der Blattoberfläche, um regenfest zu werden. Setzt innerhalb weniger Stunden nach der Spritzung starker Regen ein, kann der Belag abgewaschen werden, was die Wirkung deutlich mindert. In solchen Fällen solltest du die Behandlung wiederholen, sobald die Blätter abgetrocknet sind und die Schädlinge wieder aktiv fressen.

Warum ist der pH-Wert des Spritzwassers so wichtig für den Erfolg?

Die aktiven Proteinkristalle von *Bacillus thuringiensis* sind auf ein saures bis neutrales Milieu in der Spritzbrühe angewiesen. Bei einem alkalischen pH-Wert (über 7) können sich die Toxine bereits im Tank vorzeitig auflösen und ihre Wirksamkeit verlieren, bevor sie von den Raupen aufgenommen werden. Überprüfe daher dein Spritzwasser und korrigiere es gegebenenfalls mit einem pH-Regulator.

Wie kann ich feststellen, ob die Behandlung erfolgreich war, wenn ich noch lebende Raupen sehe?

Nach der Aufnahme des Wirkstoffs setzt bei den Raupen innerhalb weniger Stunden ein Fraßstopp ein, da ihr Verdauungstrakt gelähmt wird. Die Larven können danach noch einige Tage träge auf den Blättern sitzen oder sich langsam bewegen, bevor sie endgültig absterben. Der Erfolg zeigt sich primär daran, dass keine neuen Fraßschäden an deinen Kulturen entstehen.