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Sonstige · Corteva Agriscience Germany GmbH

Garlon

BVL Zul.-Nr. 007003-60

Garlon ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Regulierung von schwer bekämpfbaren, zweikeimblättrigen Unkräutern und holzigen Schaderregern. Als flüssiges Herbizidkonzentrat vereint es zwei bewährte Wirkstoffe, um eine schnelle und nachhaltige Wirkung bis in das Wurzelsystem zu gewährleisten. Es hat sich als Standardlösung in der Grünlandpflege, im Forst sowie in Sonderkulturen wie dem Weinbau etabliert.

Das breite Wirkungsspektrum umfasst hartnäckige Problemunkräuter wie Ampfer-Arten, die Große Brennnessel, Wiesen-Löwenzahn und Bärenklau-Arten sowie unerwünschtes Laubholz. Im Weinbau wird das Mittel zudem erfolgreich für die mechanisch schonende Abtötung von Wurzelschossern eingesetzt. Dank seiner flexiblen Anwendungsmöglichkeiten über eine breite Spanne von BBCH-Stadien (BBCH 1 bis 92) lässt sich das Produkt optimal in bestehende Pflegestrategien integrieren.

Durch die schnelle Aufnahme über das Blattwerk und die anschließende systemische Verteilung im Saftstrom der Pflanzen wird ein rascher Vegetationsstopp erzielt. Dies macht das Produkt zu einem unverzichtbaren Werkzeug für professionelle Anwender, die Kulturflächen und Weiden dauerhaft produktiv und frei von dominanten Unkräutern halten wollen.

Wirkstoffe

Fluroxypyr
216 g/L · Wirkstoff
Triclopyr
209 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Aktivität von Garlon basiert auf der Kombination der beiden Wirkstoffe Fluroxypyr und Triclopyr. Beide Substanzen gehören zur HRAC-Gruppe 4 (synthetische Auxine). Sie wirken imitiert als pflanzeneigene Wuchsstoffe (Indol-3-essigsäure) und greifen direkt in das hormonelle Steuerungssystem der empfindlichen Schaderreger ein. Nach der Aufnahme über die grünen Pflanzenteile werden die Wirkstoffe sowohl akropetal als auch basipetal in die Wachstumszonen (Meristeme) transportiert. Dort führen sie zu einer unkontrollierten Überstimulation des Zellwachstums und der Zellteilung. Dies äußert sich visuell in typischen Wuchsdeformationen (Epinastien), wie dem Verdrehen von Stängeln und Blättern. In der Folge bricht das Leitgewebe der Pflanzen zusammen, was zum vollständigen Absterben des Unkrauts oder des Laubholzes führt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, solltest du Garlon stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Da beide Wirkstoffe der HRAC-Gruppe 4 angehören, ist es ratsam, Behandlungen mit Herbiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Glyphosat oder ALS-Inhibitoren) abzuwechseln oder diese in der Fruchtfolge zu kombinieren. Zudem empfiehlt es sich, mechanische Pflegemaßnahmen wie das regelmäßige Mähen oder Mulchen in das Management einzubeziehen, um den Selektionsdruck auf die Wirkstoffgruppe zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Garlon ist im Allgemeinen gut mit gängigen Pflanzenschutzmitteln mischbar. Vor der Herstellung einer Tankmischung solltest du jedoch stets eine physikalische Mischprobe (Kübeltest) mit den vorgesehenen Partnern durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide Mischungen bei extremen Witterungsbedingungen wie starker Hitze oder anhaltender Trockenheit, da dies die Kulturverträglichkeit beeinträchtigen kann. Die Spritzbrühe sollte nach dem Ansetzen umgehend ausgebracht und nicht über längere Zeit stehen gelassen werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzbrille, unerlässlich. Zum Schutz von Nichtzielpflanzen und Gewässern ist eine abdriftfreie Applikation sicherzustellen. Da keine spezifische Bienengefährdungsstufe angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht auf blühende Kulturen oder aktiv von Bienen beflogene Unkräuter ausrichten. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GräserAmpfer-Arten13–492 LITER_PER_HECTARE
WeinrebeAbtötung von Wurzelschossern200 LITER_PER_1000_LITER_WATER
GräserAmpfer-Arten13–492 LITER_PER_HECTARE
WeinrebeWeinrebe1–92200 LITER_PER_1000_LITER_WATER
Wiesen, WeidenAmpfer-Arten40 LITER_PER_1000_LITER_WATER7T
Wiesen, WeidenWiesen-Löwenzahn, Große Brennnessel, Ampfer-Arten2 LITER_PER_HECTARE7T
GräserAmpfer-Arten13–492 LITER_PER_HECTARE
Wiesen, WeidenGroße Brennnessel, Ampfer-Arten2 LITER_PER_HECTARE7T
Wiesen, WeidenLaubholz2 LITER_PER_HECTARE7T
Landwirtschaftlich nicht genutzte GrasflächenBärenklau-Arten, Laubholz, Große Brennnessel2 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie wirkt Garlon gegen tiefwurzelnde Unkräuter wie Ampfer oder Bärenklau?

Das Produkt wirkt systemisch. Die Wirkstoffe Fluroxypyr und Triclopyr werden rasch über die Blätter aufgenommen und bis in die tiefen Wurzelstrukturen transportiert. Dadurch wird der Wiederaustrieb dieser hartnäckigen Schaderreger nachhaltig unterbunden.

Was musst du bei der Anwendung zur Wurzelschosserbekämpfung im Weinbau beachten?

Achte penibel darauf, dass die Spritzbrühe ausschließlich die unerwünschten Wurzelschosser am Stammfuß trifft. Die grüne Rinde, Blätter und Triebe der Hauptrebe dürfen keinesfalls mit dem Mittel in Kontakt kommen, um Schäden an der Kultur zu vermeiden. Die Verwendung eines Spritzschirms wird dringend empfohlen.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung von Laubholz und Gestrüpp?

Die beste Wirkung erzielst du, wenn sich die Gehölze im aktiven Wachstum befinden und eine ausreichend große Blattfläche für die Wirkstoffaufnahme ausgebildet haben. Dies ist meist vom späten Frühjahr bis in den Spätsommer hinein der Fall.

Welche Wartezeit musst du nach der Anwendung einhalten?

Die einzuhaltende Wartezeit zwischen der Behandlung und der Nutzung der Fläche (z. B. durch Beweidung oder Mahd) beträgt laut Registrierung einheitlich 7 Tage. Dies stellt sicher, dass keine unzulässigen Rückstände in den Futterkreislauf gelangen.

Kannst du das Produkt bei Frost oder extremer Hitze spritzen?

Nein, vermeide Anwendungen bei Frost sowie bei Temperaturen über 25 °C oder unter extremer Trockenheit. Unter solchen Stressbedingungen ist der Saftstrom der Pflanzen verlangsamt, was die systemische Verteilung des Herbizids stark beeinträchtigt und die Wirkung mindert.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Produkte gegen Ampfer-Arten?

Du kannst in unserer Datenbank gezielt nach dem Schaderreger 'Ampfer-Arten' filtern. Dort werden dir alle für deine Kultur registrierten Pflanzenschutzmittel übersichtlich mit ihren Aufwandmengen und Anwendungsbestimmungen angezeigt.