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OTHER · Bayer CropScience Deutschland GmbH

GLACIS

BVL Zul.-Nr. 025287-62

GLACIS ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide (Weizen, Gerste, Roggen, Triticale) und Raps. Als modernes Pflanzenschutzmittel auf Basis des bewährten Wirkstoffs Prothioconazol ist es als Emulsionskonzentrat (EC) formuliert. Diese Formulierung gewährleistet eine schnelle Aufnahme durch die Pflanzenteile und eine gleichmäßige Verteilung in der Kultur, was zu einem langanhaltenden Schutz führt.

Das Wirkungsspektrum umfasst wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie Septoria-Arten, Rostpilze (Braun- und Gelbrost), Echten Mehltau sowie die Halmbruchkrankheit im Getreide. Im Raps bietet das Mittel einen hervorragenden Schutz gegen Sclerotinia-Stängelfäule. Durch seine protektiven, kurativen und teils eradikativen Eigenschaften sichert GLACIS die Ertragsleistung und die Korn- bzw. Saatgutqualität auch unter hohem Infektionsdruck.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb des FRAC-Codes der Gruppe 3 (Demethylierungs-Inhibitoren, DMI) zugeordnet. Die biochemische Wirkung basiert auf der Hemmung der C14-Demethylase in der Sterol-Biosynthese der Pilze. Ohne Ergosterol verliert die Zellmembran der Schaderreger ihre strukturelle Integrität und Funktionalität, was das Wachstum des Myzels stoppt und letztlich zum Absterben des Pilzes führt. Nach der Anwendung dringt der Wirkstoff schnell in das Blattgewebe ein und wird akropetal, also mit dem Saftstrom nach oben, in der Kultur verteilt. Dies schützt auch neu zuwachsende Pflanzenteile effektiv vor einer Infektion und sorgt für eine langanhaltende Depotwirkung im behandelten Gewebe.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen den Wirkstoff Prothioconazol (FRAC-Gruppe 3) zu minimieren, ist ein konsequentes Antiresistenzmanagement erforderlich. GLACIS sollte im Rahmen einer Spritzfolge stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen eingesetzt werden, die einen unterschiedlichen Wirkungsmechanismus aufweisen – beispielsweise mit SDHI-Fungiziden (FRAC-Gruppe 7) oder Strobilurinen (FRAC-Gruppe 11). Zudem empfiehlt sich bei hohem Infektionsdruck die Kombination mit Kontakt- oder Multisite-Fungiziden, um Selektionsprozesse in den Schaderreger-Populationen effektiv zu unterbinden.

Mischbarkeit & Tankmischung

GLACIS zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wassermenge und eine kontinuierliche Rührung im Spritztank zu achten. Generell wird empfohlen, zuerst feste Formulierungen und anschließend flüssige Produkte wie GLACIS in den Tank zu geben. Um Unverträglichkeiten aufgrund lokaler Wasserqualitäten oder spezifischer Mischungspartner auszuschließen, sollte vor der großflächigen Anwendung stets ein physischer Mischbarkeitstest (Kübeltest) durchgeführt werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel GLACIS ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) strikt einzuhalten. Der Wirkstoff ist bezüglich seiner Toxizität für Bienen und andere Nützlinge als bienenungefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte die Anwendung zur Schonung von Bestäubern außerhalb des aktiven Bienenflugs in den Abendstunden erfolgen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria nodorum25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)0–320.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
RoggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)0–320.8 LITER_PER_HECTARE
RoggenRhynchosporium secalis25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
GersteRhynchosporium secalis25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenFusarium-Arten61–690.8 LITER_PER_HECTARE
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
GersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)0–320.8 LITER_PER_HECTARE
RapsSclerotinia sclerotiorum0.7 LITER_PER_HECTARE
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)25–610.8 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen die Halmbruchkrankheit im Getreide?

Die Bekämpfung der Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) sollte idealerweise im frühen Frühjahr zu Beginn des Schossens (BBCH-Stadien 30 bis 32) erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt ist die Basis der jungen Halme noch gut für den Spritzbrühebelag erreichbar, wodurch das Eindringen des Pilzes in das Gewebe effektiv verhindert wird.

Wie unterstützt GLACIS die Ertragssicherung im Rapsanbau?

Im Raps liegt der Fokus auf der Bekämpfung der Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum). Die Anwendung erfolgt meist während der Vollblüte (BBCH 63 bis 65), da herabfallende Blütenblätter, die in den Blattachseln hängenbleiben, die primäre Infektionsquelle darstellen. Der Wirkstoff schützt diese sensiblen Bereiche vor dem Eindringen des Pilzes.

Kann GLACIS auch bei kühlen Frühjahrstemperaturen eingesetzt werden?

Ja, Prothioconazol besitzt eine gute Systemik und Wirkungsstabilität auch bei mäßigen Temperaturen ab etwa 8 bis 10 °C. Für eine optimale Aufnahme und systemische Verteilung in der Kultur sind jedoch wüchsige Bedingungen und eine ausreichende relative Luftfeuchtigkeit von Vorteil.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine spezifische Kultur?

Nutzen Sie die Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech, um gezielt nach Ihrer Kultur (z. B. Winterweizen oder Raps) und dem spezifischen Schaderreger zu filtern. Das System listet Ihnen alle in Deutschland registrierten Produkte inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen und Wirkstoffklassen auf.

Warum ist der Wirkstoffwechsel (Fungizidrotation) bei der Bekämpfung von Septoria tritici so wichtig?

Septoria tritici besitzt ein hohes Potenzial zur Ausbildung von Resistenzen gegenüber Triazolen (DMI). Durch den gezielten Wechsel mit Wirkstoffen aus anderen FRAC-Klassen (wie SDHI oder Kontaktwirkstoffen) wird verhindert, dass sich weniger empfindliche Pilzstämme in der Kultur selektieren und vermehren.

Welche Rolle spielt die Wasserhärte bei der Ausbringung von GLACIS?

GLACIS ist als Emulsionskonzentrat relativ unempfindlich gegenüber moderaten Schwankungen der Wasserhärte. Bei extrem hartem Wasser kann jedoch die Zugabe eines geeigneten pH-Puffers oder Wasserkonditionierers die physikalische Stabilität der Spritzbrühe und die Wirkstoffaufnahme durch die Wachsschicht der Blätter optimieren.