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OTHER · Syngenta Agro GmbH

Globaztar AZT 250 SC

BVL Zul.-Nr. 025090-61

Globaztar AZT 250 SC ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung ertragsrelevanter Rostpilze in verschiedenen Getreidekulturen. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Verteilung auf der Blattoberfläche und eine schnelle Aufnahme in das Pflanzengewebe aus. Es bietet Landwirten eine verlässliche Lösung, um die Vitalität und das Ertragspotenzial ihrer Bestände in kritischen Wachstumsphasen abzusichern.

Der Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur Klasse der Strobilurine und deckt ein breites Spektrum an Schaderregern ab. Im Fokus der Zulassung stehen insbesondere Rostpilze wie Braunrost in Weizen und Roggen, Zwergrost in Gerste sowie Haferkronenrost in Hafer. Durch seine ausgeprägten protektiven und kurativen Eigenschaften schützt das Mittel sowohl vor einer Neuinfektion als auch vor der weiteren Ausbreitung bereits vorhandener Pilzsporen.

Dank der langanhaltenden Dauerwirkung und des ausgeprägten Greening-Effekts trägt Globaztar AZT 250 SC dazu bei, die Photosyntheseaktivität der Kulturen auch unter Stressbedingungen aufrechtzuerhalten. Dies führt zu einer optimierten Kornfüllungsphase und sichert somit die Qualitäten und Erträge im modernen Getreideanbau.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Globaztar AZT 250 SC enthaltene Wirkstoff Azoxystrobin ist der Gruppe der Qo-Inhibitoren (QoI) zuzuordnen und im FRAC-Code unter der Gruppe 11 klassifiziert. Die biochemische Wirkung beruht auf der Blockade des Elektronentransports in den Mitochondrien der Pilzzellen, genauer gesagt an der Qo-Schnittstelle des Cytochrom-bc1-Komplexes. Dadurch wird die ATP-Synthese unterbunden, was zum raschen Energiemangel und letztlich zum Absterben des Schaderregers führt. Azoxystrobin wirkt primär protektiv, weshalb eine Anwendung vor oder unmittelbar zu Infektionsbeginn den besten Bekämpfungserfolg erzielt. Nach der Applikation wird der Wirkstoff translaminar und systemisch (akropetal) in der Kultur verteilt. Dies gewährleistet, dass auch der Neuzuwachs sowie die Blattunterseiten effektiv vor dem Eindringen der Keimschläuche und der Appressorienbildung der Rostpilze geschützt werden.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegenüber Strobilurinen (FRAC-Gruppe 11) zu minimieren, muss Globaztar AZT 250 SC stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Es wird dringend empfohlen, das Pflanzenschutzmittel in Spritzfolgen oder als Tankmischung mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen zu kombinieren, die einen unterschiedlichen Wirkungsmechanismus aufweisen (beispielsweise Triazole/DMI aus der FRAC-Gruppe 3 oder Carboxamide/SDHI aus der FRAC-Gruppe 7). Zudem sollte die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison strikt eingehalten und ein wiederholter Solo-Einsatz von Strobilurinen konsequent vermieden werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Globaztar AZT 250 SC weist eine breite physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden sowie flüssigen Blattdüngern auf. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zu achten, um eine homogene Benetzung des Getreidebestandes sicherzustellen. Die Zugabe von Additiven oder Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, kann jedoch unter extrem trockenen Bedingungen die Wirkstoffaufnahme unterstützen. Vor dem Ansetzen größerer Mengen wird stets ein Mischungstest im kleinen Maßstab empfohlen, um unerwünschte Ausfällungen zu vermeiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Globaztar AZT 250 SC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, obligatorisch. Da der Wirkstoff Azoxystrobin als gewässergefährdend eingestuft ist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) strikt eingehalten werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, weshalb Behandlungen auch in blühenden Beständen außerhalb des täglichen Bienenflugs möglich sind. Zum Schutz von Nichtzielorganismen und Bodenlebewesen sind die lokalen Anwendungsbestimmungen und Gewässerschutzzonen genauestens zu beachten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)30–611 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)30–611 LITER_PER_HECTARE
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)30–611 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)30–591 LITER_PER_HECTARE
HaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)32–591 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Globaztar AZT 250 SC gegen Rostpilze im Getreide?

Der optimale Behandlungszeitpunkt liegt im BBCH-Bereich 30 bis 61, sobald erste Symptome von Braunrost, Zwergrost oder Haferkronenrost im Feld festgestellt werden oder der Warndienst vor akutem Infektionsdruck warnt. Da der Wirkstoff Azoxystrobin primär protektiv wirkt, erzielt eine vorbeugende Spritzung kurz vor dem Hauptinfektionsereignis die beste Dauerwirkung.

Wie wirkt sich der "Greening-Effekt" von Globaztar AZT 250 SC auf die Kulturen aus?

Neben der fungiziden Wirkung beeinflusst Azoxystrobin die Physiologie der Kultur positiv. Es reduziert die Ethylenbildung in der Pflanze, was den Alterungsprozess der Blätter verzögert. Die Blätter bleiben länger grün und photosynthetisch aktiv (Greening-Effekt), was insbesondere in Trockenperioden die Stresstoleranz erhöht und die Kornfüllungsphase verlängert.

Kann Globaztar AZT 250 SC in Tankmischung mit Wachstumsreglern ausgebracht werden?

Ja, eine Mischung mit gängigen Wachstumsreglern ist im Regelfall gut verträglich. Solche Mischungen sollten bevorzugt in den BBCH-Stadien 31 bis 32 ausgebracht werden, um die Standfestigkeit des Getreides parallel zum frühen Fungizidschutz zu sichern. Achten Sie darauf, die Mischungspartner stets vollständig im Tank aufzulösen.

Warum ist der Wirkstoffwechsel bei der Bekämpfung von Rostpilzen so wichtig?

Rostpilze besitzen ein hohes Vermehrungspotenzial und können schnell Resistenzen gegenüber bestimmten Wirkstoffklassen entwickeln. Da Azoxystrobin (FRAC-Gruppe 11) einen spezifischen Einort-Wirkungsmechanismus besitzt, ist das Risiko einer Selektion resistenter Pilzstämme erhöht. Ein konsequenter Wechsel oder die Kombination mit Triazolen (FRAC-Gruppe 3) sichert die langfristige Wirksamkeit beider Wirkstoffklassen.

Welche Rolle spielt die Wasserhärte und die Wasseraufwandmenge bei der Applikation?

Die Wasserhärte hat keinen signifikanten Einfluss auf die Stabilität von Globaztar AZT 250 SC. Für eine optimale Benetzung der dichten Getreidebestände wird jedoch eine Wasseraufwandmenge von 200 bis 400 l/ha empfohlen. Eine feine bis mittlere Tropfenapplikation stellt sicher, dass auch die unteren Blattetagen, auf denen Infektionen oft beginnen, ausreichend benetzt werden.

Wie verhält sich das Pflanzenschutzmittel bei unbeständigem Wetter nach der Anwendung?

Globaztar AZT 250 SC ist nach dem Antrocknen des Spritzbelags (in der Regel nach ca. 1 bis 2 Stunden) hervorragend regenfest. Da der Wirkstoff rasch in die Wachsschicht des Blattes eindringt und translaminar verteilt wird, mindern moderate Niederschläge kurz nach dem Antrocknen die fungizide Schutzwirkung nicht.