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OTHER · Certis Belchim B.V.

Herbistop Ultra

BVL Zul.-Nr. 008529-63

Herbistop Ultra ist ein hochwirksames, nicht-selektives Kontaktherbizid auf Basis des natürlichen Wirkstoffs Pelargonsäure (500 g/l). Als Emulsionskonzentrat (EC) formuliert, bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine schnelle und gezielte Wirkung gegen ein breites Spektrum von unerwünschten Beikräutern und Moosen. Es hat sich als wertvolles Werkzeug sowohl im professionellen Anbau als auch in sensiblen Bereichen etabliert, in denen der Einsatz systemischer Herbizide eingeschränkt oder unerwünscht ist.

Das Mittel zeichnet sich durch seine rein kontaktaktive Wirkungsweise aus. Da der Wirkstoff nicht in der Kultur translokiert wird, eignet sich Herbistop Ultra hervorragend für die gezielte Unterblattspritzung oder Zwischenreihenbehandlung. Es erfasst zuverlässig einjährige einkeimblättrige und zweikeimblättrige Unkräuter sowie Moose in verschiedenen Kulturen, darunter im Obst- und Zierpflanzenbau, ohne den Boden nachhaltig zu belasten.

In modernen, integrierten Pflanzenschutzstrategien schließt Herbistop Ultra die Lücke zwischen mechanischer Unkrautbekämpfung und chemischem Standard-Herbizideinsatz. Dank der schnellen Wirkstoffbiologie ist der Behandlungserfolg bereits nach wenigen Stunden visuell erkennbar, was dem Anwender eine sofortige Kontrolle über den Applikationserfolg ermöglicht.

Wirkstoffe

Pelargonsäure
500 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Pelargonsäure ist eine gesättigte Fettsäure, die rein physikalisch-chemisch über den direkten Kontakt mit den grünen Pflanzenteilen wirkt. Nach der Applikation dringt die Säure rasch in die schützende Kutikula der Blätter ein und zerstört die Zellmembranen der Epidermiszellen. Dies führt zu einer sofortigen Erhöhung der Membranpermeabilität, wodurch die betroffenen Pflanzenzellen unkontrolliert Wasser und Zellsaft verlieren. Dieser Prozess resultiert in einer extrem schnellen Dehydration und dem anschließenden Absterben des getroffenen Gewebes (Nekrose). Da der Wirkstoff keine systemischen Eigenschaften besitzt, findet kein Transport innerhalb der Leitungsbahnen der Kultur statt. Nur diejenigen Pflanzenteile, die direkt von der Spritzbrühe benetzt werden, sterben ab. Für eine optimale Wirkung sind daher warme Temperaturen, Sonnenschein und eine lückenlose Benetzung der Schaderreger essenziell.

Resistenzmanagement

Aufgrund des rein physikalisch-kontaktaktiven Wirkungsmechanismus der Pelargonsäure (HRAC-Gruppe 0, ehemals Z) ist das Risiko für eine Resistenzentwicklung bei den Zielunkräutern als extrem gering einzustufen. Dennoch sollte Herbistop Ultra im Rahmen eines vorausschauenden Resistenzmanagements sinnvoll in ein Gesamtkonzept integriert werden. Dies umfasst den Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen sowie die Kombination mit mechanischen Regulierungsmaßnahmen, um den Selektionsdruck auf einzelne Unkrautarten dauerhaft niedrig zu halten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Planung von Tankmischungen ist zu beachten, dass Herbistop Ultra für eine optimale Kontaktwirkung eine hohe Wasseraufwandmenge erfordert, um eine vollständige Benetzung der Schaderreger zu garantieren. Mischungen mit anderen Pflanzenschutzmitteln sollten vorab auf physikalische Kompatibilität und Kulturverträglichkeit geprüft werden. Extrem saures oder stark kalkhaltiges Wasser kann die Emulsionsstabilität negativ beeinflussen. Der Zusatz von zusätzlichen Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine maximale Haftung und Verteilung optimiert ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Pelargonsäure ist ein in der Natur vorkommender Stoff, der im Boden extrem schnell durch Mikroorganismen abgebaut wird und keine persistenten Rückstände hinterlässt. Dennoch erfordert die stark ätzende Wirkung der konzentrierten Säure beim Ansetzen der Spritzbrühe strikte Arbeitsschutzmaßnahmen; das Tragen von persönlicher Schutzausrüstung (insbesondere Schutzbrille und chemikalienbeständige Handschuhe) ist zwingend erforderlich. Zum Schutz von Nichtzielpflanzen und Gewässern sind die in der Zulassung definierten Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungen genau einzuhalten. Das Mittel ist bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Wege und Plätze mit HolzgewächsenMoose0.0018000000854954123 LITER_PER_SQUARE_METER
ZierpflanzenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.0022500001068692654 LITER_PER_SQUARE_METER
Wege und PlätzeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.0022500001068692654 LITER_PER_SQUARE_METER
Wege und Plätze mit HolzgewächsenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.0022500001068692654 LITER_PER_SQUARE_METER

Häufige Fragen

Wie schnell setzt die sichtbare Wirkung von Herbistop Ultra ein?

Die Wirkung setzt extrem rasch ein. Unter optimalen Bedingungen – warmes Wetter über 15 °C und direkte Sonneneinstrahlung – sind erste Welkeerscheinungen und Verfärbungen an den getroffenen Unkräutern bereits nach 1 bis 3 Stunden deutlich sichtbar.

Kann Herbistop Ultra auch zur Bekämpfung von mehrjährigen Unkräutern genutzt werden?

Da Herbistop Ultra ein reines Kontaktherbizid ohne systemische Wirkung ist, werden nur die direkt getroffenen, oberirdischen Pflanzenteile zerstört. Mehrjährige Unkräuter mit tiefen Wurzel- oder Rhizomsystemen (wie Disteln oder Quecken) werden zwar oberflächlich geschädigt, treiben jedoch meist nach einiger Zeit wieder aus. Hier sind Folgespritzungen oder mechanische Maßnahmen zur dauerhaften Regulierung notwendig.

Welchen Einfluss hat die Witterung auf den Behandlungserfolg?

Die Witterung ist entscheidend für die Effizienz: Die besten Ergebnisse werden an sonnigen, warmen Tagen erzielt, da die Zerstörung der Zellmembranen bei aktiver Transpiration der Pflanzen beschleunigt wird. Bei Temperaturen unter 10 °C oder bei bedecktem Himmel verzögert sich der Wirkungseintritt erheblich. Zudem muss die Spritzbrühe vor dem nächsten Regen vollständig angetrocknet sein.

Warum ist die Wasseraufwandmenge bei diesem Pflanzenschutzmittel so wichtig?

Da Pelargonsäure ausschließlich dort wirkt, wo sie die Pflanze direkt berührt, ist eine lückenlose und tropfnasse Benetzung der Unkräuter und Moose zwingend erforderlich. Eine zu geringe Wassermenge führt zu unvollständiger Benetzung, wodurch Teile der Schaderreger überleben und sich schnell regenerieren können.

Darf Herbistop Ultra im Unterwuchs von Gehölzen und Obstbäumen eingesetzt werden?

Ja, eine Anwendung im Unterwuchs von tiefwurzelnden Kulturen wie Kernobst ist möglich, da der Wirkstoff nicht über verholzte Pflanzenteile oder die Wurzeln aufgenommen wird. Es muss jedoch strikt darauf geachtet werden, dass kein Spritznebel auf grüne, noch nicht verholzte Triebe, Blätter oder Früchte der Kultur gelangt, da diese sonst ebenfalls geschädigt werden.

Gibt es Einschränkungen bezüglich des Nachbaus oder von Wartezeiten?

Da Pelargonsäure im Boden innerhalb kürzester Zeit biologisch abgebaut wird, gibt es keine nachhaltigen Einschränkungen für nachfolgende Kulturen. Sobald das Mittel angetrocknet und abgebaut ist, können theoretisch Neuanpflanzungen oder Nachsaaten erfolgen. Beachten Sie jedoch stets die spezifischen nationalen Zulassungsbestimmungen und Wartezeiten der jeweiligen Kultur.