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Sonstige · ISK Biosciences Europe N.V.

Hinoki

BVL Zul.-Nr. 034837-61

Hinoki ist ein hochwirksames, boden- und blattaktives Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von Unkräutern. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG) mit dem Wirkstoff Flazasulfuron, hat sich das Produkt als Standardlösung im Weinbau sowie auf ausgewählten Nichtkulturland- und Zierpflanzenflächen etabliert. Es zeichnet sich durch ein breites Wirkungsspektrum aus, das sowohl einjährige einkeimblättrige als auch zweikeimblättrige Schaderreger erfasst.

Durch die Kombination aus schneller Blattwirkung und langanhaltender Bodenwirkung verhindert Hinoki über Wochen hinweg den Auflauf neuer Unkrautwellen. Dies macht das Produkt zu einem wirtschaftlichen Baustein in der modernen Unterstockpflege, da es die Anzahl mechanischer oder chemischer Folgebehandlungen spürbar reduziert. Auch schwer bekämpfbare Schaderreger wie der Acker-Schachtelhalm werden bei rechtzeitiger Anwendung zuverlässig im Wachstum gehemmt.

Die moderne Formulierung sorgt für eine hervorragende Löslichkeit im Spritztank und eine einfache Handhabung bei der Dosierung. Dank der langanhaltenden Depotwirkung im Boden bleibt deine Kultur über einen ausgedehnten Zeitraum frei von konkurrierendem Unkrautwuchs, was die Nährstoff- und Wasserverfügbarkeit für die Hauptkultur sichert.

Wirkstoffe

Flazasulfuron
250 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Hinoki enthaltene Wirkstoff Flazasulfuron gehört zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe und ist in die HRAC-Gruppe 2 (früher Gruppe B) eingestuft. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Blockade des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist für Pflanzen essenziell, da es die Synthese der verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin steuert. Nach der Applikation nehmen die Schaderreger den Wirkstoff sowohl über die Blätter als auch über die Wurzeln rasch auf. Flazasulfuron wird systemisch in der Pflanze transportiert und sammelt sich in den meristematischen Geweben an. Durch die Hemmung der ALS kommt die Zellteilung und somit das Wachstum der Unkräuter fast augenblicklich zum Stillstand. Erste Symptome wie Vergilbungen (Chlorosen) an den Vegetationspunkten zeigen sich nach wenigen Tagen, gefolgt von einer fortschreitenden Nekrose und dem vollständigen Absterben der Schadpflanzen innerhalb von zwei bis vier Wochen.

Resistenzmanagement

Um einer Selektion resistenter Biotypen vorzubeugen, solltest du Hinoki unbedingt im Rahmen eines integrierten Antiresistenzmanagements einsetzen. Da Flazasulfuron als ALS-Inhibitor (HRAC-Gruppe 2) ein erhöhtes Risiko für Resistenzbildungen aufweist, ist die Anzahl der Anwendungen pro Saison strikt zu begrenzen. Kombiniere oder rotiere Hinoki in der Behandlungsfolge mit Herbiziden, die über andere Wirkungsmechanismen verfügen (z. B. HRAC-Gruppe 9 oder 14), und binde mechanische Pflegemaßnahmen aktiv in dein Bewirtschaftungskonzept ein.

Mischbarkeit & Tankmischung

Hinoki zeigt sich in der Praxis als gut mischbar mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Zusatzstoffen. Bei der Erstellung von Tankmischungen – insbesondere mit anderen Herbiziden zur Wirkungserweiterung – solltest du vorab stets eine kleine Mischprobe (Kübeltest) durchführen, um die physikalische Kompatibilität zu prüfen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung der Zielfläche. Die Zugabe von geeigneten Netzmitteln kann die Blattaufnahme bei bereits aufgelaufenen Unkräutern unter trockenen Bedingungen unterstützen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Hinoki ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und festes Schuhwerk obligatorisch. Zum Schutz von Nichtzielorganismen und der Umwelt solltest du die Anwendung so ausrichten, dass keine Abdrift auf angrenzende Flächen oder Gewässerstrukturen gelangt. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, empfiehlt sich aus Vorsorgegründen eine Anwendung außerhalb des Bienenflugs in den Abendstunden, insbesondere wenn blühende Unkräuter oder Begleitvegetation auf der Fläche vorhanden sind.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
NadelholzEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.2 KILOGRAM_PER_HECTARE
WeinrebeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter7–99200 GRAM_PER_HECTARE90T
ZierkoniferenAcker-Schachtelhalm0.06 KILOGRAM_PER_HECTARE
ZierkoniferenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.2 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Anwendung von Hinoki im Weinbau?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im zeitigen Frühjahr bei einsetzender Vegetationsperiode der Unkräuter. Zu diesem Zeitpunkt ist der Boden meist noch ausreichend feucht, was die Ausbildung des wichtigen Herbizidfilms auf der Bodenoberfläche begünstigt und gleichzeitig bereits aufgelaufene Unkräuter im frühen Stadium erfasst.

Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirkung dieses Pflanzenschutzmittels?

Eine gute Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Applikation oder kurz danach ist entscheidend für die Entfaltung der vollen Bodenwirkung. Sie sorgt dafür, dass der Wirkstoff Flazasulfuron in die oberste Bodenschicht eingewaschen wird, wo er von den Wurzeln keimender Unkräuter aufgenommen werden kann. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert eintreten.

Kann ich Hinoki auch auf Flächen mit starkem Bewuchs durch Acker-Schachtelhalm einsetzen?

Ja, Hinoki ist explizit für die Bekämpfung von Acker-Schachtelhalm zugelassen. Da dieser Schaderreger tief wurzelt, solltest du die Anwendung durchführen, wenn der Schachtelhalm bereits ausreichend Blattmasse (Wedel) gebildet hat, um eine maximale Wirkstoffaufnahme über das Blatt zu gewährleisten.

Was muss ich bezüglich der Wartezeit bis zur Ernte beachten?

Für Hinoki ist eine Wartezeit von 90 Tagen festgesetzt. Aufgrund dieser großzügigen Frist ist eine Anwendung im Frühjahr optimal, da so bis zur Traubenlese im Herbst kein Konflikt mit den gesetzlichen Rückstandsvorgaben entsteht.

Wie vermeide ich Schäden an meinen Reben oder Nachbarkulturen durch Abdrift?

Verwende bei der Applikation im Unterstockbereich stets abdriftmindernde Düsen (Injektordüsen) und arbeite mit niedrigem Spritzdruck. Vermeide Behandlungen bei Windgeschwindigkeiten über 3 m/s und stelle sicher, dass die Spritzbrühe nicht mit grünen Teilen der Rebe (Blätter, junge Triebe) in Kontakt kommt, da Flazasulfuron stark phytotoxisch auf grünes Rebholz wirkt.