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OTHER · Cheminova Deutschland GmbH

InnoProtect ARTUS

BVL Zul.-Nr. 024602-60

InnoProtect ARTUS ist ein hochwirksames, selektives Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von Getreidekulturen wie Winter- und Sommerweizen, Winter- und Sommergerste, Winterroggen, Triticale und Hafer. Das Pflanzenschutzmittel kombiniert zwei komplementäre Wirkstoffe in einer benutzerfreundlichen, wasserdispergierbaren Granulatformulierung (WG). Durch diese Kombination bietet das Produkt ein breites Wirkungsspektrum gegen wirtschaftlich bedeutende Unkrautarten im Nachauflauf.

Die Stärke von InnoProtect ARTUS liegt in der schnellen visuellen Wirkung gepaart mit einer nachhaltigen Systemleistung. Es erfasst zuverlässig schwer bekämpfbare Unkräuter wie Klettenlabkraut, Ehrenpreis-Arten und Taubnesseln. Dank der flexiblen Anwendungsmöglichkeit im Frühjahr passt sich das Herbizid hervorragend in moderne Pflanzenschutzstrategien ein und sichert das Ertragspotenzial der Kulturen in einer kritischen Entwicklungsphase.

Wirkstoffe

Carfentrazone
400 g/kg · Wirkstoff
Metsulfuron
100 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirksamkeit von InnoProtect ARTUS basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Der Wirkstoff Carfentrazone-ethyl gehört zur HRAC-Gruppe 14. Er fungiert als Protoporphyrinogen-Oxidase-Inhibitor (PPO-Inhibitor). Nach der Aufnahme über die grünen Pflanzenteile führt er unter Lichteinfluss zu einer schnellen Zerstörung der Zellmembranen, was sich in einem raschen Absterben des getroffenen Unkrautgewebes (Kontakteffekt) äußert. Metsulfuron-methyl, ein Wirkstoff aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe (HRAC-Gruppe 2), hemmt das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese der verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin. Nach der systemischen Aufnahme über Blätter und Wurzeln wird der Wirkstoff in der Pflanze transportiert und führt zu einem sofortigen Wachstumsstopp der Unkräuter, gefolgt von einer allmählichen Nekrose und dem vollständigen Absterben innerhalb weniger Wochen.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere gegenüber ALS-Hemmern (HRAC-Gruppe 2), wirksam vorzubeugen, kombiniert InnoProtect ARTUS bereits zwei unterschiedliche Wirkmechanismen. Dennoch sollte das Pflanzenschutzmittel stets in ein integriertes Unkrautmanagement eingebunden werden. Dies umfasst den Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen in der Fruchtfolge sowie mechanische Regulierungsmaßnahmen. Einseitige, wiederholte Anwendungen von ALS-Hemmern auf derselben Fläche sind zu vermeiden, um die langfristige Sensitivität der Schaderreger zu erhalten.

Mischbarkeit & Tankmischung

InnoProtect ARTUS zeichnet sich durch eine gute physikalische Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Blattdüngern aus. Bei Mischungen mit Gräserherbiziden ist auf die Herstellerempfehlungen zu achten, um mögliche antagonistische Effekte zu vermeiden. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme, insbesondere bei ungünstigen Witterungsbedingungen oder starker Wachsschicht der Unkräuter, kann der Zusatz eines zugelassenen Netzmittels (Adjuvans) vorteilhaft sein. Die Behandlung sollte in ausreichend Wasser (üblicherweise 200–400 l/ha) bei wüchsigem Wetter erfolgen, um eine gleichmäßige Benetzung der Zielflächen zu garantieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit InnoProtect ARTUS ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist als gewässergefährdend eingestuft; daher müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) und Saumstrukturen exakt beachtet werden, um aquatische Organismen und Nichtzielpflanzen zu schützen. Hinsichtlich der Bienentoxizität ist das Produkt als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, was eine flexible Terminierung der Behandlung auch während des Bienenflugs ermöglicht, sofern keine bienenattraktiven Unkräuter im Bestand blühen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–2950 GRAM_PER_HECTARE
TriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–2950 GRAM_PER_HECTARE
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–2950 GRAM_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–2950 GRAM_PER_HECTARE
HaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–2550 GRAM_PER_HECTARE
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–2950 GRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–3250 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit InnoProtect ARTUS im Frühjahr?

Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn die Anwendung bei wüchsigem Wetter im frühen Frühjahr erfolgt, sobald die Unkräuter aufgelaufen sind und sich im aktiven Wachstum befinden (idealerweise im Keimblatt- bis 4-Blatt-Stadium). Die Kulturen sollten sich im BBCH-Bereich von 13 bis 32 befinden.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von InnoProtect ARTUS?

Da Carfentrazone ein lichtabhängiger Wirkstoff ist, fördern sonniges Wetter und milde Temperaturen nach der Spritzung den schnellen Kontakteleffekt (sichtbare Symptome oft schon nach wenigen Tagen). Extrem trockene Bedingungen oder Frost kurz vor oder nach der Anwendung können die systemische Aufnahme von Metsulfuron-methyl verlangsamen und die Gesamtwirkung mindern.

Kann InnoProtect ARTUS auch in Untersaaten oder nachfolgenden Zwischenfrüchten Probleme verursachen?

Aufgrund des Wirkstoffs Metsulfuron-methyl, der eine gewisse Bodenaktivität und Persistenz aufweist, dürfen in mit InnoProtect ARTUS behandelten Beständen keine Leguminosen-Untersaaten etabliert werden. Bei der Planung von Nachfolgekulturen oder Zwischenfrüchten im selben Kalenderjahr sind die spezifischen Nachbauvorschriften und Wartezeiten zu beachten, um phytotoxische Schäden an empfindlichen Folgekulturen zu vermeiden.

Was ist zu tun, wenn kurz nach der Anwendung Regen fällt?

InnoProtect ARTUS ist dank der schnellen Wirkstoffaufnahme von Carfentrazone bereits nach etwa 2 Stunden regenfest. Ein Regenschauer nach diesem Zeitraum beeinträchtigt die Herbizidleistung in der Regel nicht mehr. Bei drohendem Niederschlag unmittelbar nach der Applikation sollte die Behandlung verschoben werden.

Wie verhält sich das Produkt bei der Bekämpfung von resistenten Unkrautbiotypen?

Falls auf einer Fläche bereits Resistenzen gegen ALS-Hemmer (z. B. bei Kamille oder Vogelmiere) bekannt sind, fängt die Carfentrazone-Komponente einen Teil des Spektrums ab. Dennoch sollte in solchen Fällen InnoProtect ARTUS gezielt mit Partnern aus anderen Wirkstoffklassen kombiniert werden, um eine vollständige Bekämpfung abzusichern und eine weitere Selektion resistenter Biotypen zu verhindern.

Wie finde ich im Agronomie-Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen zweikeimblättrige Unkräuter?

Nutzen Sie hierzu die Such- und Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech. Sie können gezielt nach der Schadgruppe 'Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter' filtern und die Ergebnisse nach Ihrer spezifischen Getreidekultur (z. B. Winterweizen oder Sommergerste) eingrenzen, um alle aktuell in Deutschland zugelassenen Alternativen und deren Anwendungsbestimmungen zu vergleichen.