Alle Mittel
Sonstige · Bayer CropScience Deutschland GmbH

JORDI

BVL Zul.-Nr. 026778-60

JORDI ist ein hochwirksames, breit wirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen und Triticale. Als modernes, flüssiges Emulsionskonzentrat konzipiert, vereint dieses Fungizid herausragende kurative und protektive Eigenschaften, um Ertrag und Qualität deiner Ernte auch unter hohem Infektionsdruck abzusichern.

Die Stärke von JORDI liegt in der Kombination von drei leistungsstarken Wirkstoffen, die sich in ihrem Wirkungsspektrum perfekt ergänzen. Dadurch erfasst das Mittel zuverlässig wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie Septoria-Arten, Rostpilze, Netzflecken, Rhynchosporium secalis sowie Echten Mehltau und bietet gleichzeitig eine physiologische Unterstützung der Kultur.

Durch die flexible Zulassung über eine breite Spanne von BBCH-Stadien lässt sich JORDI optimal in deine bestehenden Pflanzenschutzstrategien integrieren. Neben der direkten Krankheitsbekämpfung trägt das Produkt aktiv zur Vitalisierung der Bestände bei, indem es die Minderung nichtparasitärer Blattflecken unterstützt und so die photosynthetisch aktive Blattfläche schont.

Wirkstoffe

Bixafen
50 g/L · Wirkstoff
Prothioconazol
100 g/L · Wirkstoff
Spiroxamine
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biochemische Wirkung von JORDI basiert auf drei sich ergänzenden Wirkungsmechanismen aus unterschiedlichen FRAC-Klassen. Bixafen gehört zur Gruppe der SDHI (Succinat-Dehydrogenase-Inhibitoren, FRAC-Gruppe 7). Es greift direkt in die Atmungskette der Pilzzellen ein, indem es den Komplex II blockiert, was die Energieproduktion des Schaderregers stoppt und das Myzelwachstum unterbindet. Prothioconazol, ein Wirkstoff aus der Klasse der Triazolinthione (DMI, FRAC-Gruppe 3), hemmt die Demethylierung in der Sterol-Biosynthese der Pilze, was zu einer Störung der Zellmembranintegrität führt. Ergänzt wird dieses Duo durch Spiroxamine (FRAC-Gruppe 5, SBI-Klasse II), das die Sterol-Biosynthese an zwei weiteren, unterschiedlichen Stellen (Delta-14-Reduktase und Delta-8,7-Isomerase) stört. Diese Dreifachwirkung sorgt für eine extrem schnelle Stopp-Wirkung (insbesondere gegen Mehltau) und eine langanhaltende Dauerwirkung.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen aktiv vorzubeugen, nutzt JORDI bereits systemisch drei verschiedene Wirkstoffklassen (FRAC 7, 3 und 5). Dennoch solltest du das Produkt stets in eine durchdachte Fruchtfolge- und Spritzfolgestrategie einbinden. Wechsle bei aufeinanderfolgenden Behandlungen in der Saison zwischen Wirkstoffen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen ab und vermeide die alleinige, wiederholte Anwendung von SDHI- oder DMI-haltigen Pflanzenschutzmitteln. Halte dich stets an die empfohlene Aufwandmenge von 1,5 l/ha, um die Selektion resistenter Pilzstämme zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

JORDI zeichnet sich durch eine sehr gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner genau beachten und im Zweifel vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wassermenge für eine homogene Benetzung und vermeide Applikationen bei extremen Wetterbedingungen wie starker Hitze, intensiver Sonneneinstrahlung oder drohenden Nachtfrösten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit JORDI ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (wie Schutzanzug, robustes Schuhwerk und Schutzhandschuhe) für den Anwenderschutz zwingend erforderlich. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern und Nützlingen generell auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten und Behandlungen bevorzugt in die späten Abendstunden verlegen. Vermeide zudem jegliche Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope, um aquatische Organismen zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenBlatt- und Spelzenbräune (Septoria nodorum)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
TriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenRhynchosporium secalis25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)25–691.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)25–691.5 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
GersteMinderung nichtparasitärer Blattflecken25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)25–371.5 LITER_PER_HECTARE
GersteRhynchosporium secalis25–611.5 LITER_PER_HECTARE
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)25–691.5 LITER_PER_HECTARE
GersteSprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni)25–611.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung mit JORDI?

Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt meist protektiv bei beginnendem Infektionsdruck. JORDI ist flexibel von BBCH 25 (Bestockung) bis BBCH 69 (Ende der Blüte) zugelassen. Häufig wird das Produkt in den kritischen Ertragsphasen zwischen BBCH 32 (Knoten-Stadium) und BBCH 39 (Fahnenblatt) eingesetzt, um die oberen Blattetagen gesund zu erhalten.

Hilft JORDI auch gegen physiologische Blattflecken?

Ja, JORDI ist offiziell für die Minderung nichtparasitärer Blattflecken zugelassen. Diese Flecken entstehen oft durch Umweltstress oder starke UV-Strahlung. Die Wirkstoffkombination stärkt die Vitalität der Kultur und sorgt für einen ausgeprägten Greening-Effekt, wodurch die Blätter länger grün und leistungsfähig bleiben.

Warum ist die Kombination aus drei Wirkstoffen in JORDI so vorteilhaft?

Die Kombination aus Bixafen, Prothioconazol und Spiroxamine deckt drei unterschiedliche biochemische Angriffspunkte ab. Das sorgt für eine extrem breite Wirkung gegen fast alle relevanten Getreidepilze, sichert eine schnelle Stopp-Wirkung bei bereits ausgebrochenem Befall und minimiert das Risiko von Resistenzbildungen in deinem Bestand erheblich.

Kann ich JORDI mit Wachstumsreglern in einer Überfahrt kombinieren?

In der Praxis ist JORDI gut mit gängigen Wachstumsreglern mischbar. Achte bei solchen Mischungen jedoch darauf, dass die Kultur nicht unter Stress (z. B. durch Trockenheit oder extreme Temperaturschwankungen) steht, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden. Verwende ausreichend Wasser für eine gleichmäßige Verteilung.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Getreidekrankheiten?

Du kannst auf unserer Plattform ganz einfach nach der jeweiligen Kultur (z. B. Winterweizen) oder direkt nach dem Schaderreger (z. B. Septoria-Blattdürre) filtern. Das System zeigt dir dann alle in Deutschland registrierten Produkte an, sodass du Wirkstoffe und Aufwandmengen für deine Spritzfolge optimal vergleichen kannst.