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OTHER · BASF SE

Librax

BVL Zul.-Nr. 007969-00

Librax ist ein hochmodernes, systemisches Fungizid von BASF, das speziell für den professionellen Einsatz im Getreidebau entwickelt wurde. Es ist in Deutschland für den Schutz von Weizen, Gerste, Roggen und Triticale zugelassen. Als flüssige Formulierung konzipiert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Benetzung und hervorragende Haftung auf der Blattoberfläche aus, was die Wirkstoffaufnahme selbst unter schwierigen Witterungsbedingungen maximiert.

Das breite Wirkungsspektrum von Librax deckt die wirtschaftlich wichtigsten pilzlichen Schaderreger im Getreide ab. Dazu gehören neben der Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) und Rostpilzen (Gelb- und Braunrost) auch Netzflecken, Rhynchosporium sowie die schwer zu bekämpfende Sprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni). Auch eine Nebenwirkung gegen die Halmbruchkrankheit im frühen Stadium ist gegeben.

Mit einem flexiblen Anwendungsfenster von BBCH 30 (Beginn des Schossens) bis BBCH 69 (Ende der Blüte) lässt sich Librax optimal an den Infektionsdruck und die Bestandesentwicklung anpassen. Es schützt sowohl die ertragsrelevanten oberen Laubblätter als auch die Ähren und sichert somit die Vitalität der Kultur und das Ertragspotenzial ab.

Wirkstoffe

Fluxapyroxad
62.5 g/L · Wirkstoff
Metconazol
45 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Librax kombiniert zwei hocheffektive Wirkstoffe mit komplementären biochemischen Wirkungsweisen. Fluxapyroxad gehört zur chemischen Klasse der Carboxamide (SDHI, FRAC-Gruppe 7). Es blockiert gezielt den Komplex II der mitochondrialen Atmungskette der Pilze, wodurch die Energieproduktion zum Erliegen kommt und die Sporenkeimung sowie das Myzelwachstum unterbunden werden. Durch seine einzigartige Mobilität verteilt sich Fluxapyroxad kontinuierlich und gleichmäßig im Blattgewebe. Der zweite Wirkstoff, Metconazol, ist ein hochsystemisches Triazol (DMI, FRAC-Gruppe 3). Es hemmt die Demethylierung in der Sterol-Biosynthese der Pilzzellen, was zu einer Störung der Membranintegrität und letztlich zum Absterben des Pathogens führt. Diese Kombination sorgt für eine ausgeprägte präventive Schutzwirkung sowie eine starke kurative (heilende) Aktivität gegen bereits etablierte Infektionen.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung vorzubeugen, kombiniert Librax bereits werkseitig zwei unterschiedliche Wirkstoffklassen (SDHI und DMI). Dennoch sollte die Anwendung dieses Pflanzenschutzmittels stets in ein integriertes Gesamtkonzept eingebunden werden. Dazu gehört, die maximale Anzahl an SDHI-Behandlungen pro Saison und Kultur konsequent zu begrenzen und bei Folgespritzungen auf Wirkstoffe aus anderen FRAC-Gruppen (wie z. B. Multisite-Inhibitoren) zurückzugreifen. Zudem sollte stets die volle registrierte Aufwandmenge genutzt werden, um die Selektion schlechter sensitiver Pilzstämme zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Librax weist eine hervorragende physikalische und biologische Mischbarkeit auf. Es kann problemlos mit den meisten gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern kombiniert werden. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist darauf zu achten, Librax als eine der ersten Komponenten in den bereits zu zwei Dritteln mit Wasser gefüllten Tank bei laufendem Rührwerk einzubringen. Um eine optimale Benetzung der Kultur zu gewährleisten, wird eine Wasseraufwandmenge von 150 bis 300 l/ha empfohlen. Mischungen mit stark mangan- oder zinkhaltigen Blattdüngern sollten vorab in einem Kleingebinde auf Verträglichkeit geprüft werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Librax sind die gesetzlichen Vorgaben zum Anwenderschutz und zur Ecotox-Sicherheit strikt einzuhalten. Beim Ansetzen der Spritzbrühe und während der Applikation ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Nitrilhandschuhen, zu tragen. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen müssen die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen (Abdrifthemmung und Pufferzonen) zu Oberflächengewässern genau beachtet werden. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft, dennoch sollte der Einsatz zum Schutz von Bestäubern bevorzugt außerhalb des aktiven Bienenflugs erfolgen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–612 LITER_PER_HECTARE
RoggenBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)30–612 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–612 LITER_PER_HECTARE
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)30–692 LITER_PER_HECTARE
GersteBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)30–612 LITER_PER_HECTARE
TriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–612 LITER_PER_HECTARE
WeizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)30–612 LITER_PER_HECTARE
GersteSprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni)30–612 LITER_PER_HECTARE
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)30–612 LITER_PER_HECTARE
WeizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–322 LITER_PER_HECTARE
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–612 LITER_PER_HECTARE
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)30–692 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)30–692 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–612 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Librax in Weizen?

Der optimale Einsatzzeitpunkt richtet sich nach dem primären Schaderreger. Zur Bekämpfung von Septoria-Blattdürre und Rostpilzen liegt der Schwerpunkt meist in der Phase des Fahnenblattaustritts bis zum Beginn des Ährenschiebens (BBCH 37–51), um die ertragsbildenden oberen Blätter zu schützen. Bei frühem Befall mit der Halmbruchkrankheit kann eine Anwendung bereits ab dem Schossen (BBCH 30/32) erfolgen.

Wie verhält sich Librax bei kühlen Frühjahrstemperaturen?

Dank der hervorragenden physikalischen Eigenschaften von Fluxapyroxad (Xemium) wird der Wirkstoff auch bei kühlen und wechselhaften Temperaturen im zeitigen Frühjahr schnell von der Kultur aufgenommen. Die kurative Leistung des Triazol-Partners Metconazol entfaltet sich voll, sobald die Temperaturen steigen und das aktive Wachstum der Kultur einsetzt.

Kann Librax in Tankmischung mit Wachstumsreglern ausgebracht werden?

Ja, eine Mischung mit gängigen Wachstumsreglern (wie z. B. Produkten auf Basis von Chlormequat-chlorid oder Trinexapac-ethyl) ist in der Praxis gut möglich. Bei starker Sonneneinstrahlung und hohen Tag-Nacht-Temperaturschwankungen sollte die Aufwandmenge des Wachstumsreglers jedoch vorsichtig angepasst werden, um die Kultur nicht unnötig zu stressen.

Warum ist die Kombination aus SDHI und Triazol in Librax vorteilhaft für das Resistenzmanagement?

Die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen (FRAC-Gruppe 7 und FRAC-Gruppe 3) verringert das Risiko einer Resistenzselektion erheblich. Da beide Wirkstoffe an unterschiedlichen Stellen im Stoffwechsel der Schaderreger ansetzen, werden auch Stämme, die eine verminderte Sensitivität gegenüber einer der beiden Wirkstoffklassen aufweisen, durch den jeweiligen Mischungspartner zuverlässig miterfasst.

Wie schnell ist Librax nach der Anwendung regenfest?

Librax verfügt über eine exzellente Regenfestigkeit. Bereits etwa 1 bis 2 Stunden nach dem Antrocknen des Spritzbelags sind die Wirkstoffe so stabil in die Wachsschicht der Blätter eingedrungen, dass nachfolgende Niederschläge die Wirksamkeit nicht mehr beeinträchtigen. Dies bietet Landwirten eine hohe Flexibilität bei unbeständiger Witterung.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kulturen?

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