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Sonstige · Syngenta Agro GmbH

Lumestra

BVL Zul.-Nr. 044660-67

Lumestra ist ein hochselektives Herbizid von Syngenta zur gezielten Bekämpfung einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter. Mit dem bewährten Wirkstoff Mesotrione bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Flexibilität in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Mais, Chinaschilf, Schlafmohn und Faserlein. Die flüssige Formulierung ermöglicht eine einfache Handhabung und eine präzise Dosierung im Feld.

Das Wirkungsspektrum umfasst eine Vielzahl wirtschaftlich bedeutender breitblättriger Unkräuter, die in der frühen Entwicklungsphase der Kulturen eine starke Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe darstellen. Durch die Zulassung sowohl für den Vorauflauf als auch für den frühen Nachauflauf kannst du das Produkt optimal an die jeweilige Verunkrautung und die Witterungsverhältnisse anpassen.

Dank der schnellen Wirkstoffaufnahme über Blätter und Wurzeln zeigt Lumestra eine rasche Wirkung, die sich durch charakteristische Aufhellungen an den Schadpflanzen bemerkbar macht. Dies macht es zu einem verlässlichen Baustein in modernen Anbausystemen, um das Ertragspotenzial deiner Kulturen von Anfang an abzusichern.

Wirkstoffe

Mesotrione
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Lumestra enthaltene Wirkstoff Mesotrione gehört zur chemischen Klasse der Triketone und ist im HRAC-System in die Gruppe 27 eingestuft. Er wirkt als Inhibitor des Enzyms p-Hydroxyphenylpyruvat-Dioxygenase (HPPD). Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese von Plastochinon und Tocopherolen, welche wiederum für die Bildung von Carotinoiden benötigt werden. Durch die Blockade der Carotinoidsynthese fehlt den Unkräutern der natürliche Schutzmechanismus gegen den photooxidativen Abbau des Chlorophylls durch Sonnenlicht. In der Folge kommt es bei empfindlichen Schaderregern zu einem schnellen Abbau des Blattgrüns, was sich visuell durch ein markantes Ausbleichen (Bleaching) der Triebspitzen und Blätter äußert, gefolgt von der vollständigen Nekrose und dem Absterben der Unkräuter.

Resistenzmanagement

Zur Vermeidung von Resistenzbildungen solltest du Lumestra stets im Rahmen eines integrierten Unkrautmanagements einsetzen. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel von Herbiziden mit unterschiedlichen Wirkmechanismen (HRAC-Gruppen) in der Fruchtfolge. Vermeide die ausschließliche, wiederholte Anwendung von HPPD-Inhibitoren auf derselben Fläche. Die Kombination oder der Blockwechsel mit Partnern aus anderen Wirkstoffklassen sichert die langfristige Wirksamkeit des Wirkstoffs gegen schwer bekämpfbare Unkrautpopulationen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Lumestra zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Herbiziden und Bodenpartnern aus, was eine Verbreiterung des Wirkungsspektrums, insbesondere gegen Gräser, ermöglicht. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extreme pH-Werte der Spritzbrühe. Die Zugabe von geeigneten Formulierungshilfsmitteln oder Additiven kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme unter trockenen Bedingungen optimieren, sollte jedoch vorab auf Verträglichkeit in der jeweiligen Kultur geprüft werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Lumestra ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, bei der Ansetzung der Spritzbrühe und der Ausbringung obligatorisch. Da für dieses Pflanzenschutzmittel keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühende Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden. Führe Behandlungen bevorzugt in den Abendstunden durch, wenn der Bienenflug beendet ist. Um Einträge in Oberflächengewässer und angrenzende Biotope zu verhindern, sind Abdriften strikt zu minimieren und die allgemeinen Gewässerschutzauflagen sowie Abstandsregelungen sorgfältig einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–181 LITER_PER_HECTARE
MiscanthusEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–161 LITER_PER_HECTARE
MohnEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter16–311 LITER_PER_HECTARE
LeinEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–91 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Lumestra?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf der Unkräuter, wenn diese sich im Keimblatt- bis maximal 4-Blatt-Stadium befinden. Zu diesem Zeitpunkt sind die Schaderreger besonders empfindlich für den Wirkstoff Mesotrione, und du erzielst die höchste biologische Wirkung, während deine Kultur das Herbizid bereits hervorragend toleriert.

Wie erkenne ich, ob Lumestra auf den Unkräutern wirkt?

Die Wirkung zeigt sich sehr charakteristisch: Bereits wenige Tage nach der Behandlung verfärben sich die Triebspitzen und Blätter der getroffenen Unkräuter weiß (sogenanntes Bleaching). Dieser Chlorophyllverlust breitet sich rasch aus, führt zu Nekrosen und endet schließlich im vollständigen Absterben der Unkrautpflanzen innerhalb von ein bis zwei Wochen.

Was muss ich bei der Anwendung in Schlafmohn oder Faserlein beachten?

In diesen Spezialkulturen ist die Selektivität besonders wichtig. Achte darauf, dass die Kulturen zum Zeitpunkt der Spritzung eine stabile Wachsschicht aufweisen und nicht durch Frost, Hitze oder Staunässe gestresst sind. Vermeide Behandlungen unmittelbar vor starken Regenfällen, um ein Einwaschen des Wirkstoffs in die Wurzelzone der noch jungen Kulturpflanzen zu verhindern.

Kann ich Lumestra mit Gräserherbiziden mischen?

Ja, eine Tankmischung mit spezifischen Graminiziden oder Sulfonylharnstoffen ist in vielen Kulturen wie Mais üblich, um eine Komplettlösung gegen Unkräuter und Ungräser zu erhalten. Du solltest jedoch vorab prüfen, ob die Mischpartner für die jeweilige Kultur im selben BBCH-Stadium zugelassen sind, und die Verträglichkeit bei extremen Witterungsbedingungen im Auge behalten.

Wie finde ich im Farmable-Hub weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kulturen?

Du kannst im Hub ganz einfach nach deiner spezifischen Kultur (wie Mais oder Faserlein) filtern und dir alle für diesen Schaderreger registrierten Produkte anzeigen lassen. So kannst du gezielt Wirkstoffe rotieren, um Resistenzen vorzubeugen, und die passende Behandlungsstrategie für deinen Betrieb planen.

Welchen Einfluss hat die Witterung auf die Wirkung von Lumestra?

Warme, wüchsige Witterung mit ausreichender Luftfeuchtigkeit beschleunigt die Wirkstoffaufnahme und den Stoffwechsel der Unkräuter, was zu einem schnelleren Wirkungseintritt führt. Bei extremer Trockenheit oder sehr niedrigen Temperaturen ist der Unkrautmetabolismus verlangsamt; in solchen Phasen solltest du die Behandlung verschieben, um eine optimale Wirkung zu sichern.