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OTHER · Syngenta Agro GmbH

Mais Banvel Flüssig

BVL Zul.-Nr. 00A076-60

Mais Banvel Flüssig ist ein bewährtes, hochwirksames Herbizid zur selektiven Bekämpfung von breitblättrigen Unkräutern und schwer bekämpfbaren, ausdauernden Wurzelunkräutern in Mais und weiteren zugelassenen Kulturen. Als flüssiges Konzentrat (SL) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Aufnahme über das Blattwerk sowie eine ergänzende Wirkung über den Boden aus. Es hat sich als verlässlicher Standard etabliert, um anspruchsvolle Verunkrautungen frühzeitig zu unterdrücken und die Ertragsbildung der Kultur zu sichern.

Das Wirkungsspektrum umfasst eine Vielzahl wirtschaftlich bedeutender zweikeimblättriger Schaderreger. Besonders hervorzuheben ist die hervorragende Wirkung gegen hartnäckige Problemunkräuter wie Amarant-Arten, die Gemeine Zaunwinde sowie die Acker-Kratzdistel. Auch schwer bekämpfbare Arten wie der Acker-Schachtelhalm werden durch die systemische Verteilung des Wirkstoffs im Saftstrom der Pflanzen nachhaltig erfasst, was das Mittel zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen Ackerbau macht.

Wirkstoffe

Dicamba
480 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Dicamba gehört zur chemischen Gruppe der Benzoesäuren und ist als synthetisches Auxin (Wuchsstoffherbizid) in die HRAC-Gruppe 4 eingestuft. Nach der Aufnahme über die Blätter und in geringerem Maße über die Wurzeln wird der Wirkstoff akropetal und basipetal, also in alle wachsenden Pflanzenteile inklusive des Wurzelsystems, transportiert. Im Inneren der Zielpflanzen imitiert Dicamba das natürliche Pflanzenhormon Indol-3-essigsäure (Auxin). Dies führt zu einer unkontrollierten Überstimulation des Zellwachstums und der Zellteilung, insbesondere in den meristematischen Geweben. Die betroffenen Schaderreger zeigen charakteristische Deformationen wie epinastische Krümmungen der Stängel und Blätter, gefolgt von einer Störung des gesamten Stoffwechsels, die schließlich zum vollständigen Absterben der Unkräuter führt.

Resistenzmanagement

Zur Vermeidung von Resistenzbildungen gegenüber dem Wirkstoff Dicamba (HRAC-Gruppe 4) sollte Mais Banvel Flüssig stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept eingebunden werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (wie beispielsweise ALS-Inhibitoren oder HPPD-Inhibitoren) in der Fruchtfolge sowie mechanische Unkrautbekämpfungsmaßnahmen. Da Wuchsstoffe ein vergleichsweise geringes inhärentes Resistenzrisiko aufweisen, eignet sich das Produkt zudem hervorragend als Mischungspartner zur Absicherung von Wirkstoffen aus resistenzgefährdeten Klassen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Mais Banvel Flüssig ist im Allgemeinen gut mit gängigen Maisherbiziden, insbesondere Sulfonylharnstoffen und Terbuthylazin-freien Kombinationspartnern, mischbar. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wassermenge (mindestens 200–300 l/ha) und eine gleichmäßige Benetzung zu achten. Um Kulturverträglichkeitsprobleme zu vermeiden, sollte die Anwendung nicht unter extremen Witterungsbedingungen wie Frost, starker Hitze über 25 °C oder bei stark schwankenden Tag-Nacht-Temperaturen erfolgen. Die Zugabe von Additiven kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme auf schwer benetzbaren Unkrautarten optimieren, sollte jedoch vorab auf Verträglichkeit geprüft werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die in den Zulassungsbestimmungen definierten Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungsklassen genau zu beachten. Das Mittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Beständen oder Unkräutern im Unterwuchs vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Wiesen, WeidenZweikeimblättrige Unkräuter1 LITER_PER_HECTARE14T
BaumschulgehölzpflanzenAcker-Kratzdistel, Amarant-Arten, Gemeine Zaunwinde0.6 LITER_PER_HECTARE
RasenZweikeimblättrige Unkräuter0.375 LITER_PER_HECTARE
MaisAcker-Kratzdistel, Amarant-Arten, Gemeine Zaunwinde13–180.6 LITER_PER_HECTARE
Landwirtschaftlich nicht genutzte GrasflächenZweikeimblättrige Unkräuter1 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Mais Banvel Flüssig im Mais?

Der optimale Behandlungszeitraum liegt im frühen Nachauflauf der Kultur zwischen den BBCH-Stadien 13 und 18 (3- bis 8-Blatt-Stadium des Maises). Zu diesem Zeitpunkt haben die meisten zweikeimblättrigen Unkräuter bereits genügend Blattfläche ausgebildet, um den Wirkstoff effizient aufzunehmen, während die Kultur selbst eine hohe Toleranz aufweist.

Warum wirkt das Produkt so gut gegen ausdauernde Wurzelunkräuter wie die Acker-Kratzdistel?

Die hervorragende Wirkung beruht auf der ausgeprägten systemischen Mobilität von Dicamba. Der Wirkstoff wird nach der Blattaufnahme aktiv in das weit verzweigte Wurzelsystem (Rhizome) der Distel transportiert. Dort stört er die Zellteilung nachhaltig, was zu einem Absterben der Wurzeln führt und den Wiederaustrieb im Folgejahr effektiv unterdrückt.

Was muss bei der Anwendung bezüglich der Temperatur beachtet werden?

Wuchsstoffherbizide wie Mais Banvel Flüssig benötigen für eine optimale Wirkung aktives Wachstum der Unkräuter. Die Temperaturen sollten bei der Anwendung idealerweise zwischen 12 °C und 20 °C liegen. Vermeiden Sie Behandlungen an extrem heißen Tagen (über 25 °C) oder bei drohenden Nachtfrösten, da dies zu Stressreaktionen und Wachstumsdepressionen bei der Kultur führen kann.

Kann Mais Banvel Flüssig mit anderen Herbiziden in einer Tankmischung kombiniert werden?

Ja, das Produkt ist sehr flexibel mischbar. Häufig wird es mit Gräserpartnern (z. B. Sulfonylharnstoffen gegen Ungräser wie Hirse) kombiniert, um das Wirkungsspektrum im Nachauflauf komplett abzurunden. Achten Sie darauf, zuerst feste Formulierungen im Tank vollständig aufzulösen, bevor Mais Banvel Flüssig hinzugegeben wird.

Welche Wartezeit muss bis zur Ernte oder Nutzung der Kultur eingehalten werden?

Für die zugelassenen Anwendungen ist eine gesetzliche Wartezeit von 14 Tagen festgelegt. Dies stellt sicher, dass bei der Nutzung als Silo- oder Körnermais keine unzulässigen Wirkstoffrückstände im Erntegut verbleiben.

Wie verhält sich das Produkt bei der Bekämpfung von Acker-Schachtelhalm?

Der Acker-Schachtelhalm reagiert empfindlich auf Dicamba. Da diese Pflanze jedoch keine echten Blätter besitzt, ist eine gründliche Benetzung der Sprossachsen entscheidend. Die Behandlung sollte erfolgen, wenn der Schachtelhalm ausreichend grüne Triebe (ca. 10–15 cm Höhe) gebildet hat, um eine maximale Wirkstoffaufnahme zu gewährleisten.