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OTHER · Syngenta Agro GmbH

Mais-Banvel WG

BVL Zul.-Nr. 024440-00

Mais-Banvel WG ist ein hochkonzentriertes, wasserdispergierbares Granulat (WG) zur gezielten Bekämpfung von zweikeimblättrigen Unkräutern in Mais und Sorghum-Arten. Das Pflanzenschutzmittel basiert auf dem bewährten und hochaktiven Wirkstoff Dicamba, der sich durch eine hervorragende systemische Wirkung auszeichnet. Es wird vorrangig im Nachauflauf eingesetzt, um ertragsmindernde Konkurrenz im frühen Entwicklungsstadium der Kulturen auszuschalten.

Das breite Wirkungsspektrum erfasst zuverlässig sowohl einjährige als auch schwer bekämpfbare, ausdauernde Wurzelunkräuter. Durch die moderne Granulatformulierung lässt sich das Produkt staubfrei dosieren, löst sich schnell und rückstandsfrei im Spritztank auf und bietet eine hervorragende Handhabungssicherheit für den Anwender im praktischen Betrieb.

Wirkstoffe

Dicamba
770 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Mais-Banvel WG enthaltene Wirkstoff Dicamba gehört zur chemischen Gruppe der Benzoesäuren und ist als synthetisches Auxin (HRAC-Gruppe 4) klassifiziert. Er imitiert das natürliche Pflanzenwuchsstoff-Hormon Indol-3-essigsäure (IAA). Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die Blätter und in geringerem Maße über die Wurzeln der Schaderreger aufgenommen und systemisch sowohl akropetal als auch basipetal in die Wachstumszonen (Meristeme) transportiert. In den empfindlichen Unkräutern führt die Überkonzentration des synthetischen Auxins zu einer Störung des hormonellen Gleichgewichts. Dies löst ein unkontrolliertes Zellwachstum und eine fehlerhafte Zellteilung aus. Typische Symptome sind charakteristische Verkrümmungen an Stängeln und Blättern (Epinastie), gefolgt von einer Gewebeschwellung, dem Platzen der Leitungsbahnen und dem schrittweisen Absterben des gesamten Schaderregers.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen synthetische Auxine (HRAC-Gruppe 4) zu minimieren, sollte Mais-Banvel WG stets in ein integriertes Unkrautbekämpfungskonzept eingebunden werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (wie ALS-Hemmern oder HPPD-Inhibitoren) in der Fruchtfolge sowie die mechanische Unkrautbekämpfung. Zudem sollte die Behandlung stets auf aktiv wachsende Schaderreger im optimalen, frühen Entwicklungsstadium ausgerichtet werden, um eine maximale Wirkung zu erzielen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Mais-Banvel WG weist eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit vielen gängigen Nachauflauf-Herbiziden im Mais auf, insbesondere mit Sulfonylharnstoffen zur Absicherung der Gräserwirkung. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist der Tank zunächst mit zwei Dritteln der benötigten Wassermenge zu befüllen, das Granulat unter ständigem Rühren vollständig aufzulösen und erst danach der Mischpartner hinzuzugeben. Um Kulturunverträglichkeiten zu vermeiden, sollte die Anwendung nicht bei extremen Temperaturen über 25 °C, starker Sonneneinstrahlung oder bei durch Frost oder Trockenheit gestressten Kulturen erfolgen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Mais-Banvel WG sind die gesetzlich vorgeschriebenen Auflagen zum Schutz des Anwenders und der Umwelt strikt einzuhalten. Das Tragen der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) bei der Handhabung des Konzentrats und der Ausbringung ist obligatorisch. Zum Schutz von Oberflächengewässern und Nichtzielpflanzen sind die vorgeschriebenen Abstandsauflagen und der Einsatz driftmindernder Technik zwingend zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MiscanthusWinden-Knöterich, Gänsefuß-Arten, Acker-Winde12–180.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
ZuckermaisWinden-Knöterich, Gänsefuß-Arten, Acker-Winde0–160.5 KILOGRAM_PER_HECTARE60T
MaisWinden-Knöterich, Gänsefuß-Arten, Acker-Winde0–160.5 KILOGRAM_PER_HECTARE60T
Sorghum-HirseWinden-Knöterich, Gänsefuß-Arten, Acker-Winde13–990.5 KILOGRAM_PER_HECTARE60T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale physiologische Anwendungszeitpunkt für Mais-Banvel WG?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im Nachauflauf der Kultur, idealerweise im BBCH-Stadium 12 bis 16 des Maises (2- bis 6-Blatt-Stadium). Zu diesem Zeitpunkt weisen die Kulturen die höchste Toleranz gegenüber dem Wirkstoff auf, während die Schaderreger noch klein und besonders empfindlich sind.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von Mais-Banvel WG?

Die beste Wirkung wird bei wüchsigem Wetter mit Temperaturen zwischen 12 °C und 25 °C und ausreichender Luftfeuchtigkeit erzielt, da die Unkräuter den Wirkstoff dann aktiv aufnehmen und transportieren. Vermeiden Sie Spritzungen bei praller Sonne über 25 °C oder bei drohenden Nachtfrösten, um Stressreaktionen der Kultur zu verhindern.

Kann Mais-Banvel WG auch auf drainierten Flächen eingesetzt werden?

Ja, der Einsatz ist auf drainierten Flächen zulässig, sofern die spezifischen regionalen Gewässerschutzauflagen und die auf dem Etikett ausgewiesenen Abstandsregelungen zu Oberflächengewässern strikt eingehalten werden, um einen Eintrag durch Run-off oder Abdrift zu verhindern.

Gibt es Einschränkungen für die Nachbaukulturen im selben oder folgenden Jahr?

Dicamba wird im Boden primär mikrobiell abgebaut. Nach einer normalen Vegetationsperiode und üblicher Bodenbearbeitung können im Herbst Getreidekulturen problemlos nachgebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur oder extremer Trockenheit im Sommer sollte vor dem Anbau empfindlicher Kulturen (wie Leguminosen oder Rüben) eine tiefe Bodenbearbeitung durchgeführt werden.

Warum ist die Abdriftvermeidung bei diesem Produkt von so hoher Bedeutung?

Da Dicamba ein hochwirksames Wuchsstoffherbizid ist, können bereits geringste Spuren von Spritznebel empfindliche Nachbarkulturen wie Weinreben, Obst, Gemüse oder Sonnenblumen massiv schädigen. Die Anwendung darf daher nur mit abdriftmindernden Düsen und bei windstillen Wetterlagen erfolgen.

Ist eine Kombination von Mais-Banvel WG mit flüssigen Blattdüngern möglich?

Eine Mischung mit flüssigen Stickstoffdüngern (wie AHL) oder Mikronährstoffen ist grundsätzlich möglich, erhöht jedoch das Risiko von Blattverbrennungen an der Kultur. Solche Mischungen sollten nur in vitalen, nicht durch Trockenheit oder Kälte gestressten Beständen und bei bedecktem Himmel ausgebracht werden.