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OTHER · Syngenta Agro GmbH

Mesotrione 100 SC

BVL Zul.-Nr. 044660-60

Mesotrione 100 SC ist ein hochselektives, systemisches Herbizid zur Bekämpfung einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter. Formuliert als Suspensionskonzentrat (SC), bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Kulturverträglichkeit in etablierten landwirtschaftlichen Kulturen wie Mais (ZEAMX) sowie in Spezialkulturen wie Miscanthus, Schlafmohn und Faser- bzw. Öllein. Dank seiner flexiblen Anwendungseigenschaften kann das Produkt sowohl im Vorauflauf als auch im frühen Nachauflauf eingesetzt werden.

Der Wirkstoff wird rasch über die Blätter und Wurzeln der Schaderreger aufgenommen und systemisch in der Pflanze verteilt. Dies sorgt für eine schnelle Unterbindung der Unkrautkonkurrenz in der kritischen Jugendentwicklung der Kulturen, wodurch das Ertragspotenzial von Anfang an gesichert wird.

Wirkstoffe

Mesotrione
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Mesotrione 100 SC enthaltene Wirkstoff Mesotrione gehört zur chemischen Gruppe der Triketone und ist als HPPD-Inhibitor in die HRAC-Gruppe 27 (ehemals F2) eingestuft. Die Wirkung basiert auf der Blockierung des Enzyms p-Hydroxyphenylpyruvat-Dioxygenase (HPPD), welches eine Schlüsselrolle bei der Biosynthese von Plastochinon und in der Folge von Carotinoiden spielt. Durch den Mangel an schützenden Carotinoiden führt das Sonnenlicht zu einer unkontrollierten Zerstörung des Chlorophylls in den betroffenen Unkräutern. Sichtbares Zeichen dieser Wirkung ist eine charakteristische, intensive Weißfärbung (Bleaching) der Triebspitzen und Blätter der Schaderreger, die innerhalb weniger Tage in Nekrosen übergeht und zum vollständigen Absterben der Unkräuter führt.

Resistenzmanagement

Um einer Selektion resistenter Unkrautbiotypen aktiv vorzubeugen, sollte Mesotrione 100 SC stets im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. ALS-Inhibitoren oder Photosynthese-Inhibitoren) in der Fruchtfolge. Zudem sollte die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison nicht überschritten und auf eine Kombination mit mechanischen Regulierungsmaßnahmen geachtet werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Das Pflanzenschutzmittel zeigt eine gute physikalische und biologische Verträglichkeit in Tankmischungen mit gängigen Partnerherbiziden zur Verbreiterung des Wirkungsspektrums (z. B. gegen Ungräser). Bei Mischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine kontinuierliche Rührung im Spritztank zu achten. Die Zugabe von geeigneten Additiven kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme unter trockenen Bedingungen verbessern, sollte jedoch im Vorfeld auf Kulturverträglichkeit geprüft werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Mesotrione 100 SC ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um den Anwenderschutz lückenlos zu gewährleisten. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind die spezifischen Abstandsauflagen (Abdrifterminderungsklassen) an Oberflächengewässern strikt einzuhalten. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, schont somit wichtige Bestäuberinsekten und weist ein günstiges ökotoxikologisches Profil auf.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–181 LITER_PER_HECTARE
MiscanthusEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–161 LITER_PER_HECTARE
MohnEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter16–311 LITER_PER_HECTARE
LeinEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–91 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Nachauflaufbehandlung mit Mesotrione 100 SC?

Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn sich die zweikeimblättrigen Unkräuter im aktiven Wachstum und im frühen Keimblatt- bis 2-Blatt-Stadium befinden. Zu diesem Zeitpunkt ist die Wachsschicht der Schaderreger noch dünn, was die Wirkstoffaufnahme über das Blatt maximiert.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung dieses Pflanzenschutzmittels?

Warme, wüchsige Wetterbedingungen mit ausreichender Luftfeuchtigkeit beschleunigen die Aufnahme und den Transport des Wirkstoffs in der Pflanze. Bei extremer Trockenheit oder starker Hitze sollte die Anwendung in die kühleren Abendstunden verlegt werden, um die Kulturverträglichkeit zu schonen.

Warum verfärben sich die getroffenen Unkräuter nach der Spritzung weiß?

Dies ist das typische Symptom eines HPPD-Inhibitors. Durch die Blockade der Carotinoid-Synthese fehlt den Unkräutern der Schutz vor UV-Strahlung, wodurch das Chlorophyll zerstört wird. Dieses sogenannte 'Bleaching' zeigt den erfolgreichen Wirkungseintritt an.

Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit bei einer Vorauflaufanwendung?

Für eine optimale Bodenwirkung im Vorauflauf ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit nach der Applikation entscheidend. Der Wirkstoff muss in die oberste Bodenschicht eingewaschen werden, um von den keimenden Unkräutern über die Wurzeln aufgenommen werden zu können.

Was muss beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von Mesotrione 100 SC beachtet werden?

Nach dem regulären Einsatz im Frühjahr können im Herbst in der Regel Wintergetreide und im folgenden Frühjahr fast alle Ackerkulturen nachgebaut werden. Bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur aufgrund von Auswinterung oder Schäden wird eine tiefe, wendende Bodenbearbeitung (Pflügen) vor der Neuansaat empfohlen.