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OTHER · ISK Biosciences Europe N.V.

MILAGRO forte

BVL Zul.-Nr. 005945-61

MILAGRO forte ist ein hochselektives, systemisches Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen sowie zweikeimblättrigen Unkräutern im Nachauflauf. Als etablierter Standard zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch seine hervorragende Kulturverträglichkeit und eine schnelle Wirkstoffaufnahme aus. Die Formulierung als moderne Öldispersion (OD) optimiert die Benetzung der Blattoberflächen und sorgt dafür, dass der Wirkstoff auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen zuverlässig in die Schadpflanzen eindringt.

Das primäre Einsatzgebiet liegt im Maisanbau, wo das Produkt eine entscheidende Rolle bei der Absicherung des Ertragspotenzials in der kritischen frühen Entwicklungsphase spielt. Darüber hinaus ist das Mittel für spezifische Anwendungen in ausgewählten Nadelholz- und Zierpflanzenkulturen zugelassen. Es erfasst ein breites Spektrum relevanter Schadgräser wie die Hühnerhirse sowie wichtige zweikeimblättrige Unkräuter, was es zu einem flexiblen Baustein in der Unkrautbekämpfung macht.

Wirkstoffe

Nicosulfuron
60 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Nicosulfuron gehört zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe und ist im HRAC-System in die Gruppe 2 (ehemals Klasse B) eingestuft. Die Wirkung basiert auf der gezielten Hemmung des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in den Pflanzen unerlässlich. Ohne diese Bausteine kommt die Zellteilung in den Meristemen der Schaderreger innerhalb kürzester Zeit zum Erliegen. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die Blätter und in geringerem Maße über die Wurzeln aufgenommen und systemisch sowohl im Xylem als auch im Phloem zu den Wachstumszonen transportiert. Erste Symptome wie ein sofortiger Wachstumsstopp, Chlorosen an den jüngsten Blättern und anschließende Nekrosen zeigen sich meist nach wenigen Tagen, während das vollständige Absterben der Unkräuter je nach Witterung zwei bis vier Wochen dauern kann.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen wirksam vorzubeugen, sollte MILAGRO forte stets im Rahmen eines integrierten Unkrautmanagements eingesetzt werden. Da Nicosulfuron als ALS-Hemmer (HRAC-Gruppe 2) ein erhöhtes Selektionsrisiko aufweist, ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer Wirkungsmechanismen in der Fruchtfolge dringend zu empfehlen. Zudem sichert die Kombination oder der sequentielle Einsatz mit Partnern aus anderen Wirkstoffklassen eine lückenlose Erfassung verbleibender Unkrautpopulationen und schont die Wirksamkeit der ALS-Chemie.

Mischbarkeit & Tankmischung

MILAGRO forte ist im Allgemeinen gut mit gängigen Nachauflauf-Herbiziden im Mais mischbar, um das Wirkungsspektrum gegen schwer bekämpfbare zweikeimblättrige Unkräuter gezielt abzurunden. Bei Tankmischungen ist auf die physikalische Kompatibilität der Mischungspartner zu achten; ein Vormischen im teilbefüllten Spritztank unter ständigem Rühren wird empfohlen. Die Zugabe von zusätzlichen Netzmitteln ist dank der bereits optimierten OD-Formulierung meist nicht erforderlich. Mischungen mit organischen Phosphorverbindungen (Insektiziden) sollten vermieden werden, um phytotoxische Reaktionen in der Kultur zu verhindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit MILAGRO forte ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe, obligatorisch. Der Wirkstoff Nicosulfuron weist ein spezifisches Risikoprofil für Gewässerorganismen und terrestrische Nichtzielpflanzen auf. Daher sind die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter12–180.75 LITER_PER_HECTARE
Thuja occidentalisEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE
KieferEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für MILAGRO forte im Mais?

Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn sich die Unkräuter und Schadgräser im aktiven Wachstum und im frühen Entwicklungsstadium (Keimblatt- bis Laubblattstadium) befinden. Für die Kultur Mais liegt das optimale Anwendungsfenster zwischen dem 2- und 8-Blattstadium (BBCH 12 bis 18), wobei warme, wüchsige Witterung die Wirkstoffaufnahme beschleunigt.

Wie wirkt sich die Witterung auf die Effizienz von MILAGRO forte aus?

Hohe Luftfeuchtigkeit und milde Temperaturen (15 bis 25 °C) fördern die Wachstumsaktivität der Unkräuter und damit die systemische Aufnahme des Wirkstoffs. Bei extremer Trockenheit, Frostgefahr oder starker Sonneneinstrahlung sollte die Behandlung verschoben werden, um Stress für die Kultur zu vermeiden und eine unzureichende Herbizidwirkung zu verhindern.

Kann MILAGRO forte nach einem Starkregenereignis appliziert werden?

Nach starkem Regen sollte gewartet werden, bis sich die Wachsschicht der Kulturpflanzen (insbesondere beim Mais) wieder vollständig regeneriert hat (meist 1 bis 2 Tage). Eine geschädigte Wachsschicht erhöht das Risiko von vorübergehenden Phytotoxizitäten wie Aufhellungen oder leichten Wuchshemmungen.

Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung von Nicosulfuron?

Da Nicosulfuron primär über das Blatt aufgenommen wird, ist die direkte Bodenfeuchtigkeit für die Initialwirkung weniger entscheidend als bei reinen Bodenherbiziden. Dennoch begünstigt eine gute Bodenfeuchtigkeit das aktive Wachstum der Unkräuter, was wiederum die Translokation des Wirkstoffs innerhalb der Pflanze optimiert.

Wie verhält sich MILAGRO forte bezüglich des Nachbaus von Folgekulturen?

Der Abbau von Nicosulfuron im Boden erfolgt mikrobiell und ist stark von Bodenfeuchtigkeit und pH-Wert abhängig. Nach einer normalen Anwendung im Frühjahr können im Rahmen der üblichen Fruchtfolge im Herbst Wintergetreide und im folgenden Frühjahr nahezu alle Kulturen problemlos nachgebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch sind die spezifischen Hinweise der Gebrauchsanleitung zu beachten.

Warum ist der Wirkstoffwechsel bei der Bekämpfung von Hühnerhirse so wichtig?

Die Hühnerhirse neigt bei einseitiger, wiederholter Anwendung von ALS-Hemmern (HRAC-Gruppe 2) zur schnellen Ausbildung von Resistenzen. Ein jährlicher Wechsel mit Wirkstoffen anderer HRAC-Klassen (z. B. HPPD-Hemmern oder Bodenherbiziden) sichert die langfristige Wirksamkeit dieses wichtigen Herbizid-Bausteins.