MILORD
MILORD ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid von Bayer CropScience, das speziell für den professionellen Getreideanbau entwickelt wurde. Als flüssiges Emulsionskonzentrat kombiniert es zwei bewährte Wirkstoffe, um ein breites Spektrum an wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten in Kulturen wie Weizen, Gerste, Roggen und Triticale zu bekämpfen. Durch die ausgewogene Formulierung bietet das Pflanzenschutzmittel sowohl vorbeugenden Schutz als auch kurative und teils ausheilende Eigenschaften gegen frühe und späte Blatt- und Ährenkrankheiten.
Das breite Wirkungsspektrum erstreckt sich von der Halmbruchkrankheit im frühen Frühjahr über Blattkrankheiten wie Echten Mehltau, Septoria-Arten, Netzflecken und Rostpilze bis hin zur Bekämpfung von Ährenfusariosen. Zudem unterstützt MILORD die Vitalität der Kulturen durch die Minderung nichtparasitärer Blattflecken, was besonders in stressigen Witterungsphasen zur Ertragssicherung beiträgt.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die herausragende Wirkung von MILORD basiert auf der Kombination zweier komplementärer Wirkstoffe aus der Gruppe der Sterolbiosynthese-Inhibitoren (SBI), die jedoch an unterschiedlichen Stellen des Stoffwechselwegs der Pilze ansetzen. Prothioconazol gehört zur FRAC-Gruppe 3 (Triazolinthione) und hemmt die C14-Demethylase (DMI). Dies führt zu einer Störung der Zellmembran-Integrität der Schaderreger und stoppt das Myzelwachstum effektiv. Spiroxamine, ein Vertreter der FRAC-Gruppe 5 (Spiroketalamine), greift an zwei anderen Stellen der Ergosterol-Biosynthese ein: Es hemmt die Delta14-Reduktase und die Delta7,8-Isomerase. Diese duale Blockade innerhalb desselben Stoffwechselwegs sorgt für einen schnellen Wirkeintritt (Knock-down-Effekt), insbesondere gegen Echten Mehltau, und verbessert gleichzeitig die Aufnahme und Verteilung von Prothioconazol in der Kultur durch seine hervorragenden Penetrationseigenschaften.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzentwicklung gegenüber den enthaltenen Wirkstoffklassen (FRAC 3 und 5) zu minimieren, solltest du MILORD stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen im Produkt selbst stellt bereits eine wirksame Barriere gegen Selektion dar. Dennoch empfiehlt es sich, im Verlauf der Vegetationsperiode Behandlungen mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. Carboxamiden/SDHI oder Strobilurinen) abzuwechseln und die maximale Anzahl der zugelassenen Anwendungen pro Saison nicht zu überschreiten.
Mischbarkeit & Tankmischung
MILORD zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du die Spritze zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser füllen, die Produkte einzeln unter ständigem Rühren hinzugeben – MILORD idealerweise als eine der ersten Komponenten – und die Mischung zügig ausbringen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide Mischungen bei extremer Hitze oder starker Sonneneinstrahlung, um die Kulturverträglichkeit optimal zu gewährleisten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit MILORD ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, für den Anwenderschutz unerlässlich. Da keine spezifische Bieneneinstufung im Datensatz vorliegt, gilt die allgemeine Vorsichtsregel: Vermeide Anwendungen direkt in blühende Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, und verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden. Um Gewässer und Nichtzielorganismen zu schonen, sind die gesetzlichen Abstandsauflagen einzuhalten und Abdrift durch den Einsatz driftmindernder Düsentechnik konsequent zu minimieren.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Roggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–69 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–61 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Rhynchosporium secalis | 30–61 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Septoria nodorum | 30–61 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Zwergrost (Puccinia hordei) | 30–61 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis) | 30–61 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) | 30–61 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Rhynchosporium secalis | 30–61 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 30–61 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Fusarium-Arten | 61–69 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Septoria-Arten (Septoria spp.) | 30–61 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Minderung nichtparasitärer Blattflecken | 37–61 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–61 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–69 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–69 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–61 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–61 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–61 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen die Halmbruchkrankheit mit MILORD?
Die Behandlung gegen die Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) sollte idealerweise im frühen Frühjahr zu Beginn des Schossens (BBCH-Stadium 30 bis 32) erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt kann das Pflanzenschutzmittel die Infektion an der Halmbasis effektiv stoppen, bevor das Gewebe dauerhaft geschädigt wird und die Standfestigkeit der Kultur gefährdet ist.
Wie unterstützt Spiroxamine die Wirkung von Prothioconazol in der Praxis?
Spiroxamine wirkt als sogenannter Schrittmacher. Es besitzt hervorragende Penetrationseigenschaften, die dafür sorgen, dass beide Wirkstoffe extrem schnell in die Wachsschicht des Blattes eindringen. Dadurch ist der Spritzbelag bereits nach kurzer Zeit regenfest, und Prothioconazol wird schneller und gleichmäßiger in der Kultur verteilt, was die kurative Wirkung deutlich verstärkt.
Kann ich MILORD auch zur gezielten Bekämpfung von Ährenfusarium einsetzen?
Ja, MILORD ist für die Anwendung bis zum Ende der Blüte (BBCH-Stadium 69) zugelassen und zeigt eine sehr gute Wirkung gegen Fusarium-Arten. Für einen optimalen Schutz gegen Ährenfusariosen solltest du die Behandlung gezielt in die Blüte (BBCH-Stadium 61 bis 65) legen, wenn die Infektionsgefahr durch feucht-warme Witterung besonders hoch ist.
Was bedeutet die zugelassene Anwendung zur Minderung nichtparasitärer Blattflecken?
Nichtparasitäre Blattflecken (z. B. physiologische Flecken in Gerste) entstehen oft durch oxidativen Stress, starke UV-Strahlung oder extreme Temperaturschwankungen. Die physiologischen Effekte der Wirkstoffkombination in MILORD stärken die Vitalität und die Stresstoleranz der Kultur, wodurch die Entstehung dieser ertragsmindernden Flecken nachweislich reduziert wird.
Wie verhalte ich mich bezüglich des Gewässerschutzes bei der Ausbringung?
Da das Produkt Wirkstoffe enthält, die für aquatische Organismen toxisch sein können, musst du die gesetzlich vorgeschriebenen Abstände zu Oberflächengewässern strikt einhalten. Nutze abdriftmindernde Düsen (z. B. 75 % oder 90 % Driftreduktion) und passe den Spritzdruck sowie die Fahrgeschwindigkeit an, um einen Eintrag in angrenzende Biotope zu verhindern.