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OTHER · Syngenta Agro GmbH

MILOT

BVL Zul.-Nr. 043838-62

MILOT ist ein hochwirksames Bodenherbizid zur Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Schaderregern in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen. Mit dem bewährten Wirkstoff Prosulfocarb (800 g/l), formuliert als emulgierbares Konzentrat (EC), besetzt das Pflanzenschutzmittel eine Schlüsselrolle in der Unkrautbekämpfung im Herbst sowie im Kartoffelanbau. Es zeichnet sich durch eine langanhaltende Bodenwirkung aus und bildet einen zuverlässigen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche.

Das Anwendungsspektrum umfasst bedeutende Kulturen wie Winterweizen, Wintergerste, Winterroggen, Wintertriticale sowie Kartoffeln. Durch die flexible Anwendung im Vorauflauf sowie im frühen Nachauflauf bietet MILOT Landwirten ein breites Zeitfenster, um aufkeimende Konkurrenz frühzeitig und effektiv auszuschalten und somit das Ertragspotenzial der Kulturen von Anfang an zu sichern.

Wirkstoffe

Prosulfocarb
800 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in MILOT enthaltene Wirkstoff Prosulfocarb gehört zur chemischen Gruppe der Thiocarbamate und ist gemäße HRAC-Klassifizierung in die Gruppe 15 (Hemmung der Synthese sehr langkettiger Fettsäuren, ehemals Gruppe K3) eingestuft. Der Wirkstoff wird hauptsächlich über das Hypokotyl, die Koleoptile sowie über die Wurzeln der keimenden Schaderreger aufgenommen. Nach der Aufnahme blockiert Prosulfocarb essentielle Prozesse der Zellteilung und des Streckungswachstums in den Unkräutern. Dies führt dazu, dass empfindliche Ungräser und Unkräuter entweder gar nicht erst auflaufen oder kurz nach dem Durchstoßen der Bodenoberfläche Deformationen zeigen, nekrotisch werden und schließlich absterben. Für eine optimale Verteilung und Aktivierung des Wirkstofffilms im Boden ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit nach der Behandlung von entscheidender Bedeutung.

Resistenzmanagement

Als Vertreter der HRAC-Gruppe 15 ist MILOT ein unschätzbares Werkzeug für ein vorausschauendes Resistenzmanagement. Da in vielen Regionen bereits Resistenzen von Ungräsern wie dem Gemeinen Windhalm gegen ALS-Hemmer (HRAC 2) oder ACCase-Hemmer (HRAC 1) weit verbreitet sind, hilft der Einsatz von Prosulfocarb, den Selektionsdruck zu durchbrechen. Um die Wirksamkeit dieses Wirkmechanismus langfristig zu erhalten, sollte MILOT stets in eine vielseitige Fruchtfolge integriert und im Wechsel oder in Kombination mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen eingesetzt werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

MILOT zeigt eine hervorragende Mischbarkeit mit vielen gängigen Bodenherbiziden, die im Getreide- und Kartoffelanbau eingesetzt werden, um das Wirkungsspektrum gezielt zu erweitern. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist darauf zu achten, dass die Spritze mindestens zur Hälfte mit Wasser gefüllt ist, bevor die Komponenten unter ständigem Rühren beigegeben werden. Mischungen mit flüssigen Düngemitteln oder Additiven sollten vorab auf physikalische Verträglichkeit geprüft werden; zudem ist von Anwendungen bei extremen Temperaturschwankungen oder gestressten Kulturen abzusehen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel MILOT ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) für den Anwender obligatorisch. Aufgrund der physikalischen Eigenschaften von Prosulfocarb sind strenge Anwendungsbestimmungen zur Vermeidung von Abdrift einzuhalten. Dazu gehört der Einsatz von abdriftmindernder Düsentechnik (mindestens 90 % Driftreduktion) sowie die strikte Einhaltung von Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und terrestrischen Nichtzielflächen. Um Verflüchtigungen zu minimieren, sollte die Anwendung vorzugsweise bei kühlen Temperaturen und geringen Windgeschwindigkeiten erfolgen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras10–123 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras10–123 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras10–123 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras10–123 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0–93 LITER_PER_HECTARE
KartoffelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–153 LITER_PER_HECTARE
KartoffelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–93 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0–93 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0–93 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0–93 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Welchen Einfluss hat die Bodenfeuchtigkeit auf die Wirkung von MILOT?

Da Prosulfocarb ein Bodenwirkstoff ist, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach entscheidend. Feuchtigkeit sorgt dafür, dass sich der Wirkstoff gleichmäßig im oberen Bodenhorizont verteilt und von den keimenden Schaderregern optimal aufgenommen werden kann. Auf extrem ausgetrockneten Böden kann die Wirkung verzögert oder vermindert sein.

Warum ist der Einsatz von MILOT im Herbst für das Resistenzmanagement so wertvoll?

MILOT enthält den Wirkstoff Prosulfocarb (HRAC-Gruppe 15), der die Synthese sehr langkettiger Fettsäuren hemmt. Da in vielen Regionen bereits Resistenzen von Windhalm und Ackerfuchsschwanz gegen ALS-Hemmer (HRAC 2) und ACCase-Hemmer (HRAC 1) vorliegen, bietet dieser Wirkmechanismus eine hervorragende Möglichkeit, den Selektionsdruck zu durchbrechen und die Wirksamkeit anderer Herbizidklassen langfristig zu sichern.

Was muss bezüglich der Abdriftminderung und der Anwendungsbestimmungen beachtet werden?

Bei der Anwendung von Prosulfocarb-haltigen Pflanzenschutzmitteln gelten strenge gesetzliche Auflagen zur Vermeidung von Abdrift auf Nichtzielflächen. Es müssen zwingend verlustmindernde Düsen (mindestens 90 % Abdriftminderung) verwendet werden. Zudem ist auf eine angepasste Fahrgeschwindigkeit und die Einhaltung von Mindestabständen zu angrenzenden Kulturen und Biotopen zu achten, um Wirkstoffverlagerungen durch Verflüchtigung zu minimieren.

Kann MILOT auch im Nachauflauf der Kulturen eingesetzt werden?

Ja, in Wintergetreide ist eine Anwendung vom Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf (bis zum BBCH-Stadium 15, d.h. dem 5-Blatt-Stadium) zugelassen. Die besten Bekämpfungserfolge gegen Unkräuter und Ungräser werden jedoch erzielt, wenn sich die Schaderreger im sehr frühen Keimblatt- bis maximal 1- bis 2-Blatt-Stadium befinden, da ältere Unkräuter deutlich schwerer zu erfassen sind.

Wie verhält sich MILOT in einer Tankmischung mit anderen Bodenherbiziden?

MILOT lässt sich hervorragend mit anderen Bodenherbiziden kombinieren, um das Wirkungsspektrum gegen schwer bekämpfbare zweikeimblättrige Unkräuter wie Klettenlabkraut oder Kamille abzurunden. Bei Mischungen sollte stets auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge geachtet werden, um einen gleichmäßigen Spritzfilm auf dem Boden zu gewährleisten.