Alle Mittel
OTHER · Evergreen Garden Care

Naturen Bio Unkrautfrei

BVL Zul.-Nr. 024345-70

Naturen Bio Unkrautfrei ist ein schnell wirkendes, nicht-selektives Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie Moosen. Das Produkt basiert auf dem natürlichen Wirkstoff Essigsäure und ist als flüssiges Kontakt-Herbizid formuliert. Es eignet sich hervorragend für den Einsatz in Zierpflanzenkulturen sowie auf Wegen und Plätzen unter Gehölzen, wo eine schnelle und rückstandsfreie Unkrautkontrolle gewünscht ist.

Da das Mittel rein über den direkten Kontakt mit den grünen Pflanzenteilen wirkt, schont es die nicht getroffenen Bereiche der Kultur. Es stellt eine umweltschonende Alternative zu klassischen synthetischen Herbiziden dar und ist ideal für den Einsatz im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes sowie im Haus- und Kleingartenbereich geeignet.

Wirkstoffe

Essigsäure
102 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Essigsäure greift direkt die Zellmembranen der getroffenen Pflanzenteile an. Durch diese lipophile Zerstörung der Zellwände kommt es zu einer extrem schnellen Austrocknung des pflanzlichen Gewebes (Plasmolyse). Sichtbare Symptome wie Welke und anschließende Nekrose treten bei warmer Witterung bereits nach wenigen Stunden ein. Da Essigsäure rein physikalisch-chemisch auf die Zellstrukturen einwirkt und keine spezifischen Stoffwechselenzyme blockiert, ist der Wirkstoff keiner klassischen HRAC-Gruppe zugeordnet. Es findet kein systemischer Transport innerhalb der Pflanze statt, weshalb Wurzelorgane von der direkten Wirkung unberührt bleiben.

Resistenzmanagement

Aufgrund des unspezifischen, rein physikalischen Wirkungsmechanismus der Essigsäure ist die Entwicklung von Resistenzen bei den Ziel-Schaderregern nach derzeitigem wissenschaftlichen Stand ausgeschlossen. Um jedoch eine Selektion hin zu tiefwurzelnden, ausdauernden Unkrautarten zu verhindern, sollte die Behandlung stets in ein ganzheitliches Kulturmanagement integriert werden, das auch mechanische Maßnahmen oder thermische Verfahren umfasst.

Mischbarkeit & Tankmischung

Naturen Bio Unkrautfrei wird als gebrauchsfertige Formulierung oder als Soloprodukt ausgebracht. Aufgrund des stark sauren pH-Werts der Essigsäure wird von Tankmischungen mit anderen Pflanzenschutzmitteln oder Düngemitteln dringend abgeraten, da dies zu Ausfällungen, veränderter Viskosität oder phytotoxischen Schäden an den Kulturen führen kann. Für eine optimale Wirkung ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zu achten, um eine vollständige Benetzung der Schaderreger zu garantieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als organischer Wirkstoff wird Essigsäure im Boden extrem schnell und rückstandsfrei biologisch abgebaut. Das Produkt ist als nicht bienengefährlich eingestuft und weist ein günstiges Ökotox-Profil für Bodenorganismen auf. Dennoch ist aufgrund der ätzenden Eigenschaften der Säure beim Ansetzen und Ausbringen der Spritzbrühe persönliche Schutzausrüstung (insbesondere Schutzbrille und säurefeste Handschuhe) zu tragen. Abdriften auf benachbarte Kulturpflanzen sowie der direkte Eintrag in Oberflächengewässer sind strikt zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SteinobstEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.10000000474974513 LITER_PER_SQUARE_METER
RasenMoose0.10000000474974513 LITER_PER_SQUARE_METER
ZiergehölzeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.10000000474974513 LITER_PER_SQUARE_METER
KernobstEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.10000000474974513 LITER_PER_SQUARE_METER
Wege und Plätze mit HolzgewächsenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.10000000474974513 LITER_PER_SQUARE_METER

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung mit Naturen Bio Unkrautfrei?

Die Anwendung sollte an einem trockenen, warmen und sonnigen Tag erfolgen. Da der Wirkstoff rein über den Kontakt wirkt, beschleunigen hohe Temperaturen und direkte Sonneneinstrahlung die Zerstörung der Zellwände und führen zu einem schnelleren Vertrocknen der Schaderreger. Regen kurz nach der Behandlung kann den Wirkstoff abwaschen und die Wirkung mindern.

Wirkt das Pflanzenschutzmittel auch gegen tiefwurzelnde Unkräuter wie Löwenzahn oder Disteln?

Da Essigsäure nicht systemisch wirkt, werden nur die direkt getroffenen, oberirdischen Pflanzenteile zerstört. Tiefwurzelnde, mehrjährige Unkräuter können daher nach einiger Zeit wieder austreiben. Bei diesen Schaderregern sind wiederholte Behandlungen im Abstand von wenigen Wochen erforderlich, um die Wurzelreserven allmählich zu erschöpfen.

Was muss bei der Anwendung auf Wegen und Plätzen rechtlich beachtet werden?

In Deutschland ist die Anwendung von Herbiziden auf Freilandflächen, die nicht landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden (wie gepflasterte Wege, Terrassen oder Einfahrten), gemäß § 12 Pflanzenschutzgesetz genehmigungspflichtig. Das Produkt darf dort nur mit einer entsprechenden behördlichen Genehmigung eingesetzt werden.

Wie schnell ist die Wirkung nach der Ausbringung sichtbar?

Bei optimalen Witterungsbedingungen (Sonnenschein und Temperaturen über 15 °C) zeigen sich erste Welkesymptome und Verfärbungen an den getroffenen Unkräutern bereits nach wenigen Stunden. Nach ein bis zwei Tagen ist das behandelte Gewebe meist vollständig vertrocknet und braun gefärbt.

Kann das Produkt im Unterwuchs von Ziergehölzen eingesetzt werden?

Ja, eine Anwendung unter Ziergehölzen ist möglich, da verholzte Rinde durch die Essigsäure in der Regel nicht geschädigt wird. Es muss jedoch streng darauf geachtet werden, dass kein Spritznebel auf grüne Blätter, junge Triebe oder frische Schnittstellen der Kultur gelangt, um phytotoxische Schäden zu vermeiden.

Wie beeinflusst das BBCH-Stadium der Unkräuter den Bekämpfungserfolg?

Der Bekämpfungserfolg ist im frühen Keimblatt- bis jungen Laubblattstadium der Unkräuter (BBCH 10–19) am höchsten. Größere Unkräuter besitzen eine dickere Wachsschicht (Kutikula) und mehr Regenerationskraft, weshalb sie deutlich schwerer allein durch Kontaktwirkung zu bekämpfen sind.