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Sonstige · QEMETICA Agricultural Solutions Poland

NEOLA

BVL Zul.-Nr. 00A655-60

NEOLA ist ein hochwirksames, breit wirksames Fungizid zur Bekämpfung bedeutender Pilzkrankheiten in Getreide- und Raps-Kulturen. Mit dem bewährten Wirkstoff Azoxystrobin (250 g/l), formuliert als Suspensionskonzentrat (SC), bietet das Pflanzenschutzmittel sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften. Es schützt deine Kulturen zuverlässig vor ertragsmindernden Schaderregern wie Rostpilzen, Rhynchosporium und wichtigen Rapskrankheiten wie Sclerotinia und Alternaria.

Durch seine systemischen und translaminaren Eigenschaften verteilt sich der Wirkstoff optimal in der Kultur und schützt auch den Neuzuwachs. NEOLA sichert somit nicht nur den Ertrag, sondern trägt durch den bekannten physiologischen Effekt der Strobilurine auch zur Vitalität und Stresstoleranz deiner Pflanzen bei.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in NEOLA enthaltene Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur chemischen Klasse der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11, Qo-Inhibitoren). Er greift gezielt in den Energiestoffwechsel der Schadpilze ein, indem er den Elektronentransport in den Mitochondrien an der Qo-Stelle des Cytochrom-b/c1-Komplexes blockiert. Dies führt zu einem raschen Erliegen der ATP-Synthese, wodurch die Sporenkeimung und das Myzelwachstum der Schaderreger effektiv unterbunden werden. Da die Wirkung primär präventiv ist, erzielst du die besten Ergebnisse, wenn du NEOLA bereits vor oder direkt zu Infektionsbeginn applizierst. Der Wirkstoff wird von den Blättern aufgenommen und translaminar sowie akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) in der Kultur verteilt, was einen langanhaltenden Schutz der behandelten Pflanzenteile gewährleistet.

Resistenzmanagement

Da Azoxystrobin als QoI-Fungizid ein hohes Risiko für Resistenzentwicklungen aufweist, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich. Du solltest NEOLA daher immer im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (z. B. Triazolen oder SDHI) einsetzen oder als Mischungspartner verwenden. Begrenze die Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß den offiziellen Vorgaben und vermeide Solo-Anwendungen bei hohem Befallsdruck, um die Wirksamkeit dieses wertvollen Wirkstoffs langfristig zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

NEOLA zeichnet sich durch eine gute physikalische Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe auf physikalische Verträglichkeit durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität, vermeide extreme Spritzbrühtemperaturen sowie Mischungen unter starker Sonneneinstrahlung, um die Kulturverträglichkeit zu maximieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit NEOLA ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die vorgegebenen Abstandsauflagen und driftmindernde Technik strikt einzuhalten. Da keine spezifische Bienengefährlichkeitsklasse im Datensatz vorliegt, gilt die allgemeine Vorsichtsmaßnahme: Vermeide Anwendungen in blühende Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, und verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden, um Bestäuber optimal zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GersteRhynchosporium secalis30–591 LITER_PER_HECTARE
RapsSclerotinia sclerotiorum60–691 LITER_PER_HECTARE21T
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)30–691 LITER_PER_HECTARE
TriticaleRhynchosporium secalis30–611 LITER_PER_HECTARE
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)30–691 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)30–691 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)30–591 LITER_PER_HECTARE
RapsAlternaria brassicae60–691 LITER_PER_HECTARE21T
RapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)20–551 LITER_PER_HECTARE21T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Sclerotinia im Raps?

Die beste Wirkung gegen Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit) erzielst du, wenn du NEOLA vorbeugend während der Hauptblüte (BBCH 63 bis 65) applizierst. Zu diesem Zeitpunkt fallen die ersten Blütenblätter ab und bleiben in den Blattachseln hängen, was dem Pilz als Nährboden dient – hier schützt der Wirkstoffbelag deine Kultur optimal.

Was versteht man unter dem "Greening-Effekt" bei der Anwendung von NEOLA?

Neben der fungiziden Wirkung beeinflusst der Wirkstoff Azoxystrobin physiologische Prozesse in der Kultur. Er verzögert den Abbau von Chlorophyll, verbessert die Stickstoffausnutzung und reduziert die Transpiration. Dadurch bleibt deine Kultur länger grün, kann länger assimilieren und ist toleranter gegenüber Trockenstress, was sich positiv auf das Tausendkorngewicht auswirken kann.

Kann ich NEOLA auch bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?

Ja, der Wirkstoff Azoxystrobin ist weitgehend temperaturunabhängig wirksam. Allerdings sollte die Kultur für eine optimale Aufnahme und systemische Verteilung im aktiven Wachstum sein. Vermeide Behandlungen bei Frost oder wenn unmittelbar nach der Spritzung Nachtfröste angekündigt sind, um unnötigen Stress für deine Kultur zu vermeiden.

Wie integriere ich NEOLA am besten in eine Spritzfolge im Getreide zur Vermeidung von Resistenzen?

Du solltest NEOLA idealerweise in Kombination oder im Wechsel mit Fungiziden einsetzen, die einen anderen Wirkungsmechanismus besitzen, wie beispielsweise Triazole (DMI) oder Carboxamide (SDHI). Verwende das Produkt vorzugsweise vorbeugend, um den Wirkstoff optimal zu nutzen und den Selektionsdruck zu minimieren.

Wie verhalte ich mich bei der Anwendung von NEOLA bezüglich des Bienenschutzes?

Da für dieses Pflanzenschutzmittel im Datenblatt keine spezifische Bienengefährlichkeitsklasse ausgewiesen ist, solltest du stets nach den allgemeinen Regeln des guten fachlichen Pflanzenschutzes handeln. Behandle blühende Bestände oder Kulturen, die von Bienen angeflogen werden (z. B. durch blühende Unterkräuter), grundsätzlich nur in den späten Abendstunden nach dem täglichen Bienenflug, um Bestäuber bestmöglich zu schonen.