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OTHER · Bayer CropScience Deutschland GmbH

OLBRAN

BVL Zul.-Nr. 025287-65

OLBRAN ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid von Bayer CropScience, das auf dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol basiert. Als moderner Standard im Getreide- und Rapsanbau bietet dieses Pflanzenschutzmittel einen zuverlässigen Schutz gegen ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten. Dank seiner hervorragenden Formulierung verteilt sich der Wirkstoff optimal in der Kultur und sorgt für eine langanhaltende protektive sowie kurative Wirkung.

Formuliert als Emulsionskonzentrat (EC) dringt OLBRAN schnell in das Pflanzengewebe ein und ist bereits kurze Zeit nach der Anwendung regenfest. Das Wirkungsspektrum umfasst die wichtigsten Schaderreger im Getreide wie Septoria-Arten, Rostpilze, Netzflecken und Rhynchosporium secalis sowie die gefürchtete Halmbruchkrankheit und Ährenfusariosen. Im Raps zeichnet sich das Mittel durch eine exzellente Wirkung gegen Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit) aus.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifikation in die Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingestuft. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der C14-Demethylase in der Sterol-Biosynthese der Pilze. Dies führt zu einer Störung der Membranintegrität und blockiert das Wachstum der Keimschläuche sowie die Myzelentwicklung der Schaderreger. Durch die systemischen Eigenschaften wird der Wirkstoff nach der Aufnahme akropetal, also mit dem Saftstrom nach oben, in den neu zuwachsenden Pflanzenteilen verteilt. Dies gewährleistet einen lückenlosen Schutz der Kultur auch während intensiver Wachstumsphasen.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegenüber DMI-Fungiziden (FRAC-Gruppe 3) zu minimieren, sollte OLBRAN stets im Rahmen einer integrierten Pflanzenschutzstrategie eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen (wie SDHI oder Strobilurinen) sowie die Einhaltung der maximal empfohlenen Anzahl an Anwendungen pro Saison. Zudem empfiehlt sich bei hohem Befallsdruck die Kombination mit Kontaktfungiziden oder Partnern mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus in Tankmischungen.

Mischbarkeit & Tankmischung

OLBRAN zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine kontinuierliche Rührung im Spritztank zu achten. Die Zugabe von Additiven oder Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, kann jedoch unter extremen Witterungsbedingungen die Benetzung der Kulturen optimieren. Vor der großflächigen Anwendung von Mischungen wird stets ein Verträglichkeitstest im Kleinen empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit OLBRAN sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (persönliche Schutzausrüstung) strikt einzuhalten, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen müssen die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen und der Einsatz abdriftmindernder Technik beachtet werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, weshalb ein flexibler Einsatz auch während des Bienenflugs in blühenden Kulturen möglich ist.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
GersteRhynchosporium secalis25–610.8 LITER_PER_HECTARE
RapsSclerotinia sclerotiorum0.7 LITER_PER_HECTARE
RoggenRhynchosporium secalis25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)0–320.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria nodorum25–610.8 LITER_PER_HECTARE
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenFusarium-Arten61–690.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
RoggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)0–320.8 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
GersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)0–320.8 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Halmbruchkrankheit im Getreide?

Die Bekämpfung der Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) sollte idealerweise im frühen Frühjahr während der Bestockung bis zum Schossen (BBCH-Stadien 30 bis 32) erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt kann der Wirkstoff die Infektion an der Halmbasis effektiv stoppen, bevor das Gewebe dauerhaft geschädigt wird.

Wie wirkt sich die Temperatur auf die Wirksamkeit von OLBRAN aus?

OLBRAN zeigt bereits bei kühlen Frühjahrstemperaturen ab ca. 5 bis 8 °C eine gute und zuverlässige Wirkung. Für eine optimale systemische Verteilung in der Kultur sind jedoch wüchsige Bedingungen und Temperaturen über 10 °C vorteilhaft, da dann der Saftstrom der Pflanzen aktiver ist.

Kann OLBRAN zur Blütenbehandlung im Raps eingesetzt werden?

Ja, eine Anwendung während der Rapsblüte (BBCH-Stadien 61 bis 69) ist der Standardtermin zur Bekämpfung der Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum). Da das Mittel als nicht bienengefährlich eingestuft ist, kann die Applikation auch während des täglichen Bienenflugs erfolgen, um die Blütenblätter optimal zu schützen.

Welche Rolle spielt Prothioconazol beim Schutz vor Mykotoxinen im Getreide?

Prothioconazol gilt als einer der wirksamsten Wirkstoffe gegen Fusarium-Arten in der Ähre. Eine gezielte Behandlung während der Blüte (BBCH-Stadien 61 bis 65) reduziert nicht nur den Befall, sondern senkt auch signifikant die Belastung des Ernteguts mit Mykotoxinen wie Deoxynivalenol (DON).

Wie verhält sich das Pflanzenschutzmittel bei drohendem Regen nach der Spritzung?

Dank der modernen Formulierung dringt der Wirkstoff sehr schnell in die Wachsschicht der Blätter ein. In der Regel ist der Spritzbelag bereits nach etwa ein bis zwei Stunden regenfest, sodass ein anschließender Niederschlag die fungizide Wirkung nicht mehr beeinträchtigt.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen spezifische Schaderreger?

Nutzen Sie hierzu die Such- und Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech. Sie können gezielt nach der gewünschten Kultur oder dem spezifischen Schaderreger filtern, um eine vollständige Liste aller in Deutschland zugelassenen Produkte inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen anzuzeigen.