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Sonstige · Nufarm Deutschland GmbH

Orius

BVL Zul.-Nr. 006341-00

Orius ist ein bewährtes, systemisches Pflanzenschutzmittel von Nufarm, das sowohl als Fungizid als auch als Wachstumsregler in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen eingesetzt wird. Mit dem bewährten Wirkstoff Tebuconazol bietet die flüssige Formulierung einen zuverlässigen Schutz gegen ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten in Getreide und Raps. Neben der fungiziden Wirkung schätzen Praktiker das Mittel für seine physiologischen Effekte, die gezielt zur Steuerung der Bestandesentwicklung beitragen.

In Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen und Triticale bekämpft das Produkt effektiv ertragsmindernde Schaderreger wie Rostpilze (Braun- und Zwergrost), Echten Mehltau, Septoria-Arten sowie Netz- und Blattfleckenkrankheiten. Im Rapsanbau steht neben der Bekämpfung von Sclerotinia (Weißstängeligkeit) und Phoma (Wurzelhals- und Stängelfäule) vor allem die Optimierung der Winterfestigkeit im Herbst sowie die Verbesserung der Standfestigkeit im Frühjahr im Vordergrund.

Wirkstoffe

Tebuconazol
200 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Tebuconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazole und ist in die FRAC-Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) klassifiziert. Nach der Applikation wird der Wirkstoff schnell über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und akropetal – also mit dem Saftstrom nach oben – in der Kultur verteilt. Biochemisch hemmt Tebuconazol die C14-Demethylase im Stoffwechsel der Pilze, was die Biosynthese von Ergosterol stört. Da Ergosterol ein essenzieller Baustein für den Aufbau funktionsfähiger Pilzzellmembranen ist, führt dieser Mangel zum Wachstumsstopp und letztlich zum Absterben des Schaderregers. Zusätzlich besitzt Tebuconazol eine ausgeprägte wachstumsregulatorische Nebenwirkung. Durch den Eingriff in die pflanzeneigene Gibberellinsynthese wird das Streckungswachstum der Kultur gehemmt. Im Raps führt dies im Herbst zu einem flacheren, winterhärteren Wuchs der Rosette und verhindert das vorzeitige Überwachsen des Vegetationskegels. Im Frühjahr angewendet, verkürzt und kräftigt es die Stängel, was die Standfestigkeit der Kultur deutlich erhöht und das Lagerrisiko minimiert.

Resistenzmanagement

Da Tebuconazol als Triazol (FRAC-Gruppe 3) einem mittleren Resistenzrisiko unterliegt, ist ein vorausschauendes Resistenzmanagement unerlässlich. Um die Wirksamkeit langfristig zu sichern, solltest du die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison nicht überschreiten und Orius im Rahmen einer Spritzfolge mit Fungiziden abwechseln, die einen anderen Wirkungsmechanismus aufweisen (z. B. Kontaktfungizide, Carboxamide oder Strobilurine). Die Kombination mit Partnern aus unterschiedlichen Wirkstoffklassen in einer Tankmischung mindert das Selektionsrisiko resistenter Pilzstämme zusätzlich und sichert einen dauerhaft hohen Bekämpfungserfolg.

Mischbarkeit & Tankmischung

Orius zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, anderen Fungiziden sowie flüssigen Blattdüngern und Wachstumsreglern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets auf eine ausreichende Wasserqualität achten und die Komponenten nacheinander bei laufendem Rührwerk in den Tank geben. Um phytotoxische Reaktionen zu vermeiden, empfiehlt es sich, Mischungen mit mehreren intensiv wirkenden Partnern vorab auf Verträglichkeit zu prüfen und die Applikation nicht unter extremen Bedingungen wie starker Sonneneinstrahlung oder Frostgefahr durchzuführen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit diesem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, während der Anmischung und Ausbringung obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielorganismen sind die spezifischen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen strikt einzuhalten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt ausgewiesen ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, verzichten und die Behandlung bevorzugt in die späten Abendstunden verlegen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GersteZwergrost (Puccinia hordei)32–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)32–611.25 LITER_PER_HECTARE
RapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)16–291.5 LITER_PER_HECTARE
GersteBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)32–611.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)32–611.5 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)32–611.5 LITER_PER_HECTARE
RapsStandfestigkeit32–551.5 LITER_PER_HECTARE
TriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)32–611.5 LITER_PER_HECTARE
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)32–611.5 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)32–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)32–691.25 LITER_PER_HECTARE
RapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)32–551.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)32–611.5 LITER_PER_HECTARE
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)32–691.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)32–691.5 LITER_PER_HECTARE
RapsWinterfestigkeit16–291.5 LITER_PER_HECTARE
RapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
RapsStandfestigkeit16–291.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie unterstützt Orius die Winterfestigkeit im Raps und wann ist der beste Zeitpunkt dafür?

Um die Winterfestigkeit deines Rapses zu verbessern, solltest du die Behandlung im Herbst im BBCH-Stadium 14 bis 16 (4- bis 6-Blatt-Stadium) durchführen. Der Wirkstoff hemmt das Längenwachstum des Triebes, sodass der Vegetationskegel dicht am Boden bleibt. Dadurch wird verhindert, dass der Raps vor dem Winter zu stark in die Höhe wächst und anfällig für Frostschäden wird.

Kann ich das Produkt auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?

Ja, Tebuconazol ist bereits ab Temperaturen von etwa 5 bis 8 °C aktiv. Für eine optimale systemische Verteilung und die volle Entfaltung der wachstumsregulatorischen Wirkung im Frühjahr sind jedoch wüchsige Bedingungen mit Temperaturen über 10 °C ideal. Vermeide Behandlungen bei akutem Nachtfrost oder extremen Temperaturschwankungen.

Welche Rolle spielt das Produkt beim Management von Sclerotinia (Weißstängeligkeit) im Raps?

Zur Bekämpfung von Sclerotinia sclerotiorum ist der optimale Anwendungszeitpunkt während der Hauptblüte (BBCH 63 bis 65). Die abfallenden Blütenblätter dienen dem Pilz als Nährboden; Orius schützt die Kultur protektiv vor dem Eindringen der Sporen in den Stängel und sichert so die Standfestigkeit und den Ertrag bis zur Ernte.

Wie integriere ich Orius am besten in eine Antiresistenzstrategie im Getreide?

Da Tebuconazol zur FRAC-Gruppe 3 gehört, solltest du es im Getreide idealerweise mit Wirkstoffen aus anderen Klassen kombinieren oder abwechseln. Hervorragende Mischungspartner sind beispielsweise Kontaktfungizide oder Wirkstoffe aus der Gruppe der SDHI (Carboxamide) und Strobilurine, um die Selektion resistenter Pilzstämme aktiv zu verhindern.

Worauf muss ich achten, wenn ich Orius mit einem Insektizid mischen möchte?

Tankmischungen mit Pyrethroiden sind in der Praxis zur gleichzeitigen Bekämpfung von Schädlingen üblich. Achte darauf, die gesetzlichen Vorgaben bezüglich der Bienenschutzauflagen bei Mischungen von Triazolen mit bestimmten Insektiziden genau zu prüfen, da sich die Toxizität für Bienen durch synergistische Effekte verändern kann.

Wie finde ich heraus, ob Orius für meine spezifische Indikation in der Datenbank registriert ist?

Nutze die Such- und Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech. Du kannst gezielt nach der BVL-Zulassungsnummer "006341-00" oder dem Wirkstoff "Tebuconazol" filtern, um alle aktuell zugelassenen Kulturen, Schaderreger, Aufwandmengen und die spezifischen Anwendungsbestimmungen direkt einzusehen.