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OTHER · Corteva Agriscience Germany GmbH

Orondis Plus

BVL Zul.-Nr. 00A426-00

Orondis Plus ist ein hochwirksames, modernes Pflanzenschutzmittel von Corteva Agriscience zur gezielten Bekämpfung von Oomyceten im professionellen Gemüsebau. Als flüssige Formulierung basiert es auf dem innovativen Wirkstoff Oxathiapiprolin, der sich durch eine außergewöhnlich hohe biologische Aktivität bei sehr geringen Aufwandmengen auszeichnet. Das Mittel wurde speziell entwickelt, um wichtige Kulturen wie Speisezwiebeln, Schalotten, Knoblauch und verschiedene Salat-Arten vor ertragsmindernden Infektionen zu schützen.

Dank seiner ausgeprägten translaminaren und systemischen Eigenschaften bietet Orondis Plus einen langanhaltenden Schutz vor Schaderregern. Es verteilt sich nach der Anwendung schnell in der Kultur und schützt so auch den empfindlichen Neuzuwachs von innen heraus. Dies macht das Produkt zu einem unverzichtbaren Baustein in modernen Spritzfolgen, insbesondere in Phasen mit schnellem Kulturwachstum und hohem Infektionsdruck.

Das primäre Wirkungsspektrum umfasst die wirtschaftlich bedeutendsten Erreger des Falschen Mehltaus in den zugelassenen Kulturen. Durch die zuverlässige Unterbindung der Sporenkeimung und des Myzelwachstums sichert Orondis Plus die Ertragsleistung und die optische Qualität der Ernteprodukte, was für die Vermarktung im Frischmarkt von entscheidender Bedeutung ist.

Wirkstoffe

Oxathiapiprolin
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Orondis Plus enthaltene Wirkstoff Oxathiapiprolin gehört zur FRAC-Gruppe 49 (Piperidinyl-Thiazol-Isoxazoline). Er besitzt einen völlig neuartigen biochemischen Wirkungsmechanismus, der auf der Bindung an das Oxysterol-Bindungsprotein (OSBP) in den Zellen der Oomyceten beruht. Diese Blockade stört den intrazellulären Lipidtransport und die Membransynthese des Schaderregers tiefgreifend, was letztlich zum Absterben der Pilzzellen führt. Oxathiapiprolin wirkt in fast allen Phasen des Lebenszyklus des Erregers. Es hemmt hocheffektiv die Freisetzung und Bewegung der Zoosporen, die Keimung der Sporangien sowie das anschließende Wachstum des Pilzmyzels im Pflanzengewebe. Diese多-stadige Wirkung sorgt für eine herausragende präventive Effizienz und verhindert die Etablierung einer Infektion im Bestand von Anfang an.

Resistenzmanagement

Aufgrund des spezifischen, monoseitigen Wirkungsmechanismus von Oxathiapiprolin (FRAC-Gruppe 49) besteht ein inhärentes Risiko für die Selektion resistenter Stämme, insbesondere bei Schaderregern wie Bremia lactucae. Um die langfristige Wirksamkeit von Orondis Plus zu sichern, muss das Produkt zwingend im Rahmen eines integrierten Antiresistenzmanagements eingesetzt werden. Dies bedeutet, dass Anwendungen im Block oder im Wechsel mit Fungiziden aus anderen FRAC-Gruppen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen (wie z. B. CAA-Fungiziden oder Kontaktwirkstoffen) erfolgen sollten. Die maximale Anzahl der Behandlungen pro Saison ist konsequent zu begrenzen, und das Mittel sollte bevorzugt in Mischung mit geeigneten Kombinationspartnern ausgebracht werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Orondis Plus zeigt eine gute physikalische und biologische Verträglichkeit mit einer Vielzahl von gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern. Bei der Erstellung von Tankmischungen, insbesondere in Kulturen mit ausgeprägter Wachsschicht wie Zwiebeln, kann der Zusatz von geeigneten Netzmitteln die Benetzung und Wirkstoffaufnahme verbessern. Es wird empfohlen, vor großflächigen Anwendungen eine Mischprobe auf physikalische Stabilität durchzuführen. Die Anwendung sollte stets mit ausreichend Wasser erfolgen, um eine lückenlose Benetzung des gesamten Pflanzenbestandes zu gewährleisten, wobei extreme Hitzeperioden bei der Applikation zu meiden sind.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Orondis Plus sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Auflagen (persönliche Schutzausrüstung) für den Anwender strikt einzuhalten, um Haut- und Augenkontakt während der Befüllung und des Spritzvorgangs zu vermeiden. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der umliegenden Flora und Fauna sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen und driftmindernden Düsenklassen genau zu beachten. Der Wirkstoff ist bei sachgemäßer, zulassungskonformer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte der direkte Kontakt mit blühenden Beständen oder aktiv fliegenden Bestäubern im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes minimiert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SchalotteFalscher Mehltau (Peronospora destructor)13–490.2 LITER_PER_HECTARE7T
SpeisezwiebelFalscher Mehltau (Peronospora destructor)13–490.2 LITER_PER_HECTARE7T
SalateFalscher Mehltau (Bremia lactucae)15–490.15 LITER_PER_HECTARE7T
KnoblauchFalscher Mehltau (Peronospora destructor)13–490.2 LITER_PER_HECTARE7T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Orondis Plus?

Die Behandlung sollte strikt vorbeugend (präventiv) bei einsetzender Infektionsgefahr oder nach Warndienstaufruf erfolgen. Das BBCH-Stadium der Kultur muss sich dabei im zugelassenen Bereich von 13 bis 49 befinden. Eine Anwendung nach dem sichtbaren Ausbruch der Krankheit mindert den Bekämpfungserfolg deutlich.

Warum ist die systemische Wirkung bei Salat-Arten (LACSS) so vorteilhaft?

Salat-Arten weisen in der Hauptwachstumsphase einen rasanten Zuwachs an neuer Blattfläche auf. Da Oxathiapiprolin translaminar und akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) transportiert wird, wandert der Wirkstoff in die neu entstehenden Blätter ein und schützt diese vor dem Falschen Mehltau (Bremia lactucae), was reine Kontaktmittel nicht leisten können.

Muss ich bei der Anwendung in Zwiebeln (ALLCE) ein Netzmittel hinzufügen?

Zwiebellaub besitzt eine sehr dicke, vertikale Wachsschicht, von der Spritzbrühe leicht abperlt. Obwohl Orondis Plus hochwertig formuliert ist, kann die Zugabe eines zugelassenen Haft- oder Netzmittels die Tropfenanlagerung und somit die Wirkstoffaufnahme auf dem Zwiebellaub signifikant verbessern.

Wie viele Anwendungen von Orondis Plus sind pro Saison maximal zulässig?

Um der Entstehung von Resistenzen beim Falschen Mehltau vorzubeugen, ist die Anzahl der Anwendungen pro Jahr und Kultur streng limitiert. Bitte beachten Sie hierzu die aktuellen Vorgaben der BVL-Zulassung und wechseln Sie nach maximal ein bis zwei Behandlungen auf Wirkstoffe aus anderen FRAC-Klassen.

Wie schnell ist Orondis Plus nach der Applikation regenfest?

Dank der schnellen Penetration des Wirkstoffs Oxathiapiprolin in das pflanzliche Gewebe ist der Spritzbelag bereits etwa 1 bis 2 Stunden nach der Antrocknung vollständig regenfest. Spätere Niederschläge haben keinen negativen Einfluss mehr auf die fungizide Schutzwirkung.

Kann Orondis Plus auch in Knoblauch (ALLSA) und Schalotten (ALLAS) eingesetzt werden?

Ja, das Produkt besitzt eine offizielle Zulassung für die gesamte Allium-Gruppe, einschließlich Knoblauch und Schalotten, zur Bekämpfung von Peronospora destructor. Die Aufwandmengen und die Wartezeit von 7 Tagen entsprechen dabei den Vorgaben für Speisezwiebeln.