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Kultur

Schalotte

Allium ascalonicum
ALLAS

Die Schalotte (Allium ascalonicum, EPPO-Code: `ALLAS`), botanisch eng mit der Speisezwiebel verwandt, nimmt im professionellen Feldgemüsebau eine exklusive Nische ein. Sie zeichnet sich durch ein feines, mild-würziges Aroma und eine charakteristische Nestbildung aus, bei der aus einer gesteckten Mutterzwiebel ein Cluster aus mehreren Tochterzwiebeln heranwächst. Im mitteleuropäischen Anbau unterscheidet man primär zwischen der klassischen Vermehrung über Pflanzschalotten (Steckschalotten) und der modernen Aussaat von präzisionsgesätem Hybrid-Saatgut (Samen-Schalotten).

Der Anbau stellt hohe Ansprüche an die Bodenstruktur und das Unkrautmanagement, da die Kultur aufgrund ihrer langsamen Jugendentwicklung und des geringen Laubschattens extrem konkurrenzschwach ist. Eine präzise Steuerung der Nährstoff- und Wasserversorgung ist entscheidend, um gleichmäßige Sortierungen und eine hervorragende Lagerfähigkeit zu erzielen. Schalotten reagieren besonders empfindlich auf Staunässe und bodenbürtige Schaderreger, weshalb weite Fruchtfolgen zwingend einzuhalten sind.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis April (Steckzwiebeln), Februar bis März (Samen)
Erntefenster
Juli bis August
Reihenabstand
25–35 cm
Typischer Ertrag
15–25 t/ha
Wärmesumme (GDD)
1650
Boden-pH
6,0–7,0

Bodenmanagement

Für den erfolgreichen Anbau der Kultur sind tiefgründige, humose und gut strukturierte Sandlehm- oder Lehmböden ideal, die sich im Frühjahr rasch erwärmen. Schwere, zur Verschlämmung neigende Böden müssen gemieden werden, da sie das Wurzelwachstum hemmen und die Gefahr von Fäulnisdrücken drastisch erhöhen. Die Grunddüngung sollte auf Basis aktueller Bodenanalysen erfolgen, wobei eine moderate Stickstoffgabe von insgesamt 80 bis 100 kg N/ha, aufgeteilt in zwei Gaben, anzustreben ist. Überdüngung verzögert die Abreife und beeinträchtigt die Schalenfestigkeit sowie die Lagerstabilität der geernteten Zwiebeln erheblich. Eine gezielte Zufuhr von Kalium fördert die Festigkeit und die Trockenheitsresistenz der Kultur während der Hauptwachstumsphase.

Schaderreger-Management

Der Pflanzenschutz bei Schalotten erfordert eine lückenlose Überwachung ab dem Auflaufen bzw. Stecken der Kultur. Zu den wirtschaftlich bedeutendsten Schaderregern gehören der Falsche Mehltau (Peronospora destructor) und die Samtfleckenkrankheit (Botrytis squamosa), gegen die bei feucht-warmer Witterung präventive Behandlungen mit zugelassenen Fungiziden unerlässlich sind. Bodenbürtige Pilze wie Stromatinia cepivora (Mehlkrankheit) erfordern eine strikte Anbaupause von mindestens 4 bis 5 Jahren zu anderen Allium-Arten. Gegen tierische Schädlinge wie die Zwiebelfliege (Delia antiqua) und Thripse hat sich der Einsatz von Kulturschutznetzen sowie der gezielte Einsatz von nützlingsschonenden Insektiziden bewährt. Ein konsequentes Unkrautmanagement, oft kombiniert aus mechanischem Hacken und chemischen Herbizid-Anwendungen im Vor- und frühen Nachauflauf, sichert die Erträge in der konkurrenzschwachen Kultur.

Sorten

Jermor

mittelfrüh

Konstant hohe Erträge bei gleichmäßiger Sortierung.

Resistent gegen: Schossen

Anfällig für: Falscher Mehltau, Botrytis

Traditionelle französische Schalotte vom Typ 'Cuisse de Poulet'. Zeichnet sich durch eine längliche Form, kupferfarbene Schale und hervorragenden Geschmack aus.

Red Sun

mittelfrüh

Sehr ertragreich und zuverlässig im Frühjahrsanbau.

Anfällig für: Falscher Mehltau, Zwiebelfliege

Sehr beliebte, rundliche Schalotte mit rötlich-brauner Schale und gutem Geschmack. Sehr gut lagerfähig.

Golden Gourmet

früh bis mittelfrüh

Überdurchschnittlich hohes Ertragspotenzial.

Resistent gegen: Schossen

Anfällig für: Falscher Mehltau

Gelbschalige, runde Schalotte mit verbesserter Schalenfestigkeit. Kann sehr früh gesteckt werden.

Griselle

früh (Herbstpflanzung)

Mäßiger Ertrag, aber hoher Marktwert durch Premium-Qualität.

Resistent gegen: Winterfrost

Anfällig für: Staunässe, Falscher Mehltau

Die echte graue Schalotte ('Échalote Grise') mit extrem intensivem Aroma. Wird bevorzugt im Herbst gesteckt.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich die Pflanzenschutz-Zulassungssituation bei Schalotten von der Speisezwiebel?

Obwohl Schalotten eng mit Speisezwiebeln verwandt sind, gelten sie rechtlich oft als eigene Kultur. Viele Pflanzenschutzmittel sind über die Indikationszulassung oder das Lückenindikationsverfahren (§ 22 Abs. 2 PflSchG in Deutschland) explizit auch für Schalotten zugelassen. Agronomen müssen vor der Anwendung stets prüfen, ob die Zulassung die Kultur 'Schalotte' (ALLAS) explizit umfasst, da eine reine Zulassung in 'Zwiebelgemüse' nicht immer automatisch alle Allium-Arten abdeckt.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Fungizidbehandlung gegen den Falschen Mehltau?

Die kritische Phase beginnt ab dem BBCH-Stadium 13 bis 15 (3 bis 5 Laubblätter), sobald feucht-warme Witterungsperioden (Blattnässe über mehrere Stunden bei 10–20 °C) prognostiziert werden. Da Peronospora destructor sich rasant ausbreitet, müssen Behandlungen mit systemischen oder translokaren Fungiziden präventiv vor dem ersten sichtbaren Befall erfolgen. Nutzen Sie Prognosemodelle wie 'Downcast', um den optimalen Spritztermin exakt zu bestimmen.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium 40+ für das Bewässerungsmanagement?

Ab BBCH-Stadium 40 (Beginn der Zwiebelbildung / Schwellen der Basis) steigt der Wasserbedarf der Kultur sprunghaft an. Wassermangel in dieser Phase (BBCH 41 bis 45) führt zu einer vorzeitigen Wachstumsstockung und deutlich kleineren Zwiebeln. Die Bewässerung sollte jedoch ab BBCH 47 (Laub beginnt umzuknicken) komplett eingestellt werden, um die Abreife zu fördern, die Schalenfestigkeit zu sichern und Lagerfäulen vorzubeugen.

Wie lässt sich das Risiko von Stromatinia-Fäule (Mehlkrankheit) im professionellen Anbau minimieren?

Da die Sklerotien von Stromatinia cepivora bis zu 15 Jahre im Boden überdauern können und chemische Pflanzenschutzmittel nur eine begrenzte Wirkung zeigen, ist die Fruchtfolge das wichtigste Werkzeug. Es sollte ein Mindestabstand von 5 Jahren zu allen Allium-Arten eingehalten werden. Zudem kann der Einsatz von Knoblauchpulver oder Diallyldisulfid (DADS) vor dem Anbau die Keimung der Sklerotien in Abwesenheit des Wirts stimulieren, wodurch der Erreger im Boden 'aushungert'.

Was ist beim Einsatz von Herbiziden im Nachauflauf der Schalotte zu beachten?

Schalotten besitzen eine empfindliche Wachsschicht auf den Blättern, die als natürlicher Schutz dient. Herbizid-Anwendungen im Nachauflauf (z. B. ab BBCH 12/13) sollten nur auf trockene Pflanzen und nach mehreren sonnigen Tagen erfolgen, wenn die Wachsschicht voll ausgebildet ist. Vermeiden Sie Spritzungen unmittelbar nach Regenfällen oder bei starkem Tau, um phytotoxische Schäden an den Blattspitzen zu verhindern.

Wie beeinflusst die Wahl zwischen Steck- und Säschalotten die Erntetechnologie und Lagerung?

Aus Samen gezogene Schalotten (Säschalotten) bilden meist nur eine oder zwei Zwiebeln pro Pflanzstelle aus, was zu einer sehr gleichmäßigen, runden Sortierung führt, die sich hervorragend maschinell ernten und verpacken lässt. Gesteckte Schalotten hingegen bilden dichte Nester mit asymmetrischen Zwiebeln; sie reifen oft ungleichmäßiger ab, weisen jedoch eine traditionell festere Schale auf, was bei optimaler Trocknung eine extrem lange Lagerung bis ins Folgejahr ermöglicht.