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Patton Pro

BVL Zul.-Nr. 00B254-00

Patton Pro ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten in Getreide und Raps. Mit dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol (250 g/l), formuliert als Emulsionskonzentrat (EC), bietet das Pflanzenschutzmittel sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften. Es hat sich als Standardlösung im modernen Ackerbau etabliert, um Ertrag und Qualität abzusichern.

Das Anwendungsspektrum umfasst wichtige Schaderreger wie Septoria-Arten, Roste (Gelb-, Braun-, Zwerg- und Haferkronenrost), Echten Mehltau sowie Netzflecken und Rhynchosporium in Gerste. Darüber hinaus zeigt Patton Pro eine hervorragende Wirkung gegen Fusarium-Arten im Ährenbereich des Getreides sowie gegen Sclerotinia und Cylindrosporium im Rapsanbau. Dank seiner systemischen Verteilung in der Kultur schützt das Mittel auch den Neuzuwachs zuverlässig über einen längeren Zeitraum.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifikation in die Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingeordnet. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der Sterol-Biosynthese in den Zellmembranen der Pilze, genauer gesagt auf der Blockade der C14-Demethylase. Dies führt zu einer Störung der Membranintegrität und letztlich zum Absterben des Schaderregers. Nach der Applikation dringt der Wirkstoff rasch in das Pflanzengewebe ein und wird akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) in der Kultur verteilt. Diese systemische Mobilität gewährleistet, dass auch bereits infizierte Pflanzenteile kurativ therapiert werden und neu austreibende Blätter einen langanhaltenden, protektiven Schutzschild erhalten.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen DMI-Fungizide (FRAC-Gruppe 3) zu minimieren, sollte Patton Pro stets im Rahmen einer integrierten Pflanzenschutzstrategie eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wirkstoffwechsel mit Fungiziden anderer Wirkungsklassen, wie beispielsweise SDHI (FRAC-Gruppe 7) oder Strobilurinen (FRAC-Gruppe 11). Zudem wird empfohlen, die registrierten Aufwandmengen nicht zu reduzieren, um selektiven Druck auf die Schaderreger-Populationen zu vermeiden, und das Pflanzenschutzmittel bevorzugt präventiv oder bei ersten Befallssymptomen einzusetzen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Patton Pro zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus, die im Getreide- und Rapsanbau üblich sind. Bei Tankmischungen ist auf die Einhaltung der optimalen Mischreihenfolge zu achten, wobei feste Formulierungen stets vor flüssigen Komponenten im Tank gelöst werden sollten. Die Verwendung von ausreichend Wasser (mindestens 150–300 l/ha) sichert eine gleichmäßige Benetzung der Kultur. Bei extremen Wetterbedingungen wie starker Sonneneinstrahlung oder Temperaturen über 25 °C sollte die Behandlung in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Patton Pro ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist bezüglich seiner Bienengefährlichkeit in der Regel als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Bestäubern dennoch bevorzugt außerhalb des aktiven Bienenflugs appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)26–690.8 LITER_PER_HECTARE
HartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)26–690.8 LITER_PER_HECTARE
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)26–690.8 LITER_PER_HECTARE
HaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–610.8 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsSclerotinia sclerotiorum61–690.7 LITER_PER_HECTARE56T
HartweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–690.8 LITER_PER_HECTARE
GersteGelbrost (Puccinia striiformis), Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei)30–610.8 LITER_PER_HECTARE
RoggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WeichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)26–690.8 LITER_PER_HECTARE
RoggenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum26–690.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–690.8 LITER_PER_HECTARE
WeichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–690.8 LITER_PER_HECTARE
GersteRhynchosporium secalis30–610.8 LITER_PER_HECTARE
HaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)30–610.8 LITER_PER_HECTARE
GersteFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
WeichweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsCylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum)0.7 LITER_PER_HECTARE56T
HaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleRhynchosporium secalis26–690.8 LITER_PER_HECTARE
HartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)26–690.8 LITER_PER_HECTARE
WeichweizenSeptoria nodorum26–690.8 LITER_PER_HECTARE
HartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
RoggenRhynchosporium secalis26–690.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)26–690.8 LITER_PER_HECTARE
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–690.8 LITER_PER_HECTARE
HartweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
HartweizenSeptoria nodorum26–690.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–610.8 LITER_PER_HECTARE
HartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)26–690.8 LITER_PER_HECTARE
GersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)26–690.8 LITER_PER_HECTARE
WeichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WeichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)26–690.8 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)14–190.7 LITER_PER_HECTARE56T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Ährenfusarium in Weizen?

Die gezielte Behandlung gegen Fusarium-Arten sollte idealerweise während der Blüte der Kultur (BBCH 61 bis 65) erfolgen. Ein präventiver Einsatz kurz vor oder direkt zu Beginn des Pollenausschüttelns bietet den besten Schutz, insbesondere wenn in dieser Phase feucht-warme Witterungsbedingungen herrscken, die Infektionen begünstigen.

Wie wirkt sich die systemische Eigenschaft von Patton Pro auf den Behandlungszeitpunkt bei Rostpilzen aus?

Da Patton Pro systemisch wirkt und sich akropetal in der Kultur verteilt, kann es sowohl protektiv (vor der Infektion) als auch in der frühen kurativen Phase (direkt nach der Infektion, noch vor sichtbarem Symptomaufkommen) eingesetzt werden. Bei akutem Gelb- oder Braunrostbefall stoppt der Wirkstoff die Pilzentwicklung im Blattgewebe rasch ab.

Kann Patton Pro im Raps zur Blütenbehandlung mit Insektiziden kombiniert werden?

Ja, eine Tankmischung zur Vollblüte im Raps (BBCH 63–65) gegen Sclerotinia sclerotiorum mit zugelassenen Rapsglanzkäfer- oder Kohlschotenrüssler-Insektiziden ist in der Praxis üblich. Achten Sie dabei unbedingt auf die spezifischen Bienenauflagen (B1-B4 Einstufung der Mischungspartner), da sich die Einstufung durch Mischungen verändern kann.

Warum ist die Einhaltung der vollen Aufwandmenge bei Patton Pro für das Resistenzmanagement so wichtig?

Die Reduzierung der Aufwandmenge unter das registrierte Niveau erhöht das Risiko, dass schwach sensitive Schaderreger-Biotypen überleben. Dies beschleunigt die Selektion resistenter Stämme gegenüber DMI-Fungiziden (FRAC-Gruppe 3). Die Nutzung der vollen empfohlenen Aufwandmenge sichert den maximalen Bekämpfungserfolg und schützt die langfristige Wirksamkeit des Wirkstoffs.

Welche Rolle spielt die Temperatur bei der Anwendung von Patton Pro im Frühjahr?

Patton Pro entfaltet seine systemische Wirkung optimal, sobald die Kultur aktiv wächst und Stoffwechselprozesse stattfinden. Dies ist meist ab dauerhaften Tagestemperaturen von etwa 8–10 °C der Fall. Bei Nachtfrösten oder extremen Temperaturschwankungen sollte die Behandlung verschoben werden, um Kulturverträglichkeitsrisiken zu minimieren.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für eine gezielte Wirkstoffrotation?

Nutzen Sie die Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech, um gezielt nach Kulturen und Schaderregern zu filtern. Achten Sie in den Produktdetails auf die FRAC-Klassifizierung, um gezielt Wirkstoffe aus anderen Gruppen (z. B. SDHI oder Strobilurine) für die Spritzfolge auszuwählen und so ein effektives Resistenzmanagement zu betreiben.