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Plonarius 100 SC

BVL Zul.-Nr. 00A711-60

Plonarius 100 SC ist ein hochkonzentriertes, selektives Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Handhabung, präzise Dosierbarkeit und eine schnelle Verteilung im Spritztank aus. Es ist speziell für den Einsatz im Getreidebau (wie Winterweizen, Wintergerste, Winterroggen und Wintertriticale) sowie in Mais registriert.

Das Wirkungsspektrum umfasst eine Vielzahl wirtschaftlich bedeutender Unkrautarten im Ackerbau. Besonders hervorzuheben ist die exzellente Wirkung gegen Kletten-Labkraut, das zu den hartnäckigsten Schaderregern im Getreide zählt, sowie gegen Acker-Hundskamille und Kornblume. Durch seine hohe Flexibilität und Kulturverträglichkeit bildet das Produkt ein starkes Fundament für die Unkrautbekämpfung im zeitigen Frühjahr.

Wirkstoffe

Florasulam
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Plonarius 100 SC enthaltene Wirkstoff Florasulam gehört zur chemischen Gruppe der Triazolopyrimidine und ist systemisch hochaktiv. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die Blätter und zu einem geringeren Teil über die Wurzeln der Schaderreger aufgenommen und in der Pflanze transportiert. Er akkumuliert in den meristematischen Geweben, wo das aktive Wachstum stattfindet. Biochemisch fungiert Florasulam als Inhibitor des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS), klassifiziert in die HRAC-Gruppe 2 (ehemals Gruppe B). Durch die Blockade dieses Enzyms wird die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin unterbunden. Dies führt zu einem sofortigen Wachstumsstopp der empfindlichen Unkräuter. Sichtbare Symptome wie Chlorosen, Verfärbungen der Blattadern und anschließende Nekrosen zeigen sich je nach Witterung nach wenigen Tagen, bis die Unkräuter schließlich vollständig absterben.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen vorzubeugen, muss Plonarius 100 SC im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements eingesetzt werden. Da Florasulam der HRAC-Gruppe 2 angehört, bei der ein erhöhtes Risiko für Selektion resistenter Biotypen (insbesondere bei Vogelmiere oder Windhalm) besteht, sollte die Anwendung stets mit pflanzenbaulichen Maßnahmen wie einer ausgewogenen Fruchtfolge und mechanischer Unkrautbekämpfung kombiniert werden. Zudem empfiehlt sich der jährliche Wechsel oder die Tankmischung mit Herbiziden, die über alternative Wirkungsmechanismen verfügen (z. B. synthetische Auxine oder Photosynthesehemmer), um den Selektionsdruck auf die ALS-Inhibitoren zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Plonarius 100 SC weist eine breite physikalische und chemische Mischbarkeit auf. Es kann problemlos mit vielen gängigen Getreideherbiziden, Fungiziden sowie flüssigen Blattdüngern (wie AHL) kombiniert werden, um das Wirkungsspektrum abzurunden oder Arbeitsgänge einzusparen. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasserqualität (bevorzugt im neutralen bis leicht sauren pH-Bereich) und eine kontinuierliche Rührung im Spritztank zu achten. Mischungen mit Wachstumsreglern sollten nur bei vitalen, nicht unter Stress stehenden Beständen durchgeführt werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Plonarius 100 SC ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um den Anwenderschutz lückenlos zu gewährleisten. Das Pflanzenschutzmittel ist so formuliert, dass Risiken für die Umwelt minimiert werden, jedoch sind die gesetzlichen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen strikt einzuhalten, um den Eintrag in aquatische Ökosysteme und Nichtzielbiotope zu verhindern. Das Produkt ist bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, was eine flexible Terminierung der Behandlung ermöglicht.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–3150 MILLILITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–3150 MILLILITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter11–2750 MILLILITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter11–2750 MILLILITER_PER_HECTARE
MaisKletten-Labkraut, Acker-Hundskamille, Kornblume11–1750 MILLILITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter11–2750 MILLILITER_PER_HECTARE
MaisAcker-Hundskamille, Kornblume11–1750 MILLILITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter11–2750 MILLILITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Temperatur die Wirkung von Plonarius 100 SC im Frühjahr?

Florasulam ist für seine hervorragende Kältetoleranz bekannt. Die Anwendung kann bereits ab einer stabilen Tagestemperatur von ca. 5 °C erfolgen, da der Wirkstoff auch bei kühler Witterung von den Unkräutern aufgenommen wird. Ein aktives Wachstum der Schaderreger beschleunigt jedoch den Transport im Pflanzengewebe und somit den sichtbaren Wirkungseintritt.

Kann Plonarius 100 SC bei Frostgefahr eingesetzt werden?

Obwohl der Wirkstoff kältetolerant ist, sollte die Behandlung nicht unmittelbar vor oder während Frostperioden durchgeführt werden. Kulturpflanzen unter Froststress können den Wirkstoff schlechter metabolisieren, was zu vorübergehenden Verträglichkeitsproblemen führen kann. Warten Sie, bis sich die Bestände nach Frostnächten wieder stabilisiert haben und aktives Wachstum einsetzt.

Welches BBCH-Stadium der Unkräuter ist optimal für die Behandlung?

Für einen maximalen Bekämpfungserfolg sollten sich die zweikeimblättrigen Unkräuter im aktiven Wachstum und in einem frühen Entwicklungsstadium (Keimblatt- bis 2- bis 4-Blatt-Stadium) befinden. Kletten-Labkraut wird zwar auch in fortgeschrittenen Stadien noch gut erfasst, eine frühzeitige Ausschaltung minimiert jedoch die Nährstoffkonkurrenz in der Kultur am effektivsten.

Gibt es Einschränkungen für Nachfolgekulturen nach dem Einsatz von Plonarius 100 SC?

Aufgrund des raschen Abbaus von Florasulam im Boden bestehen bei normalem Kulturwechsel im Rahmen der Fruchtfolge keine Einschränkungen für nachfolgende Kulturen im Herbst oder im folgenden Frühjahr. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur nach einem Schadereignis sollten vor der Neuansaat die spezifischen Wartezeiten und Bodenbearbeitungshinweise der Gebrauchsanleitung beachtet werden.

Wie lässt sich die Wirkung gegen schwer bekämpfbare Unkräuter unter trockenen Bedingungen optimieren?

Bei starkem Besatz mit schwer benetzbaren Unkräutern oder unter sehr trockenen Bedingungen kann der Zusatz eines zugelassenen Netzmittels (Adjuvans) die Benetzung und das Eindringen des Wirkstoffs in die Wachsschicht der Blätter verbessern. Dies sichert die herbizide Leistung auch unter suboptimalen Witterungsbedingungen ab.

Warum ist die Einhaltung des BBCH-Fensters der Kulturpflanze so wichtig?

Die Zulassung von BBCH 11 bis 31 stellt sicher, dass die Kultur (z. B. Wintergetreide) den Wirkstoff Florasulam vollständig und ohne Ertragseinbußen abbauen kann. Eine spätere Anwendung nach dem Schossen (BBCH 31) kann die Kulturpflanze physiologisch belasten und das Risiko von Ährenanomalien oder unzureichender Selektivität erhöhen.