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OTHER · Bayer CropScience Deutschland GmbH

PROFOUND

BVL Zul.-Nr. 025287-61

PROFOUND ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid von Bayer CropScience Deutschland GmbH, das speziell für den breiten Einsatz im Ackerbau entwickelt wurde. Mit dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol (250 g/l) bietet das Pflanzenschutzmittel einen hervorragenden Schutz gegen ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten in Getreide und Raps. Als flüssige Formulierung zeichnet sich das Produkt durch eine schnelle Wirkstoffaufnahme und eine langanhaltende Verteilung in der Kultur aus.

Das Anwendungsspektrum umfasst die wichtigsten Getreidearten wie Weizen, Gerste, Roggen und Triticale sowie Raps. Hierbei zeigt PROFOUND eine herausragende Wirkung gegen ertragsmindernde Schaderreger wie Septoria-Arten, Netzflecken, Rostpilze, Echten Mehltau, Halmbruchkrankheit sowie Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit) im Raps und Ährenfusariosen im Getreide.

Dank seiner flexiblen Einsatzfenster und der ausgeprägten kurativen sowie protektiven Eigenschaften sichert PROFOUND das Ertragspotenzial und die Qualität des Ernteguts ab. Es stellt somit einen unverzichtbaren Baustein in modernen, integrierten Pflanzenschutzstrategien dar.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in PROFOUND enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb des FRAC-Codes der Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) zugeordnet. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der C14-Demethylase in der Sterol-Biosynthese der Pilze. Ohne Ergosterol verliert die Zellmembran des Schaderregers ihre Stabilität und Funktionsfähigkeit, was das Wachstum des Pilzmyzels effektiv stoppt. Nach der Applikation dringt der Wirkstoff rasch in das Pflanzengewebe ein und wird akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) in der Kultur verteilt. Dies gewährleistet nicht nur einen schnellen Schutz bereits vorhandener Pflanzenteile (kurative Wirkung), sondern schützt auch den Neuzuwachs über einen längeren Zeitraum hinweg vor Neuinfektionen (protektive Wirkung).

Resistenzmanagement

Zur Vermeidung von Resistenzbildungen bei den Zielpathogenen sollte PROFOUND stets im Rahmen eines integrierten Antiresistenzmanagements eingesetzt werden. Da Prothioconazol der FRAC-Gruppe 3 angehört, ist es ratsam, dieses Pflanzenschutzmittel im Spritzprogramm mit Wirkstoffen aus anderen Wirkstoffklassen abzuwechseln oder zu kombinieren. Hierzu bieten sich insbesondere Partner aus der Gruppe der SDHI (FRAC-Gruppe 7) oder der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11) an. Zudem sollte die empfohlene Aufwandmenge stets an die Befallssituation angepasst und nicht unbegründet reduziert werden, um selektiven Druck auf die Schaderreger-Populationen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

PROFOUND weist eine hervorragende Mischbarkeit mit den meisten gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern auf. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist darauf zu achten, dass die Komponenten nacheinander in den zu Dreiviertel mit Wasser gefüllten Spritztank gegeben werden, wobei PROFOUND idealerweise zuerst gelöst wird. Die Verwendung von sauberem, pH-neutralem bis leicht saurem Spritzwasser optimiert die Stabilität der Spritzbrühe. Vor großflächigen Anwendungen wird stets eine physische Mischbarkeitsprobe sowie ein Verträglichkeitstest an einzelnen Pflanzen empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit PROFOUND ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, zu tragen. Der Wirkstoff Prothioconazol ist als giftig für Wasserorganismen eingestuft, weshalb strenge Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdrifteleminierung durch verlustmindernde Technik) zwingend einzuhalten sind. Das Pflanzenschutzmittel ist in der Regel als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Bestäubern nicht direkt in blühende Bestände während des aktiven Bienenflugs appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
RapsSclerotinia sclerotiorum0.7 LITER_PER_HECTARE
WeizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
RoggenRhynchosporium secalis25–610.8 LITER_PER_HECTARE
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
GersteRhynchosporium secalis25–610.8 LITER_PER_HECTARE
GersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)0–320.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
RoggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)0–320.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria nodorum25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenFusarium-Arten61–690.8 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)0–320.8 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Ährenfusarium in Weizen?

Die Bekämpfung von Fusarium-Arten mit PROFOUND sollte gezielt während der Blütezeit (BBCH 61 bis 65) erfolgen. Eine Applikation in diesem engen Zeitfenster, idealerweise kurz vor oder bis zu zwei Tage nach einem Infektionsereignis (Niederschlag während der Blüte), sichert die beste Wirkung und reduziert den Mykotoxingehalt im Erntegut signifikant.

Wie verhält sich PROFOUND bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr?

Prothioconazol benötigt für eine optimale systemische Verteilung in der Kultur aktive Stoffwechselprozesse. Dennoch zeigt PROFOUND bereits ab Temperaturen von ca. 5–8 °C eine gute Anfangswirkung, was es zu einem verlässlichen Partner für frühe Behandlungen gegen die Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella) im Getreide macht.

Kann PROFOUND im Raps auch zur Wachstumsregulierung eingesetzt werden?

Nein, im Gegensatz zu einigen anderen Triazolen besitzt Prothioconazol keine nennenswerten wachstumsregulierenden oder einkürzenden Eigenschaften im Raps. Der Fokus von PROFOUND im Raps liegt rein auf der hervorragenden fungiziden Wirkung gegen Sclerotinia und andere Abreifekrankheiten.

Welche Rolle spielt die Wasserhärte bei der Ausbringung von PROFOUND?

PROFOUND ist gegenüber moderaten Schwankungen der Wasserhärte sehr stabil. Bei extrem hartem Wasser kann jedoch die Zugabe eines geeigneten pH-Puffers oder Konditionierers sinnvoll sein, um eine optimale Emulgierung des Wirkstoffs zu gewährleisten und Ausfällungen in der Spritzbrühe zu verhindern.

Wie lässt sich PROFOUND optimal in eine Strategie gegen Netzflecken in Gerste integrieren?

Gegen Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) in Gerste empfiehlt sich eine Behandlung in den BBCH-Stadien 31 bis 37 (Schossphase) oder 39 bis 49 (Erscheinen des letzten Blattes bis Grannenspitzen). Um Resistenzen vorzubeugen, sollte PROFOUND in dieser Phase idealerweise mit einem Kontaktfungizid oder einem SDHI-Fungizid kombiniert werden.

Wie lange ist die Regenfestigkeit von PROFOUND nach der Applikation?

Dank der schnellen systemischen Aufnahme des Wirkstoffs Prothioconazol in das Blattgewebe ist PROFOUND bereits etwa 1 bis 2 Stunden nach der Anwendung regenfest. Einsetzender Niederschlag nach diesem Zeitraum beeinträchtigt die fungizide Schutzwirkung nicht mehr.