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OTHER · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Pronto Plus

BVL Zul.-Nr. 024443-00

Pronto Plus ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel von Bayer CropScience, das speziell für den breiten Schutz von Getreidekulturen entwickelt wurde. Als flüssiges Emulsionskonzentrat formuliert, bietet es eine hervorragende Verteilung und schnelle Aufnahme in der Kultur. Das Mittel ist für den Einsatz in wichtigen Getreidearten wie Winterroggen, Gerste und Weizen registriert, um Erträge und Qualitäten vor ertragsmindernden Pilzinfektionen zu sichern.

Die Stärke von Pronto Plus liegt in der Kombination zweier bewährter Wirkstoffe, die sich in ihrem Wirkungsspektrum und ihrer Dynamik ideal ergänzen. Dadurch erfasst das Produkt ein breites Spektrum an wirtschaftlich bedeutenden Schaderregern im Getreidebau, von frühen Blattinfektionen bis hin zu späten Ährenkrankheiten. Es schützt die Kulturen zuverlässig in kritischen Wachstumsphasen und sichert die Vitalität des Fahnenblattes.

Das Anwendungsspektrum umfasst die wichtigsten pilzlichen Schaderreger wie Echten Mehltau, verschiedene Rostpilze (Braun-, Gelb- und Zwergrost), Blattfleckenkrankheiten (Rhynchosporium secalis) sowie Fusarium-Arten. Dank der flexiblen Zulassung kann die Behandlung optimal an den Infektionsdruck und das jeweilige BBCH-Stadium der Kultur angepasst werden.

Wirkstoffe

Spiroxamine
250 g/L · Wirkstoff
Tebuconazol
133 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Wirksamkeit von Pronto Plus basiert auf den zwei systemischen Wirkstoffen Spiroxamine und Tebuconazol, die beide in die Sterolbiosynthese der Pilzzellen eingreifen, jedoch an unterschiedlichen Stellen ansetzen. Tebuconazol gehört zur Klasse der Triazole (FRAC-Gruppe 3) und fungiert als Demethylierungs-Inhibitor (DMI). Es blockiert die C14-Demethylase, was zu einer Störung der Membranstruktur und letztlich zum Absterben des Pilzmycels führt. Tebuconazol zeichnet sich durch eine starke kurative und langanhaltende protektive Wirkung aus. Spiroxamine gehört zur Wirkstoffgruppe der Amine (FRAC-Gruppe 5, SBI Klasse II) und hemmt zwei andere Enzyme im Sterol-Stoffwechselweg (die Delta-14-Reduktase und die Delta-8->Delta-7-Isomerase). Diese duale Blockade innerhalb desselben Stoffwechselwegs führt zu einem synergistischen Effekt. Spiroxamine beschleunigt zudem die Aufnahme von Tebuconazol in das Blattgewebe (Penetrator-Effekt) und sorgt für eine hervorragende Initialwirkung, selbst bei kühlen Frühjahrstemperaturen.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, nutzt Pronto Plus bereits die Kombination zweier unterschiedlicher FRAC-Gruppen (Gruppe 3 und Gruppe 5). Dennoch sollte das Pflanzenschutzmittel im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen eingesetzt werden, wie beispielsweise SDHI (FRAC-Gruppe 7) oder Strobilurinen (FRAC-Gruppe 11). Die Einhaltung der empfohlenen Aufwandmenge von 1,5 l/ha und die Begrenzung der Anzahl der Anwendungen pro Saison sind essenzielle Bausteine, um die langfristige Wirksamkeit beider Wirkstoffklassen zu erhalten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Pronto Plus zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit den meisten gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und flüssigen Blattdüngern (wie z. B. AHL). Bei Mischungen mit Wachstumsreglern sollte beachtet werden, dass die einkürzende Wirkung durch die triazolhaltige Komponente leicht verstärkt werden kann; hier ist eine Anpassung der Aufwandmengen ratsam. Für eine optimale Anwendung wird eine Wassermenge von 200 bis 400 l/ha empfohlen. Vor dem Ansetzen größerer Spritzbrühen sollte stets eine physikalische Mischprobe durchgeführt werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Pronto Plus ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Nitrilhandschuhen bei der Befüllung und Ausbringung, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der aquatischen Umwelt sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) genau zu beachten. Das Mittel ist bezüglich der Bienengefährdung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, darf jedoch zum Schutz von Nichtzielorganismen nicht in die direkte Umgebung von blühenden Beständen oder Saumstrukturen abgedriftet werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)25–691.5 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
GersteBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenFusarium-Arten61–691.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)25–691.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Pronto Plus gegen Fusarium-Arten?

Die Bekämpfung von Fusarium-Arten (insbesondere in Weizen) erfolgt am effektivsten während der Blütezeit der Kultur (BBCH 61 bis 65). Eine Behandlung sollte präventiv bei einsetzendem Infektionsrisiko – meist charakterisiert durch feucht-warme Witterung während der Blüte – durchgeführt werden, um eine Infektion der Ähre und die damit verbundene Mykotoxinbildung zu verhindern.

Welchen Vorteil bietet Spiroxamine bei frühen Anwendungen im Frühjahr?

Spiroxamine besitzt eine hervorragende Kältewirkung und ist bereits bei Temperaturen ab ca. 5 °C voll aktiv. Im Gegensatz zu reinen Triazolen, die für eine optimale Wirkung höhere Temperaturen und aktives Pflanzenwachstum benötigen, kann Pronto Plus daher sehr früh in der Vegetation (ab BBCH 25) zur Bekämpfung von überwintertem Mehltau oder frühen Rostinfektionen eingesetzt werden.

Muss bei der Anwendung von Pronto Plus eine Wartezeit beachtet werden?

Die Wartezeit (PHI) ist durch die zugelassenen BBCH-Stadien (Anwendung bis BBCH 69, Ende der Blüte) abgedeckt. Eine spezifische Wartezeit in Tagen ist für die registrierten Getreidekulturen in Deutschland meist durch die Festlegung der Anwendungsphase (Fahrweise) definiert, da zwischen der letzten zulässigen Anwendung in der Blüte und der Ernte ausreichend Zeit vergeht.

Wie wirkt sich Pronto Plus auf die Physiologie der Kultur aus?

Durch die effektive Ausschaltung von Schaderregern und den Schutz des Blattapparates (insbesondere des Fahnenblattes und der oberen Blattetagen) bleibt die Kultur länger grün und assimilationsaktiv. Dieser sogenannte Greening-Effekt unterstützt die Kornfüllungsphase und trägt direkt zur Ertragssicherung bei.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech alternative Pflanzenschutzmittel für meine Kultur?

Nutzen Sie einfach die integrierte Such- und Filterfunktion auf unserer Plattform. Sie können gezielt nach Ihrer Kultur (z. B. Gerste oder Weizen) und dem spezifischen Schaderreger filtern, um alle in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive Wirkstoffen, Aufwandmengen und Anwendungsbestimmungen übersichtlich zu vergleichen.