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OTHER · Corteva Agriscience Germany GmbH

RANGER

BVL Zul.-Nr. 007003-00

RANGER ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von schwer bekämpfbaren, zweikeimblättrigen Schaderregern und holzigen Pflanzen. Als flüssiges Wuchsstoffherbizid kombiniert das Produkt zwei bewährte Wirkstoffe, um ein breites Wirkungsspektrum auf Grünland, Nichtkulturland und in forstlichen Kulturen abzudecken. Es zeichnet sich durch eine schnelle Aufnahme über das Blatt und eine anschließende systemische Verteilung in der gesamten Pflanze aus.

Das Haupteinsatzgebiet von RANGER umfasst die nachhaltige Regulierung von hartnäckigen Unkrautarten wie Ampfer-Arten, Großer Brennnessel und Bärenklau-Arten sowie die Beseitigung von unerwünschtem Laubholz. Darüber hinaus bietet das Produkt im Weinbau eine spezialisierte Lösung zur mechanisch schonenden Abtötung von Wurzelschossern an Weinreben, was die Effizienz der Anlagenpflege deutlich steigert.

Wirkstoffe

Fluroxypyr
216 g/L · Wirkstoff
Triclopyr
209 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Wirkung von RANGER basiert auf der Kombination der beiden Wirkstoffe Fluroxypyr und Triclopyr. Beide Substanzen gehören zur chemischen Gruppe der synthetischen Auxine (Wuchsstoffe) und sind in die HRAC-Gruppe 4 (ehemals Klasse O) eingeordnet. Sie imitieren das natürliche Pflanzenhormon Indol-3-essigsäure (Auxin) im Gewebe zweikeimblättriger Pflanzen. Nach der Aufnahme über die grünen Pflanzenteile werden die Wirkstoffe mit dem Saftstrom sowohl akropetal als auch basipetal bis in die Wurzelspitzen transportiert. Dort lösen sie ein unkontrolliertes, übermäßiges Wachstum aus, das zu typischen Deformationen wie dem Verkrümmen von Stängeln und Blättern (Epinastie) führt. In der Folge bricht das Leitgewebe der betroffenen Schaderreger zusammen, was zum vollständigen Absterben der ober- und unterirdischen Pflanzenteile führt. Einkeimblättrige Kulturen wie Gräser zeigen sich gegenüber dieser Wirkungsweise tolerant.

Resistenzmanagement

Aufgrund des komplexen Eingriffs der synthetischen Auxine (HRAC-Gruppe 4) in den pflanzlichen Hormonhaushalt gilt das Risiko für eine Resistenzentwicklung bei sachgerechter Anwendung als äußerst gering. Um die langfristige Wirksamkeit von RANGER zu sichern, sollte die Behandlung dennoch in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept eingebunden werden. Dies beinhaltet den Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen sowie die Kombination mit mechanischen Pflegemaßnahmen auf Grünland- und Forstflächen, um den Selektionsdruck auf einzelne Schaderreger-Populationen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

RANGER ist im Allgemeinen gut mit gängigen Grünlandherbiziden sowie flüssigen Stickstoffdüngern mischbar. Vor der Herstellung einer Tankmischung wird jedoch dringend empfohlen, eine physikalische Mischbarkeitsprobe (Kübeltest) durchzuführen. Für eine optimale Benetzung der Zielflächen, insbesondere bei dichtem Unkrautbesatz oder verholzten Schaderregern, ist auf eine ausreichende Wassermenge zu achten. Die Anwendung sollte nicht bei extremer Trockenheit oder unmittelbar vor Niederschlägen erfolgen, um eine optimale Wirkstoffaufnahme zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als professionelles Pflanzenschutzmittel erfordert der Umgang mit RANGER strikte Sicherheitsvorkehrungen. Beim Ansetzen der Spritzbrühe und während der Applikation ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Nitrilhandschuhen, zu tragen. Zum Schutz von Oberflächengewässern und aquatischen Organismen sind die im Zulassungsbescheid definierten Abstandsauflagen (Abdriftminderungsklassen) strikt einzuhalten. Das Produkt ist so zu verwenden, dass ein Eintrag in angrenzende Saumstrukturen und Nichtzielbiotope vermieden wird.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GräserAmpfer-Arten13–492 LITER_PER_HECTARE
GräserAmpfer-Arten13–492 LITER_PER_HECTARE
Wiesen, WeidenWiesen-Löwenzahn, Große Brennnessel, Ampfer-Arten2 LITER_PER_HECTARE7T
Wiesen, WeidenGroße Brennnessel, Ampfer-Arten2 LITER_PER_HECTARE7T
GräserAmpfer-Arten13–492 LITER_PER_HECTARE
Wiesen, WeidenLaubholz2 LITER_PER_HECTARE7T
Landwirtschaftlich nicht genutzte GrasflächenBärenklau-Arten, Laubholz, Große Brennnessel2 LITER_PER_HECTARE
Wiesen, WeidenAmpfer-Arten40 LITER_PER_1000_LITER_WATER7T
WeinrebeAbtötung von Wurzelschossern200 LITER_PER_1000_LITER_WATER
WeinrebeWeinrebe1–92200 LITER_PER_1000_LITER_WATER

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung von Ampfer-Arten im Grünland?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im Frühjahr oder Spätsommer während der aktiven Wachstumsphase der Schaderreger. Die Ampfer-Pflanzen sollten eine gut entwickelte Blattrosette ausgebildet haben (BBCH-Stadium 15 bis 39), aber noch vor der Blütenstängelstreckung stehen, da in dieser Phase der Transport der Wirkstoffe in die Wurzeln am intensivsten ist.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von RANGER nach der Applikation?

Da es sich um ein systemisches Wuchsstoffherbizid handelt, ist wüchsiges Wetter mit Temperaturen zwischen 10 °C und 25 °C ideal für eine schnelle Aufnahme. Bei starker Trockenheit, Frost oder Temperaturen über 28 °C sollte keine Behandlung durchgeführt werden, da der verlangsamte Stoffwechsel der Pflanzen die Wirkstofftranslokation blockiert.

Was muss bei der Anwendung zur Wurzelschosserbekämpfung im Weinbau beachtet werden?

Bei der Abtötung von Wurzelschossern an der Weinrebe ist eine extrem gezielte und abdriftfreie Applikation zwingend erforderlich. Es dürfen ausschließlich die grünen Triebe am Stammfuß benetzt werden. Ein Kontakt der Spritzbrühe mit den Blättern oder Trauben der Hauptkultur muss unbedingt vermieden werden, um systemische Schäden an der Rebe zu verhindern.

Wie lange sollte nach einer Behandlung gewartet werden, bevor das Grünland wieder genutzt wird?

Neben der gesetzlich festgelegten Wartezeit von 7 Tagen wird aus pflanzenbaulicher Sicht empfohlen, mit dem nächsten Schnitt oder der Beweidung etwa 10 bis 14 Tage zu warten. Dies stellt sicher, dass die Wirkstoffe vollständig in die Wurzeln der Schaderreger transportiert wurden und der Bekämpfungserfolg nicht durch vorzeitigen Aufwuchsverlust gemindert wird.

Kann RANGER auch auf frisch angesäten Grünlandflächen eingesetzt werden?

Nein, eine Anwendung auf jungen Gras- oder Klee-Einsaaten wird nicht empfohlen, da die jungen Keimlinge empfindlich auf die enthaltenen Wuchsstoffe reagieren können. Die Kultur sollte gut etabliert und bestockt sein, bevor eine Behandlung mit RANGER in Erwägung gezogen wird.

Warum ist RANGER besonders effektiv bei der Bekämpfung von Riesen-Bärenklau?

Riesen-Bärenklau (Bärenklau-Arten) besitzt ein enormes Regenerationsvermögen aus der Wurzelkrone. Die Kombination aus Fluroxypyr und Triclopyr dringt tief in dieses Speicherorgan ein und zerstört das Gewebe nachhaltig, wodurch ein Wiederaustrieb im Folgejahr effektiv unterbunden wird.