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OTHER · frunol delicia GmbH

Ratron Gift-Linsen

BVL Zul.-Nr. 025388-00

Ratron Gift-Linsen von der frunol delicia GmbH ist ein hochwirksames, gebrauchsfertiges Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von Schadnagern in forstlichen Kulturen und auf Nichtkulturland. Als moderner Köder in Linsenform ist das Präparat speziell auf die Fraßgewohnheiten von Feld-, Erd- und Rötelmäusen abgestimmt. Die Formulierung zeichnet sich durch eine extrem hohe Attraktivität und hervorragende Feuchtigkeitsbeständigkeit aus, was eine zuverlässige Wirkung auch unter feuchten Witterungsbedingungen im Freiland garantiert.

Der enthaltene Wirkstoff Zinkphosphid ist ein bewährter Klassiker in der Nagetierbekämpfung. Durch die spezielle Linsenform wird eine schnelle, staubfreie und präzise Ausbringung ermöglicht. Das Pflanzenschutzmittel ist so konzipiert, dass es von den Schaderregern bevorzugt aufgenommen wird, wodurch Fraßschäden an jungen Forstkulturen und Gehölzen effektiv minimiert werden.

Die Zulassung erstreckt sich auf forstliche Kulturen (Nadel- und Laubholz) sowie spezifische Freilandflächen, auf denen Nagetiere durch das Annagen von Rinden und Wurzeln existenzbedrohende Schäden anrichten können. Dank der gezielten verdeckten Ausbringung wird das Risiko für Nichtzielorganismen bei sachgerechter Anwendung auf ein Minimum reduziert.

Wirkstoffe

Zinkphosphid
8 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Zinkphosphid entfaltet seine Wirkung nach der Aufnahme im Magen des Schaderregers. Durch den Kontakt mit der Magensäure wird hochgiftiger Phosphorwasserstoff (Monophosphan) freigesetzt. Dieses Gas blockiert die Zellatmung auf mitochondrialer Ebene und führt zu einem schnellen, schmerzlosen Zusammenbruch des zentralen Nervensystems sowie zum Kreislaufkollaps des Nagetiers. Da dieser biochemische Prozess akut und innerhalb weniger Stunden nach der Köderaufnahme abläuft, ist eine schnelle Dezimierung der Population gewährleistet. Ein entscheidender Vorteil dieses Wirkmechanismus ist, dass praktisch keine Sekundärvergiftungen bei Beutegreifern (wie Greifvögeln oder Füchsen) zu befürchten sind, da der Wirkstoff im Körper des Nagetiers vollständig abgebaut wird und keine persistenten Rückstände im Gewebe hinterlässt.

Resistenzmanagement

Um einer potenziellen Köderscheu (oft fälschlicherweise als Resistenz bezeichnet) wirksam vorzubeugen, sollte die Anwendung von Ratron Gift-Linsen strategisch geplant werden. Wenn Nagetiere eine subletale Dosis aufnehmen, assoziieren sie die Symptome mit dem Köder und meiden diesen künftig. Daher ist es essenziell, stets die volle registrierte Aufwandmenge auszubringen und die Köder verdeckt direkt in die Mäuselöcher einzubringen, um eine sofortige, tödliche Dosis sicherzustellen. Bei anhaltendem Befall empfiehlt sich der Wechsel mit mechanischen Bekämpfungsmaßnahmen oder der gezielte Einsatz von Ansitzstangen zur Förderung natürlicher Feinde.

Mischbarkeit & Tankmischung

Da es sich bei Ratron Gift-Linsen um einen festen Fertigköder handelt, ist eine physikalische Tankmischung mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln oder Blattdüngern ausgeschlossen und anwendungstechnisch nicht vorgesehen. Die Ausbringung erfolgt trocken und separat, entweder manuell mit geeigneten Applikationsgeräten (wie der Legeflinte) oder über spezielle mechanische Streuverfahren. Um die Attraktivität des Köders nicht zu beeinträchtigen, sollte die Anwendung nicht unmittelbar nach dem Ausbringen von stark riechenden Spritzmitteln im selben Areal erfolgen, da Fremdgerüche die Köderaufnahme negativ beeinflussen können.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Ratron Gift-Linsen steht der Schutz von Anwender und Umwelt an erster Stelle. Das Tragen von vorgeschriebener persönlicher Schutzausrüstung (insbesondere Schutzhandschuhe) ist zwingend erforderlich, um Hautkontakt und die Übertragung von menschlichem Geruch auf den Köder zu vermeiden. Zum Schutz von Vögeln, Wild und Haustieren darf das Pflanzenschutzmittel ausschließlich verdeckt ausgebracht werden; offen liegende Linsen müssen umgehend entfernt werden. Die strengen gesetzlichen Vorgaben zur Anwendung in der Nähe von Gewässern und sensiblen Biotopen sind strikt einzuhalten, um aquatische Organismen und Nichtziel-Säugetiere vor unbeabsichtigtem Kontakt zu schützen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ForstpflanzenRötelmaus, Erdmaus, Feldmaus5 KILOGRAM_PER_HECTARE
LaubholzRötelmaus, Erdmaus, Feldmaus5 KILOGRAM_PER_HECTARE
NadelholzRötelmaus, Erdmaus, Feldmaus5 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie wird eine Köderscheu bei der Anwendung von Ratron Gift-Linsen verhindert?

Köderscheu entsteht, wenn Nagetiere eine zu geringe Dosis aufnehmen und die darauffolgende Übelkeit mit dem Köder verknüpfen. Dies wird verhindert, indem die Gift-Linsen verdeckt und tief in den Gängen ausgebracht werden, sodass die Tiere ungestört eine tödliche Dosis aufnehmen können. Zudem sollte vor der Behandlung kein unbegiftetes Ködermaterial im selben Bereich ausgelegt werden.

Warum ist die verdeckte Ausbringung der Gift-Linsen gesetzlich vorgeschrieben?

Die verdeckte Ausbringung (z. B. mit einer Legeflinte direkt in das Mäuseloch) schützt Nichtzielorganismen wie Vögel, Haustiere und jagendes Wild vor einer versehentlichen Aufnahme des rodentiziden Wirkstoffs. Sie stellt sicher, dass nur die Zielschädlinge Zugang zum Köder haben und minimiert das Risiko von Vergiftungen in der freien Natur.

Welchen Einfluss hat feuchte Witterung auf die Wirksamkeit von Ratron Gift-Linsen?

Die Linsen sind speziell formuliert, um eine hohe Feuchtigkeitsbeständigkeit aufzuweisen. Sie zerfallen im feuchten Boden nicht sofort und behalten ihre Lockwirkung über mehrere Tage. Dennoch ist eine Ausbringung bei anhaltendem Starkregen oder auf völlig verschlammten Flächen zu vermeiden, um die Attraktivität des Köders maximal zu erhalten.

Wie erkenne ich, ob eine Behandlung gegen Feld-, Erd- oder Rötelmäuse im Forst notwendig ist?

Eine systematische Befallsermittlung ist entscheidend. Dies kann durch die sogenannte 'Lochbelegungsprobe' (Zutreten von Löchern und Kontrolle auf Wiederöffnung nach 24 Stunden) oder das Erkennen von frischen Fraßschäden an der Rinde junger Forstkulturen erfolgen. Bei Überschreiten der wirtschaftlichen Schadensschwelle ist die Behandlung indiziert.

Besteht bei der Anwendung von Zinkphosphid-Ködern die Gefahr von Sekundärvergiftungen für Greifvögel?

Nein, das Risiko von Sekundärvergiftungen ist bei Zinkphosphid im Vergleich zu Antikoagulanzien äußerst gering. Der Wirkstoff reagiert im Magen der Nagetiere schnell zu Phosphorwasserstoffgas, welches entweicht und abgebaut wird. Im Kadaver verbleiben keine gefährlichen Wirkstoffmengen, die für Beutegreifer oder aasfressende Vögel toxisch wären.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Nagetiere in forstlichen Kulturen?

Nutzen Sie die Filterfunktion in unserer Produktdatenbank auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie unter 'Kulturen' die entsprechende forstliche Kategorie (z. B. Forstpflanzen) und filtern Sie unter 'Schaderreger' nach 'Feldmaus', 'Erdmaus' oder 'Rötelmaus', um alle aktuell in Deutschland zugelassenen Präparate und deren Anwendungsbestimmungen einzusehen.