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OTHER · Certis Belchim B.V.

Roundup AC Konzentrat

BVL Zul.-Nr. 008529-62

Roundup AC Konzentrat von Certis Belchim B.V. ist ein hochwirksames, nicht-selektives Kontaktherbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie Moosen. Als flüssiges Konzentrat auf Basis eines natürlichen Wirkstoffs hat sich dieses Pflanzenschutzmittel als zuverlässige Lösung in verschiedenen zugelassenen Kulturen und Anwendungsbereichen etabliert. Es bietet eine extrem schnelle, sichtbare Wirkung und eignet sich ideal für Situationen, in denen eine mechanische Unkrautbekämpfung schwer umsetzbar ist.

Die Formulierung basiert auf Pelargonsäure, einer gesättigten Fettsäure, die auch in der Natur vorkommt. Das Mittel wirkt ausschließlich über den direkten Kontakt mit den grünen Pflanzenteilen der Schaderreger. Da der Wirkstoff nicht systemisch in die Wurzeln transportiert wird, bleiben tiefer liegende Wurzelorgane unbeeinträchtigt, was eine gezielte Behandlung unter Gehölzen ermöglicht, ohne die holzigen Kulturen zu schädigen.

Das Wirkungsspektrum umfasst eine Vielzahl von einjährigen Unkrautarten sowie Moose im frühen Entwicklungsstadium. Besonders vorteilhaft ist die schnelle Initialwirkung, die bereits wenige Stunden nach der Behandlung zu einem sichtbaren Welken führt. Dies macht das Produkt zu einem wertvollen Werkzeug im modernen, integrierten Pflanzenschutz.

Wirkstoffe

Pelargonsäure
500 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Pelargonsäure gehört biochemisch zur Gruppe der organischen Säuren (HRAC-Gruppe 0). Nach dem Auftreffen auf die Blattoberfläche dringt die Säure in die schützende Wachsschicht (Kutikula) ein und zerstört die Zellmembranen der Epidermiszellen des Schaderregers. Dies führt zu einer sofortigen Erhöhung der Membranpermeabilität, wodurch der Zellsaft unkontrolliert austritt und die Zellen kollabieren. In der Folge trocknen die betroffenen Pflanzengewebe innerhalb kürzester Zeit vollständig aus. Dieser rein physikalisch-chemische Zerstörungsprozess ist stark temperatur- und lichtabhängig; warme und sonnige Witterungsbedingungen beschleunigen den sichtbaren Effekt erheblich. Da der Wirkstoff im Boden rasch biologisch abgebaut wird, ist keine langanhaltende Bodenwirkung vorhanden.

Resistenzmanagement

Aufgrund des rein physikalischen Wirkungsmechanismus der Pelargonsäure auf die Zellmembranen ist das Risiko für die Entstehung von Resistenzen bei den Zielunkräutern als extrem gering einzustufen. Roundup AC Konzentrat eignet sich daher hervorragend als Baustein im Antiresistenzmanagement, insbesondere in Rotationen mit systemischen Herbiziden, um den Selektionsdruck zu mindern und die Wirksamkeit anderer Wirkstoffklassen langfristig zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Anwendung von Roundup AC Konzentrat ist eine vollständige und gleichmäßige Benetzung der Unkräuter entscheidend für den Bekämpfungserfolg, weshalb auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und geeignete Düsentechnik zu achten ist. Mischungen mit anderen Pflanzenschutzmitteln sollten vorab auf physikalische Kompatibilität und Kulturverträglichkeit geprüft werden. Da das Produkt primär als Solo-Kontaktherbizid konzipiert ist, wird die Zugabe von zusätzlichen Netzmitteln in der Regel nicht empfohlen, da die Formulierung bereits für eine optimale Benetzung optimiert ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Obwohl Pelargonsäure ein natürlicher Wirkstoff ist, weist das Konzentrat eine stark reizende Wirkung auf Haut und Augen auf, weshalb das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) bei der Ansetzung der Spritzbrühe und der Applikation zwingend erforderlich ist. Das Pflanzenschutzmittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch nicht direkt in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter gespritzt werden. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der angrenzenden Flora sind die registrierten Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungen strikt einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Wege und PlätzeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.0022500001068692654 LITER_PER_SQUARE_METER
Wege und Plätze mit HolzgewächsenMoose0.0018000000854954123 LITER_PER_SQUARE_METER
Wege und Plätze mit HolzgewächsenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.0022500001068692654 LITER_PER_SQUARE_METER
ZierpflanzenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.0022500001068692654 LITER_PER_SQUARE_METER

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Roundup AC Konzentrat?

Die Anwendung sollte idealerweise bei trockenem, sonnigem Wetter und Temperaturen ab 15 °C erfolgen, da Licht und Wärme die Wirkung der Pelargonsäure erheblich beschleunigen. Die Unkräuter sollten trocken sein (kein Tau), um eine Verdünnung des Wirkstoffs auf dem Blatt zu verhindern.

Warum treiben manche Unkräuter nach der Behandlung wieder aus?

Da Pelargonsäure ein reines Kontaktherbizid ohne systemische Wirkung ist, werden nur die direkt getroffenen, oberirdischen Pflanzenteile zerstört. Mehrjährige Unkräuter oder Gräser mit tief sitzenden Vegetationspunkten können aus der Wurzel oder dem Herzblatt erneut austreiben, weshalb hier gegebenenfalls Folgebehandlungen notwendig sind.

Wie schnell nach der Anwendung ist der Effekt sichtbar?

Bei optimalen Witterungsbedingungen (Sonnenschein und warme Temperaturen) sind erste Symptome wie Welken und Verfärbungen der Blätter bereits nach wenigen Stunden sichtbar. Nach ein bis zwei Tagen ist das betroffene Gewebe meist vollständig vertrocknet.

Kann das Produkt unter Gehölzen und etablierten Kulturen eingesetzt werden?

Ja, da der Wirkstoff nicht über verholzte Pflanzenteile oder die Rinde aufgenommen wird und keine systemische Wirkung besitzt. Es muss jedoch streng darauf geachtet werden, dass grüne Blätter oder junge, noch grüne Triebe der Kultur nicht von der Spritzbrühe getroffen werden, um Abdriftschäden zu vermeiden.

Welche Rolle spielt die Unkrautgröße für den Bekämpfungserfolg?

Die Unkräuter sollten sich im frühen Entwicklungsstadium befinden (idealerweise im Keimblatt- bis frühen Laubblattstadium, BBCH 10–14). Je kleiner die Schaderreger sind, desto empfindlicher reagieren sie auf die Zellzerstörung und desto nachhaltiger ist der Bekämpfungserfolg.

Wie verhält sich der Wirkstoff im Boden nach der Anwendung?

Pelargonsäure wird im Boden durch Mikroorganismen extrem schnell und vollständig biologisch abgebaut. Es verbleiben keine persistenten Rückstände im Boden, weshalb bereits kurz nach der Anwendung eine Neubepflanzung oder Einsaat der behandelten Flächen möglich ist.