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OTHER · GLOBACHEM NV

Roxy XL

BVL Zul.-Nr. 00B498-00

Roxy XL ist ein hochkonzentriertes Bodenherbizid zur Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern in ausgewählten landwirtschaftlichen Kulturen. Formuliert als emulgierbares Konzentrat (EC) mit dem bewährten Wirkstoff Prosulfocarb, bietet das Pflanzenschutzmittel eine zuverlässige Basis für die Unkrautbekämpfung im Herbst in Wintergetreide sowie im Frühjahr in Kartoffeln. Es zeichnet sich durch eine langanhaltende Bodenwirkung aus, die auflaufende Schaderreger direkt beim Keimprozess erfasst.

Das Produkt ist strategisch wichtig für den Schutz von Wintergerste, Winterroggen, Winterweizen und Wintertriticale sowie Kartoffeln. Durch die flexible Anwendung im Vorauflauf und frühen Nachauflauf sorgt Roxy XL dafür, dass die Kulturen in ihrer kritischen Jugendentwicklung unkrautfrei bleiben und ihr volles Ertragspotenzial entfalten können.

Wirkstoffe

Prosulfocarb
900 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Roxy XL enthaltene Wirkstoff Prosulfocarb gehört zur chemischen Gruppe der Thiocarbamate und ist im HRAC-System in die Gruppe 15 (ehemals Gruppe N) eingestuft. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der Synthese von sehr langkettigen Fettsäuren (VLCFA), wodurch die Zellteilung und das Streckungswachstum der empfindlichen Unkräuter und Ungräser unterbunden werden. Die Aufnahme des Wirkstoffs erfolgt bei den Ungräsern primär über das Koleoptil (Keimscheide) und bei den zweikeimblättrigen Unkräutern über die Wurzeln sowie den Hypokotylbereich. Nach der Aufnahme wird der Wirkstoff in der Pflanze transportiert, was dazu führt, dass betroffene Schaderreger bereits vor dem Auflaufen oder kurz danach absterben. Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit ist entscheidend, damit der Wirkstoff im Bodenwasser gelöst und optimal von den Keimlingen aufgenommen werden kann.

Resistenzmanagement

Aufgrund der Einstufung in die HRAC-Gruppe 15 ist Roxy XL ein unverzichtbarer Baustein im Antiresistenzmanagement. Es weist keine Kreuzresistenz zu Herbiziden aus den Gruppen der ALS-Hemmer (Gruppe 2) oder ACCase-Hemmer (Gruppe 1) auf. Um die Entstehung resistenter Biotypen – insbesondere beim Gemeinen Windhalm – langfristig zu verhindern, sollte Roxy XL stets in eine weite Fruchtfolge integriert und im Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen eingesetzt werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Roxy XL zeigt eine hervorragende Mischbarkeit mit anderen Boden- und frühen Nachauflaufherbiziden, die in den registrierten Kulturen zugelassen sind, um das Wirkungsspektrum gezielt zu erweitern. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wassermenge von mindestens 200 bis 400 l/ha sowie auf eine kontinuierliche Rührung im Spritztank zu achten. Mischungen mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) im Nachauflauf sollten vermieden werden, um das Risiko von Blattschäden an den Kulturen zu minimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Roxy XL sind die gesetzlichen Vorgaben zum Anwenderschutz und die spezifischen Auflagen des BVL strikt einzuhalten. Das Tragen von vorgeschriebener persönlicher Schutzausrüstung (PSA) bei der Handhabung des Konzentrats und während der Applikation ist obligatorisch. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind die vorgeschriebenen Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern sowie zu angrenzenden Biotopen genauestens zu berücksichtigen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm0–93.5 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm0–93.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm0–93.5 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras10–293.5 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm0–93.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras10–293.5 LITER_PER_HECTARE
KartoffelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–84.4 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras10–293.5 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras10–293.5 LITER_PER_HECTARE
KartoffelGemeines Hirtentäschel0–83.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Roxy XL im Wintergetreide?

Der beste Zeitpunkt für die Behandlung liegt im frühen Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf (BBCH-Stadium 00 bis 13) der Kulturen im Herbst. Eine Applikation auf feuchten Boden begünstigt die Ausbildung eines gleichmäßigen Herbizidfilms, was die Wirkung gegen keimende Schaderreger maximiert.

Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirksamkeit von Roxy XL?

Als Bodenherbizid benötigt der Wirkstoff Prosulfocarb Bodenfeuchtigkeit, um im Bodenwasser gelöst und von den keimenden Unkräutern aufgenommen zu werden. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert einsetzen; ein feuchtes und feinkrümeliges Saatbett ist daher ideal für den Behandlungserfolg.

Kann Roxy XL in Kartoffeln auch nach dem Auflaufen der Kultur angewendet werden?

Nein, in der Kultur Kartoffel darf die Anwendung ausschließlich im Vorauflauf erfolgen. Der optimale Zeitpunkt liegt nach dem Dammaufbau und dem Absetzen der Dämme, jedoch unbedingt vor dem Durchstoßen der ersten Kartoffeltriebe, um phytotoxische Schäden an den Kulturen zu vermeiden.

Welche Rolle spielt Roxy XL beim Management von resistentem Windhalm?

Da Prosulfocarb zur HRAC-Gruppe 15 gehört, besitzt es einen anderen Wirkungsmechanismus als klassische Sulfonylharnstoffe. Roxy XL ist daher ein exzellenter Partner, um Resistenzen beim Gemeinen Windhalm vorzubeugen oder bereits bestehende Resistenzen im Feld erfolgreich zu brechen.

Was muss bei der Applikation bezüglich der Winddrift beachtet werden?

Um Wirkstoffverlagerungen auf benachbarte Flächen und empfindliche Nachbarkulturen zu verhindern, muss die Applikation mit extrem abdriftmindernder Düsentechnik (z. B. eingetragen in die Liste der verlustmindernden Geräte mit mindestens 90 % Driftreduktion) und bei geringen Windgeschwindigkeiten durchgeführt werden.

Ist eine Tankmischung mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) ratsam?

Eine Mischung mit AHL im Nachauflauf wird nicht empfohlen, da dies das Risiko von Blattverbrennungen an den Kulturpflanzen erheblich steigert. Im reinen Vorauflauf ist eine Kombination unter stabilen Witterungsbedingungen zwar möglich, sollte jedoch vorab auf physikalische Mischbarkeit geprüft werden.