SHARPEN 33 EC
SHARPEN 33 EC ist ein bewährtes Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern in wichtigen Ackerbaukulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste, Wintertriticale und Mais. Als emulgierbares Konzentrat (EC) formuliert, lässt sich das Pflanzenschutzmittel leicht handhaben und sorgt für eine gleichmäßige Verteilung des Wirkstoffs Pendimethalin auf der Bodenoberfläche.
Das Produkt hat sich als verlässlicher Baustein im Vorauflauf und frühen Nachauflauf etabliert. Es zielt darauf ab, die Unkrautkonkurrenz frühzeitig auszuschalten, um den jungen Kulturen einen optimalen Start und eine ungestörte Jugendentwicklung zu ermöglichen. Durch das breite Wirkungsspektrum werden sowohl wichtige Ungräser als auch eine Vielzahl von zweikeimblättrigen Unkräutern effektiv erfasst.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Pendimethalin gehört zur chemischen Gruppe der Dinitroaniline und ist im HRAC-System als Inhibitor des Mikrotubuli-Aufbaus (HRAC-Gruppe 3) klassifiziert. Er blockiert die Zellteilung (Mitose) in den meristematischen Geweben der keimenden Unkräuter. Dadurch wird das Längenwachstum der Wurzeln und Keimlinge gehemmt, was letztlich zum Absterben der empfindlichen Schaderreger führt, noch bevor sie die Bodenoberfläche durchbrechen oder kurz nach dem Auflaufen. Da der Wirkstoff hauptsächlich über die Wurzeln, die Koleoptile und das Hypokotyl aufgenommen wird, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für eine optimale Wirkung entscheidend. Pendimethalin bildet einen stabilen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche, der auflaufende Unkrautsamen über einen längeren Zeitraum hinweg zuverlässig erfasst.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, solltest du SHARPEN 33 EC stets in ein integriertes Herbizidmanagement einbinden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel mit Wirkstoffen aus anderen HRAC-Klassen, die über einen unterschiedlichen Wirkungsmechanismus verfügen. Zudem empfiehlt sich die Kombination oder die gezielte Spritzfolge mit Partnern, die andere Angriffspunkte im Unkrautstoffwechsel nutzen, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffgruppen zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
SHARPEN 33 EC ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Herbiziden und flüssigen Düngemitteln mischbar. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung des Bodens. Die Anwendung sollte auf gut abgesetzte, feinkrümelige Saatbetten erfolgen, um Abschwemmungen oder ungleichmäßige Wirkstoffverteilungen zu vermeiden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und Behandlungen bevorzugt in den Abendstunden durchführen. Um Einträge in Oberflächengewässer und angrenzende Biotope zu verhindern, sind Abdriften strikt zu minimieren und die allgemeinen Gewässerschutzauflagen sorgfältig einzuhalten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Wintertriticale | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–13 | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–13 | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–13 | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Mais | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Mais | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | 90T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von SHARPEN 33 EC?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf der Kulturen (BBCH-Stadium 10 bis 13). Zu diesem Zeitpunkt sind die keimenden Schaderreger besonders empfindlich, da sie den Wirkstoff direkt während der Keimung oder kurz nach dem Auflaufen über die Wurzeln und Keimscheiden aufnehmen.
Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung des Herbizids?
Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit ist entscheidend, da der Wirkstoff Pendimethalin über die Bodenlösung von den keimenden Unkräutern aufgenommen wird. Auf feuchten, feinkrümeligen Böden bildet sich ein gleichmäßiger Wirkstofffilm, der eine optimale Herbizidwirkung garantiert. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung vermindert sein.
Wie kann ich SHARPEN 33 EC in eine Strategie zur Vermeidung von Herbizidresistenzen integrieren?
Du solltest SHARPEN 33 EC (HRAC-Gruppe 3) im Wechsel oder in Tankmischung mit Herbiziden aus anderen Wirkstoffklassen einsetzen. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von Dinitroanilinen auf derselben Fläche, um die Selektion resistenter Unkrautbiotypen aktiv zu verhindern.
Was musst du bei der Bodenbearbeitung vor der Anwendung beachten?
Das Saatbett sollte feinkrümelig, gut abgesetzt und frei von groben Klumpen oder dichten organischen Rückständen (wie Strohmatten) sein. Grobe Klumpen und Ernterückstände können Spritzschatten verursachen, wodurch der Herbizidfilm lückenhaft wird und Unkräuter ungehindert auflaufen können.
Wie verhält sich das Pflanzenschutzmittel bei Starkregen nach der Applikation?
Bei extremen Niederschlägen kurz nach der Behandlung besteht das Risiko, dass der Wirkstoff in tiefere Bodenschichten eingewaschen wird oder oberflächlich abschwemmt. Dies kann einerseits die Kulturverträglichkeit beeinträchtigen (insbesondere bei zu flacher Saat) und andererseits die herbizide Wirkung in der Keimzone reduzieren.