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Sonstige · Sinon Corporation

SINSTAR

BVL Zul.-Nr. 008570-00

SINSTAR ist ein hochwirksames, breit wirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung einer Vielzahl wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide, Kartoffeln und Raps. Als flüssiges Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, zeichnet sich das Produkt durch eine hervorragende Verteilung auf der Blattoberfläche und eine schnelle systemische Aufnahme aus. Der enthaltene Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur Klasse der Strobilurine und bietet sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften, wobei der Schwerpunkt auf der vorbeugenden Wirkung liegt.

Das Wirkungsspektrum von SINSTAR umfasst bedeutende Schaderreger wie Rostpilze (Gelb-, Braun- und Zwergrost), Septoria nodorum, Rhynchosporium secalis sowie Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit) im Raps und Rhizoctonia solani sowie Alternaria-Arten in Kartoffeln. Durch den breiten Schutz trägt das Pflanzenschutzmittel maßgeblich zur Ertragssicherung und Qualitätssteigerung bei. Dank seiner langanhaltenden Wirkung schützt es auch den Neuzuwachs der Kulturen über einen kritischen Zeitraum hinweg.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in SINSTAR enthaltene Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur chemischen Gruppe der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11). Die biochemische Wirkung basiert auf der Hemmung der mitochondrialen Atmung der Pilzzellen. Azoxystrobin bindet spezifisch an die Qo-Stelle des Cytochrom-b-Komplexes (Komplex III der Atmungskette) und blockiert dadurch den Elektronentransport zwischen Cytochrom b und Cytochrom c1. Dieser Eingriff unterbricht die ATP-Synthese, wodurch den Pilzzellen die lebensnotwendige Energie entzogen wird. In der Folge werden die Sporenkeimung, das Myzelwachstum und die Sporulation der Schaderreger effektiv unterbunden. Da der Wirkstoff translaminar und akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) in der Kultur transportiert wird, sorgt er für eine gleichmäßige Verteilung im behandelten Blattgewebe und schützt auch die unbehandelte Blattunterseite.

Resistenzmanagement

Aufgrund des spezifischen, monoseitigen Wirkungsmechanismus von Wirkstoffen aus der FRAC-Gruppe 11 besteht bei Schaderregern ein hohes Risiko für die Entwicklung von Resistenzen. Um die Wirksamkeit von SINSTAR langfristig zu sichern, solltest du das Pflanzenschutzmittel unbedingt im Rahmen einer integrierten Strategie einsetzen. Dies bedeutet, dass du SINSTAR vorzugsweise im Wechsel oder in Kombination mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Triazolen/DMIs oder SDHIs) anwendest. Zudem sollte die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison strikt eingehalten werden, um den Selektionsdruck auf die Erregerpopulationen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

SINSTAR ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Blattdüngern mischbar. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung der Kulturen. Die Zugabe von Additiven oder Netzmitteln ist meist nicht erforderlich, kann aber unter extremen Witterungsbedingungen die Benetzung verbessern; stimme dies im Zweifel mit deiner pflanzenbaulichen Beratung ab.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit SINSTAR ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Register vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich den direkten Kontakt mit blühenden Kulturen oder Unkräutern vermeiden und Behandlungen bevorzugt in den Abendstunden durchführen, wenn kein Bienenflug mehr stattfindet. Um Einträge in Oberflächengewässer und Schäden an aquatischen Organismen zu verhindern, sind die allgemeinen Abdriftminderungsauflagen und Gewässerabstände strikt einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenSeptoria nodorum31–611 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis)31–611 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenBraunrost (Puccinia recondita)31–691 LITER_PER_HECTARE
KartoffelRhizoctonia solani3 LITER_PER_HECTARE
RapsAlternaria Arten (Alternaria sp.)60–691 LITER_PER_HECTARE21T
WinterweichweizenCladosporium-Arten31–611 LITER_PER_HECTARE
KartoffelColletotrichum coccodes3 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)31–611 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis)31–611 LITER_PER_HECTARE
GersteRhynchosporium secalis31–611 LITER_PER_HECTARE35T
RapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)60–691 LITER_PER_HECTARE21T
SommerweichweizenCladosporium-Arten31–611 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenBraunrost (Puccinia recondita)31–691 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenAlternaria Arten (Alternaria sp.)31–611 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenAlternaria Arten (Alternaria sp.)31–611 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenSeptoria nodorum31–611 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit SINSTAR im Getreide?

Der beste Anwendungszeitraum liegt in den BBCH-Stadien 31 bis 69, also vom Schossen bis zum Ende der Blüte. Um die protektive Wirkung optimal zu nutzen, solltest du SINSTAR vorbeugend applizieren, sobald erste Infektionsbedingungen für Rostpilze oder Septoria-Arten vorliegen, noch bevor sichtbare Symptome auf den Blättern ausbrechen.

Wie wirkt SINSTAR gegen Rhizoctonia solani in Kartoffeln?

SINSTAR kann im Kartoffelanbau zur Bekämpfung von Rhizoctonia solani eingesetzt werden. Hierbei schützt der Wirkstoff die auflaufenden Triebe und die sich entwickelnden Knollen vor dem gefürchteten Erreger der Auflaufkrankheit und der Dry-Core-Symptomatik, indem er die Pilzentwicklung im Boden und an der Pflanzenbasis blockiert.

Warum ist der vorbeugende Einsatz (Protektivwirkung) bei diesem Produkt so wichtig?

Da Azoxystrobin die Sporenkeimung und die frühen Entwicklungsstadien der Pilze extrem stark hemmt, erzielt SINSTAR seine höchste Effizienz, wenn es vor oder unmittelbar zu Beginn einer Infektion gespritzt wird. Bei bereits stark etabliertem Befall ist die kurative Leistung von Strobilurinen allein oft nicht ausreichend, um den Schaden vollständig zu stoppen.

Kann ich SINSTAR bei Hitze oder starker Sonneneinstrahlung spritzen?

Es wird empfohlen, Applikationen in den kühleren Morgen- oder Abendstunden durchzuführen. Bei extremer Hitze (über 25 °C) und intensiver Sonneneinstrahlung steigt das Risiko von Verdunstungsverlusten und phytotoxischen Reaktionen auf den Blättern der Kulturen. Zudem ist die Wirkstoffaufnahme bei moderaten Temperaturen und höherer Luftfeuchtigkeit deutlich besser.

Wie finde ich heraus, ob SINSTAR für eine bestimmte Tankmischung in meiner Region freigegeben ist?

Du kannst im Agronomie-Hub gezielt nach registrierten Mischpartnern suchen oder die regionalen Beratungshinweise der Pflanzenschutzdienste nutzen. Da Mischbarkeiten auch von der Wasserhärte und der Temperatur abhängen, empfiehlt sich bei unsicheren Kombinationen immer ein vorheriger Kleinstmengentest (Eimertest).

Welche Wartezeiten muss ich bei der Anwendung von SINSTAR beachten?

Je nach Kultur und spezifischer Anwendung liegt die gesetzliche Wartezeit (PHI) zwischen 21 und 35 Tagen. Dies stellt sicher, dass bis zur Ernte alle Wirkstoffrückstände in den Pflanzen unter die gesetzlich zulässigen Grenzwerte abgebaut sind. Kontrolliere die genaue Wartezeit für deine spezifische Kultur stets in den aktuellen Zulassungsdaten auf unserer Plattform.